Cover von Max Bolliger und Vera Eggermann: Alois

Max Bolliger und Vera Eggermann: „Alois“

Der Klappentext von „Alois“ hat mich sofort angesprochen: Ein kleiner Stier, der nicht weiss, wie stark er ist und dabei sogar seine Freunde überrennt. „So einen kenne ich auch“, dachte ich, als ich das las. Kurzer ist genau so jung und ungestüm, dabei viel zu gross geraten für sein Alter und so stark, dass er manchmal seine Freundinnen und Freunde unabsichtlich umhaut.

Die Geschichte „Alois“ von Max Bolliger, dem Schweizer Kinderbuchautor, der mir vor allem für seine Adaptationen der Geschichten aus dem Alten Testament der Bibel bekannt war, ist nicht neu. Sie kam bereits vor 35 Jahren mit den Illustrationen von René Villiger heraus. Die neue Ausgabe mit den Bildern von Vera Eggermann ist moderner, frischer in den Farben.

 

Handlung

Der kleine Stier Alois lebt „mit einer Kuh, fünf Ziegen, drei Schafen und einem Lämmchen auf einer Weide in der Nähe eines Bauernhauses.“

Den ganzen Tag macht er mit seinen Kumpels, dem kleinen Ziegenböcklein und dem Lämmlein, Kraft- und Geschicklichkeitsspiele. Das geht nicht lange gut und eines Tages überrennt er das Lämmlein und zerstört in seinem Übermut den Lattenzaun. Die andere Tiere gehen ihm fortan aus dem Weg und keiner mag mehr mit ihm spielen. „Wilder, böser Stier“ nennen sie ihn. Wegen des kaputten Zaunes sperrt der Bauer den kleinen Alois ganz allein auf eine andere Weide, die mit Stacheldraht umzäunt ist.

Alois ist einsam und traurig. Er fürchtet sich in der Nacht und am nächsten Tag hat er die Idee, zur Sonne zu gehen, damit er sich nie mehr im Dunkeln fürchten muss. Er wandert und wandert. Gegen Abend wird er müde und ruht sich unter einem wohlriechenden Geissblatt-Gebüsch aus. Als er wieder erwacht, ist die Sonne verschwunden und er macht sich wieder auf den Rückweg. Der Duft des Geissblattes begleitet ihn und tut ihm in der Seele wohl.

Als er zu seiner alten Weide und den anderen Tieren zurückkommt, freuen sich diese, ihn wiederzusehen, und heissen ihn willkommen. Auch der Bauer verzeiht ihm und lässt ihn wieder auf seine alte Weide.

 

Die Meinung des Kurzen

Mein Sohn ist jetzt knapp über sechs Jahre alt, die Altersempfehlung des Verlags ist 4-6 Jahre. Er ist also schon fast aus der Zielgruppe rausgewachsen. Trotzdem gefällt ihm das Buch gut.

Er findet es herzig, dass das Lämmchen und Alois befreundet sind. Ebenfalls gefällt ihm, dass am Ende des Buches alle wieder zusammen sind. Dass der Bauer so böse ist und Alois sogar mit dem Stock droht, findet er überhaupt nicht gut, aber dass er dann am Ende auch wieder lieb ist, schon.

Die Bilder findet er schön. Er versteht die Geschichte auch, wenn ich nicht vorlese, sondern er nur die Bilder anschaut (er kann noch nicht lesen).

 

Mein Fazit

Es muss ja nicht immer die Riesengeschichte mit tausend Abenteuern sein. Wobei, Alois ist kein völlig neuer Plott: Es geht um Fehler und Läuterung, um Verbannung und Rückkehr. Themen, die Kindergärteler und Basisstüfeler aus ihrem Alltag kennen: Da geht’s mal ein Bisschen wild zu und her und schon bekommt man eine Strafe und die Spielkamerädchen wollen für den Moment nichts mehr von einem wissen.

Das können die Kinder gut nachvollziehen, denn das geht auch im richtigen Leben so. Deshalb können sie auch gut mit dem kleinen Alois mitfühlen, als er davon läuft.

Mir gefällt „Alois“ sehr gut und ich empfehle es gerne weiter.

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Klappentext:

„Alois, der kleine Stier, weiss nicht wohin mit seiner Kraft. Er stürmt über die Weiden, stösst mit den Hörnern gegen Zäune und überrennt sogar das Lämmchen, das er doch so mag.
Erst als er ganz abseits ist von allen, findet er zu sich… und zurück zu den anderen Tieren.“

„Alois“
Max Bolliger (Text) und Vera Eggermann (Illustrationen)
Atlantis Verlag, Zürich, 2015
ISBN 978-3-7152-0699-8
Empfohlenes Alter: ab 4 Jahren (Kindergarten, Basisstufe)

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