Cory Silverberg und Fiona Smyth: „Wie entsteht ein Baby?“

Das Thema Aufklärung, respektive wie ein Baby entsteht, ist bei uns nach wie vor hochaktuell. Katja Grach alias Krachbumm und ihr E-book „Wie sag ich’s meinem Kind?“ habe ich Euch ja schon neulich vorgestellt. Es ist etwas für Erwachsene.

Wie aber erklärt man einem Kind – in unserem Fall einem Fünfjährigen – wie ein Baby entsteht und zwar, ohne ihn für die nächsten 20, 30 Jahre zu traumatisieren? Der wichtigste diesbezügliche Tipp, den ich gehört und gelesen habe lautet: Immer nur so viele Fragen des Kindes beantworten, wie es auch gestellt hat.

Aber wie soll das gehen bei einem Kind, das nur nach den Babys fragt, nicht aber nach dem Sex? Wie entsteht ein Baby?

Genau so lautet der Titel eines Bilderbuches, das ich ebenfalls bei der „Sexmutti“ Katja Grach gefunden und gleich bestellt habe: Wie entsteht ein Baby? Ein Buch ohne Sex.

 

 

Um was es geht

In vielen bunten, fast abstrakten Bildern erklären Cory Silverberg und Fiona Smyth wie das so funktioniert mit den Eizellen und den Samenzellen, dem Erbgut, wie sich die vermischen, in einer Gebärmutter einnisten, wie das Baby wächst und von seiner Familie erwartet wird.

Die Autorinnen hatten den Anspruch, ein Aufklärungsbuch zu schreiben, das „für jede Art von Familie und jede Art von Kind“ passt. Deshalb werden weder Männer/Frauen noch Mütter/Väter erwähnt. Trotzdem wirkt das ganze nicht etwa bemüht und politisch korrekt, sondern bunt und vielfältig. Und beim Erzählen kann man die „Geschichte“ gut an die eigene Familienform anpassen, auch wenn diese nicht der klassischen Mama-Papa-Kind-Familie entspricht.

Nicht nur bei der Entstehung eines Babys im Bauch haben die Autorinnen auf möglichst hohe Vielfalt geachtet, sondern auch bei den Geburtsarten. Spontangeburten, eingeleitete Vaginalgeburten und Kaiserschnittgeburten kommen wie selbstverständlich nebeneinander vor und zwar völlig wertungsfrei:

„Manche Babys werden geboren, indem sie durch einen Teil des Körpers kommen, den die meisten Menschen Scheide nennen.
Manchmal machen aber auch Erwachsene, die sich damit auskennen, einen speziellen Schnitt in den Bauch, holen das Baby heraus und verschliessen die Öffnung wieder“.

Da Kurzer eine Kaiserschnittgeburt war, bin ich natürlich dankbar, dass diese Variante gleichberechtigt neben der Spontangeburt genannt wird. Denn so komme ich um das doofe „normalerweise ist es so und so, bei dir war es aber wegen diesem und jenem anders“ herum.

 

Mein Fazit

Die neutralen, alles ein- und nichts ausschliessenden Formulierungen sind sicher nicht Sache von allen. Ich persönlich mag sie sehr! Am besten gefällt mir der Tanz von Ei- und Samenzellen – ein tolles Bild! Und Kurzer mag die farbigen Zeichnungen und stellt immer wieder Fragen dazu.

Im Vorwort für die Erwachsenen steht:

„Dieses Buch hilft Erwachsenen, Kindern die zweite Frage (woher die Babys kommen) zu beantworten. Es enthält keine Informationen zu Geschlechtsverkehr, Samenspende, Fruchtbarkeitsbehandlung, Leihmutterschaft oder Adoption. Aber es lässt Raum für alle Details, über die Sie mit Ihrer Familie ebenfalls sprechen möchten.“

Das ist den Autorinnen meiner Meinung nach sehr gut gelungen, deshalb empfehle ich das Buch gerne weiter. Es ist sehr speziell, wer einfach ein normales Aufklärungsbuch sucht, ist vielleicht mit etwas anderem besser bedient, aber ich  finde es total lässig.

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Klappentext:

„Alle Kinder haben biologische Eltern. Aber nicht alle Kinder leben mit ihren biologischen Eltern zusammen. Manche Kinder entstanden auf dem Wege einer künstlichen Befruchtung. Und nicht alle kamen auf die gleiche Weise zu Welt.
Dieses Kinderbuch erzählt die Geschichte von Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt so, dass sich auch Adoptivfamilien, gleichgeschlechtliche Elternpaare und mit künstlicher Befruchtung gezeugte Kinder darin wiederfinden. Es verzichtet auf alles, was nur bei klassischen Kleinfamilien passt, und zeigt, was wirklich allen Menschen gemeinsam ist. Eine einzigartige Hilfe für die Sexualaufklärung im Vorschulalter.“

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„Wie entsteht ein Baby? Ein Buch für jede Art von Familie und jede Art von Kind“
Cory Silverberg (Text) und Fiona Smyth (Illustrationen), aus dem Englischen übersetzt von Franziska Brugger
Hardcover
Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main, 2014
ISBN 978-3-86321-170-7

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