Will Wiles: „Kein Leben ohne Minibar“

Ich mag Englische Autoren, insbesondere jene unter ihnen, die über diesen absurden Humor verfügen. Deshalb horchte ich natürlich auf, als Carl’s Books einen mir unbekannten Autoren mit „Feinster britischer Humor mit einer Prise Kafka“ ankündigte. Sofort dachte ich bei dem Klappentext an Robert Rankin, Terry Pratchett oder Douglas Adams und freute mich sehr auf das Buch.

 

Die Handlung

Neil Double geht für andere Geschäftsleute an Businessmessen und berichtet ihnen dann darüber. Im Hotel trifft er auf eine rothaarige Frau, die Bilder fotografiert.
Seine Messekarte wird gesperrt, er kommt auf die schwarze Liste der Messebetreiber und er kann seinen Auftrag nicht mehr erfüllen. Da zieht er sich ins Hotel zurück, wo aussergewöhnliche Dinge passieren.

Fazit

Ich schaffte es durchs gesamte Buch hindurch nicht, Sympathie für den Ich-Erzähler aufzubringen – noch nicht mal, als ich von seiner schweren Kindheit erfuhr.
Aber ich hatte auch schon Mühe, überhaupt ins Buch hinein zu kommen: Frei nach dem Motto „show, don’t tell“, schien der Autor die Langweiligkeit von Business-Hotels und Messegeländen durch seinen Text beweisen zu wollen.

Sagen wir mal so: 15-20 Seiten Langeweile hätten zum Einstieg auch gereicht. Bei mir kam tatsächlich erst auf Seite 160 ein wenig Neugier auf (ich habe es mir extra notiert, weil ein solches Durchkämpfen kenne ich sonst nur von Hochliteratur). Bis dahin war die Hauptfrage in meinem Kopf nicht etwa „wie geht es weiter?“, sondern „wann ist es endlich fertig?“

So richtig spannend wurde es dann tatsächlich erst auf Seite 200 (von 318) – für meinen Geschmack etwas spät. Der Side-Plot mit dem Messezentrum verlief sich irgendwann dazwischen im Sand, statt sich zufriedenstellend aufzulösen. Der Sinn dieses “Maurice”, der immer wieder auftaucht, hat sich mir bis zum Ende nicht erschlossen. Stattdessen wurde die Sache mit dem Hotel (eigentlich eine interessante Idee!) solange breitgewalzt, dass sie dann auch wieder langweilig wurde.

Ich würde sagen: Eine gute Idee, aber langweilig umgesetzt. Ich kann das Buch nicht unbedingt weiter empfehlen, aber wer Will Wiles erstes Buch, „Die nachhaltige Pflege von Holzböden“, mochte, mag vielleicht auch dieses hier.

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Klappentext:

„Ich liebe Hotels. Die Anonymität, die Austauschbarkeit, die Tatsache, dass dieses Zimmer praktisch überall sein könnte – gerade das, was andere bedrückt, bereitet mir Freude. Ich liebe Hotels, seit ich zum ersten Mal eines betreten habe.
Eines Nachts trifft der eigenwillige Einzelgänger Neil Double an der Hotelbar auf die faszinierende Frau, der er schon einmal unter höchst bizarren Umständen begegnet ist. Als sie plötzlich verschwindet, gerät er auf der Suche nach ihr in einen aberwitzigen Albtraum, der ihn immer tiefer in die labyrinthischen Flure des mit einem Mal sehr bedrohlich wirkenden Hotles führt.
Bestsellerautor Will Wiles erzählt eine packende Geschichte zwischen Horror, Spannung und schräger Komik.“

„Kein Leben ohne Minibar“
Will Wiles (übersetzt von Sabine Lohmann)
Carl’s Books, München, 2015
ISBN 978-3-570-58548-1

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