ADHS: Individuelle Therapien statt Pillen für alle (bei lokalo24.de)

ADHS ist eines dieser Themen, bei dem die meisten eine Meinung, aber nur wenige eine Ahnung haben. Mit dem folgenden Artikel bei lokalo24.de möchte ich einen Überblick über den aktuellen Stand geben: ADHS: Individuelle Therapien statt Pillen für alle.

12 thoughts on “ADHS: Individuelle Therapien statt Pillen für alle (bei lokalo24.de)

      1. evilmichi

        Ich find ihn gut. Einer der wenigen Artikel die tatsälich versuchen, beide Seiten der Medaille zu beleuchten. Die Überschrift bzw. das [Un-]Wort “Pillen” [für alle] hat irgendwie kurz meinen Widerstand geweckt, doch die Neugier war stärker. 🙂

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          1. evilmichi

            Wenn es doch nur mehr von deiner Sorte gäbe. *seufz* Danke für diesen klasse Artikel, ich würde ihn gern in meine Linkliste mit reinnehmen, wenns für dich okay ist.

  1. Rotkehlchen

    Vielen lieben Dank für diesen gut recherchierten Artikel, der meine eigene fachliche Meinung gut widerspiegelt. Ich bin Psychologin und behandle seit Jahren Kinder und Jugendliche mit verschiedensten Störungen, die wie ADHS aussehen, in einer Psychiatrie. Es ist unglaublich, welch Anmaßung, Vorurteil und Ignoranz einem bei diesem Thema entgegen schlagen: Auf der einen Seite Schulleiter, die ihre Schüler nur noch unter der Bedingung beschulen wollen, dass sie MPH einnehmen. Kinderärzte, die die Diagnose nach fünf Minuten Gespräch stellen und MPH in Höchstdosis ambulant verordnen. Und auf der anderen Seite Bezugspersonen, die unter keinen Umständen Medikamente für ihre Schützlinge wollen, weil das alles Teufelszeug ist und sie nur, wenn überhaupt, auf Globuli vertrauen.
    Leider ist es ein langer Weg der Betroffenen, bis sie belesen und frustriert und mutig genug sind, um die für sie passenden Hilfen zu suchen, zu finden und dann auch noch annehmen zu können – sehr oft ist das in unserer Klinik eine Kombination aus Psychotherapie, MPH, Jugendamthilfe und sonderpädagogischem Förderbedarf.
    Da kann es meines Erachtens nicht genügend Aufklärung geben…Weiter so! 🙂

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  2. leidenschaftlichwidersynnig

    Bei dem Titel habe ich kurz gezuckt ….Pillen für alle hört sich sehr vorurteilsbehaftet an und wird zu. Glück im Artikel nicht bestätigt. Schade, dass du nicht erwähnt hast, dass viele Therapien überhaupt nicht angeboten werden, die Wartezeiten für einen Platz unendlich lang sind und oft überhaupt erst gehandelt wird, wenn Komorbitäten auftreten ….was die Diagnose erschert. Und: viele ADHS’ler werden nicht als solche erkannt, sondern jahrelang ausschließlich als Depressive , Borderliner etc behandelt. Das trifft insbes. Mädchen, die oft eher innerlich zappeln und versuchen, sich anzupassen.

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    1. Katharina

      Ich kenne die Therapie-Situation in Deutschland (noch) zu wenig, werde mich aber kundig machen.
      Die Genderfrage bei Störungen der Impulskontrolle ist einen eigenen Artikel wert, für den ich bereits am Recherchieren bin.
      Über die Schwierigkeit der Diagnose bei ADS (ohne “H”) habe ich gelesen, aber ehrlicherweise nicht gewusst, wie ich das noch einbauen sollte.Vielleicht auch ein eigener Artikel?

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  3. Anita

    ADS ist durchaus einen weiteren Artikel wert. Denn die Träumerle, die sich von Kleinigkeiten so faszinieren lassen und ihre Umgebung dann nicht mehr wahrnehmen, werden noch schlechter erkannt als die “Rumpelstilzchen”.

    Auch erwähnenswert ist, dass viele Autisten (so denn sie eine Diagnose erhalten) vorher oft für ADHS’ler gehalten werden. Es gibt einige, die beides haben, mit und ohne “H”. Aber eine differenzierte Beobachtung und Behandlung ist dann um so wichtiger. Weil auf MPH reagieren sie oft kontraproduktiv. Ebenfalls auf Antidepressiva und Wirkstoffe, die noch massiver in die Impulssteuerung eingreifen.

    Die meisten Therapieangebote sind leider nicht kassengestützt. Falls doch, gibt es elend lange Wartezeiten. Auch Klinikplätze gibt es erst nach Wartezeiten von 3 – 6 Monaten und länger. Ebenfalls ein Platz bei einem niedergelassenen KJP. Und nur in Ausnahmefällen gibt es Verordnungen außerhalb des Regelfalles.

    Sollte eine Therapie aber zum autistischen Spektrum benötigt werden, dann ist man auf Sozialamt oder Jugendamt angewiesen. Und DAS kann dauern. Ebenso ein entsprechender Schulplatz und etwaige dortige Unterstützung.

    Auch mir liegt es sehr am Herzen, dass hier öffentlich wird, womit sich die Kinder und deren Eltern sich so rumschlagen müssen.

    Denn es wird von Schulen so oft erwartet, dass mann innerhalb von 4 – 6 Wochen “das Problem” abstellt 🙄 ohne jegliches Wissen über irgendwas!

    Und die Eltern werden damit bundesweit so oft alleine gelassen. Diesem Druck standzuhalten ist sehr schwer!

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