Vernetzt im Mai 2015

ins Netz gegangen (funnytools / Pixabay)

ins Netz gegangen
(funnytools / Pixabay)

Der Mai startete sommerlich und nach den Eisheiligen wurde es dann bitter kalt. Deshalb auch keine Reue meinerseits, am Computer zu sitzen und nach interessanten Artikeln zu suchen.

Hier wieder eine kleine Auswahl von solchen, die mir zum Thema Familie und Kinder über den Bildschirm geflimmert sind.

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Schön subversiv und unglaublich empowernd zeigt die Fotografin Jessica Fulford-Dobson Bilder des Projektes “Skateistan“. Mädchen dürfen in Afghanistan nicht Radfahren – aber Skateboards sind nicht verboten. So go for it, girls! Skategirls of Kabul – in Pictures.

Wie ist das eigentlich mit dem Übergewicht? Waren früher wirklich alle dünner, alle gesünder, und gab es mehr Lametta? Interessant finde ich persönlich die im Artikel erwähnte These des “kulturellen Widerspruch des Kapitalismus” von Daniel Bell.  Ein Lob der Fülle.

Als ich zur Schule ging, musste ich den Handarbeitsunterricht besuchen, wo wir Kulturtechniken wie Stricken, Häkeln, Nähen und Sticken lernen mussten. Ich fands furchtbar – erst Jahre später, als ich es freiwillig machen durfte, konnte ich mich fürs Häkeln und Stricken begeistern. Ein grosser Teil des “furchtbar Findens” war der Tatsache geschuldet, dass ich als Mädchen nicht in den “richtigen” Werkunterricht, mit Holz und Metall, durfte. So war das damals halt und ich konnte (aus Prinzip?) mit dem “typischen Mädchenzeugs” einfach nichts anfangen. Gestern erst habe ich gelernt, dass Handarbeiten und das ganze Textilgedöhns erst seit ungefähr 150 Jahren “typisch weiblich” ist: Über die Erfindung der Handarbeit als weiblich.

Über Kinderrechte habe ich hier im Blog schon mehrfach geschrieben. Ein wichtiges Kinderrecht ist das Recht auf ärztliche Versorgung, unabhängig vom Geschlecht, der Religion, oder der Staatsangehörigkeit des kranken Kindes. Obwohl Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben und ratifiziert hat, gilt dieses Recht für minderjährige Asylbewerber nur eingeschränkt. Der kleine Leonardo wäre deswegen fast gestorben und trägt lebenslange körperliche Folgen davon: Leonardo und der Paragraf.

Debbies kleiner Sohn wurde erschossen und sie wurde dafür unschuldig zum Tode verurteilt und erst 22 Jahr später wurde sie wegen erwiesener Unschuld frei gelassen: Der amerikanische Albtraum.

Als Sarah 26 Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter und sie nimmt deren zwei Pflegetöchter Amélie und Luisa bei sich auf. Eine berührende Reportage über die Anfangsschwierigkeiten der neuen Familie: Plötzlich Mutter.

Im “Beobachter” erzählen eine Psychologin und ein Arzt des Ambulatoriums für Folter- und Kriegsopfer des Schweizerischen Roten Kreuzes in Bern, in welchem Zustand Flüchtlinge aus Syrien hier bei uns ankommen und wie man ihnen helfen kann: Der Stammtisch sieht nicht, wie verletzt sie sind.

Ein erwachsenes Folgekind schreibt über den plötzlichen Kindstod seines älteren Bruders, ohne Bitterkeit und gerade deshalb so nahegehend: Ich bin der Ersatzsohn.

Ich weiss nicht, was ich von dieser Geschichte halten soll. In Ohio, USA, bestellt eine weisse Frau Samen von der Samenbank und erhält versehentlich die Spermien eines anderen Spenders – eines Afroamerikaners. Nun klagt sie wegen “unrechtmäßiger Geburt” gegen die Samenbank: Das Wunschkind.

 

 

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