Familiensafari von Rike Drust

Rike Drust: „Familiensafari“

Normalerweise mache ich ja einen weiten Bogen um Romane, die mit dem Adjektiv „heiter“ beworben werden. Aber nachdem ich ihren Erstling, das Sachbuch „Muttergefühle. Gesamtausgabe.“ sehr gerne gelesen habe, war ich neugierig auf den ersten Roman der Werbetexterin Rike Drust.
Ist es ein kollektiver Entwicklungsroman oder ein komisches Familiendrama? Schwer zu sagen. Eines ist sicher: Drusts zweites Buch ist keine Sekunde langweilig und streckenweise zum Brüllen komisch.

Es geht um eine Familie, soviel ist ja schon dem Titel zu entnehmen. Nachdem die Bank, in der die Mutter Jutta arbeitet, überfallen wurde, will Jutta unbedingt mehr mit ihrer Familie unternehmen und gedenkt, diese Idee gleich jetzt sofort umzusetzen. Mit dem Resultat dass nicht die einzelnen Familienmitglieder an ihre jeweiligen Anlässe fahren, sondern alle zusammen plus, sozusagen als Bonus, noch die Oma im Gepäck (die sich aber nicht wie eine Oma benehmen will).
So fahren sie denn los und jeder steht mal im Mittelpunkt, wo er gegen seine ureigensten Dämonen kämpfen muss. Da die Geschichte im richtigen Leben spielt, sind sie natürlich von aussen gesehen harmlos. Wie wir aber wissen, können einem gewisse Dinge natürlich lebenslang verfolgen, wie beispielsweise die Schulkollegen von Vater Alexander, die sich damals als Jugendlichen über ihn lustig gemacht haben, und denen er es jetzt auf dem grossen Klassentreffen natürlich zeigen will. Oder der verliebte Lars, der seine Angebetete so sehr beeindrucken möchte, dass er sich auf einen Wettbewerb einlässt, dem er eigentlich nicht gewachsen ist. Oder Tochter Anna, die unbedingt ins Fernsehen will, sich dafür aber nicht verstellen und verbiegen möchte. Und nicht zuletzt natürlich Jutta und ihre Mutter Rose, mit so vielen ungelösten Mutter-Tochter-Konflikten im Gepäck, von denen der Eintrag „Vater unbekannt“ in Juttas Geburtsschein noch das Geringste ist.
Gemeinsam fahren die fünf quer durch Deutschland und erleben und regeln dabei so einiges.

Hut ab vor dem, was diese Autorin aus dem Thema „Familie verreist gemeinsam für eine Woche“ gemacht hat. Sie erzählt locker, schnell, zum Brüllen komisch und wird dabei nie flach oder langweilig. Drust hat ein unglaubliches Auge für die feine Komik, die in  gewissen Situationen liegt und weiss sie auf eine Art zu erzählen, dass man erst gar nicht mitbekommt, dass da zwischendurch neben der Pointe auch noch ernsthafte Botschaften drin stecken.
An manchem Stellen habe ich so laut gelacht, dass die Katze sich erschrocken unter dem Sofa versteckt hat. Beim Tanzkurs in der Hippiekommune habe ich mir ins Höschen gepinkelt, so präzise und pointiert hat Drust dort gewisse menschliche Prototypen beschrieben.

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Klappentext:

„So ganz freiwillig sind nicht alle Mitglieder der Familie Wischer bei der Familiensafari dabei: Vater Alexander, Mutter Jutta, Tochter Anna, Sohn Lars – und damit es auch richtig rund geht, drängelt sich Oma Rose mit dazu. Dabei stellt sich jeder den Herausforderungen und Ängsten, vor denen er (oder sie) sich bislang gedrückt hat.
Rike Drust hat mit ihrem Roman Familiensafari ein überaus freches, komisches Roadmovie vorgelegt.“

Familiensafari
Rike Drust
carl’s books, München, 2014
ISBN 978-3-570-58525-2
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 18,90

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One thought on “Rike Drust: „Familiensafari“

  1. Anita

    Nach dem ich Deine Empfehlung gelesen habe, habe ich mir dieses Buch gekauft. Früher habe ich gerne Evelyn Sanders gelesen. http://de.wikipedia.org/wiki/Evelyn_Sanders

    Da dachte ich mir, es wäre ja ganz schön, wenn man wal was neues und vielleicht ähnliches finden könnte.

    Der Humor von Rike Drust ist aber ganz anders angelegt. Obwohl die Thematik ähnlich ist. Liegt aber bestimmt auch an der Aktualität des Buches.

    Das Buch lässt einige Handlungsstränge nach “Erledigung durch die Familie” einfach offen. Im positiven Sinne. 😉

    Es ist ein flottes Roadmovie und verdient eine Verlängerung. 🙂

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