Mütter gegeneinander aufhetzen macht Spass

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Es waren einmal zwei Coaches, die wollten berühmt werden und sich abheben von der grossen Masse der Muttis, die auf dem zweiten Bildungsweg Coaches wurden, weil sie “etwas mit Menschen” machen wollten (aber einigermassen Spass machen sollte es auch noch und überhaupt, anderen sagen was sie tun sollen ist doch so viel besser, als selber erfolgreich sein).

Neben dem Coach sein hatten diese beiden Frauen auch noch einen richtigen Beruf (obwohl man das auch nicht so genau weiss, denn “Journalistin” nennt sich heutzutage auch jede Mutti, die bereits mehr als drei zusammenhängende Sätze ins Internet oder die Vereinszeitschrift der lokalen Häkelgruppe geschrieben hat).

Also, diese zwei “Journalistinnen” (ja, ja, ich weiss schon, der “Spiegel” ist kein Käseblatt) hatten eine Idee, um einer grossen deutschen Zeitschrift ein paar Klicks, Likes und ganz viele Kommentare zu verschaffen, auf dass die Anzeigenkunden jubilierend ihre Freude kundtäten und alle Beteiligten ganz viel Gold in den Schoss fiele.

Ihre Idee war eben so brillant, wie sie neu und innovativ war: “Wie wäre es”, so fragten sie sich, “wie wäre es, wenn wir Mütter gegeneinander aufhetzen. Wir müssen uns dabei ja gar nicht so sehr an die Fakten halten, höchstens so weit, dass alle sich ein wenig betroffen fühlen, und ein wenig den anderen überlegen. Do-it-yourself-Muttis batschen kommt immer gut, die mag eh keiner, Geschäftsfrauen empören sich so schön wenn man sie Rabenmütter schimpft, und wenn wir  nebenher noch ein wenig auf die Mutti- und den DIY-Bloggerinnen schiessen, kriegen wir gleich noch ein paar Dutzend Links konstenlos obendrauf, weil die sich dann ja alle bemüssigt fühlen, zu antworten und unseren Artikel zu verlinken”.

Und so machten sie sich auf und schrieben einen “Artikel” (huch, jetzt habe ich das Machwerk auch verlinkt) über den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen. Geschickt vermischten sie darin Erziehungsstile mit Hobbys und warfen völlig zusammenhangslos zahlreiche Keywords in in den virtuellen Raum, die ihnen ihre SEO-Leute empfohlen hatten (Perwoll-Erziehung! Helikoptereltern!).

(die liebe Frau Gminggmangg macht auf ihrem Blog übrigens momentan ein ähnliches Spiel: Man kann ihr eine Hand voll beliebig zusammengewürfelte Stichworte geben, womit sie dann einen Artikel schreibt. Aber sie beherrscht die Disziplin um Längen besser als die besagten beiden Damen, über deren “Artikel” ich hier lästere)

Leider erreichte der Artikel dann nicht ganz so viele Klicks und Links, wie sich die Autorinnen erhofft hatten. Wären sie aber richtigen Journalistinnen gewesen statt nur “Journalistinnen”, dann hätten sie im modernen Müttermilieu recherchiert und herausgefunden, dass ein paar anderen Themen heutzutage viel besser ziehen: Veganismus vs. Biofleisch, die Impffrage, Schlaflernprogramme und Rauchen während der Schwangerschaft, um nur ein paar wenige zu nennen.

Aber hey, ihr könnt Euch ja noch verbessern: Denn drauf reinfallen tun die Muttis jedes Mal!

 

 

4 thoughts on “Mütter gegeneinander aufhetzen macht Spass

  1. Paula

    Du triffst den Nagel auf den Kopf. Ich hab selten einen so schlecht zusammengeschusterten Artikel gelesen, der war mir nichtmal die Aufregung wert. Mütterbashing hab ich schon deutlich intelligenter erlebt und erlesen, als in dieser Tirade.

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  2. mrscgn

    Interessant, ich fand den Beitrag nicht so blöd und habe da auch kein Mütter-aufeinander-Hetzen gelesen. Mir ist letztlich egal, wie jede Frau/Mutter ihr Dasein organisiert, aber mich erstaunt schon gelegentlich, mit welcher Naivität manche Mutter an ihren beruflichen Wiedereinstieg herangeht. Hier:

    [Zitat]Sie suggerieren, dass es möglich sei, mit handwerklichem Geschick ein bisschen Geld zu verdienen. Und verschweigen die unangenehme Seite dieser Art von Vertrieb. Im Krankheitsfall: kein Geld. Im Rentenfall: kein Geld. Im (zu großen) Konkurrenzfall: ach, auch kein Geld.[Zitat]

    Man kann über die Art der Formulierung sicher streiten, aber dass die Gedanken an die Altersvorsorgen nur selten eine Rolle spielen, dass die Erwartungen oft unrealistisch sind, lässt sich m.E. kaum bestreiten. Darauf hinzuweisen, finde ich absolut in Ordnung.

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