Jesper Juul: „Leitwölfe sein – Liebevolle Führung in der Familie“

Es ist jetzt auch schon wieder ein paar Monate her, dass Jesper Juuls neues Buch veröffentlicht wurde (bald schon kommt das Nächste). Und ich sitze gerade hier, denke dass ich endlich etwas darüber schreiben sollte und frage mich, weshalb mir das so grosse Mühe bereitet.

Unser Sohn braucht Leitplanken und jemand, der vorausgeht, ihn anführt. Tun wir Eltern das nicht, ist er orientierungslos, macht viel Unsinn und wird in seiner Unsicherheit auch mal aggressiv. Es ist unsere Aufgabe, ihm zu zeigen, wo der Norden liegt – hinfinden tut er dann selber.

Führung nach Jesper Juul – das tönte für mich nach einem nützlichen Buch und ich freute mich, als der Beltz-Verlag es mir schicken wollte.

Ich habe in meinem Elternleben schon viel von Jesper Juul lernen dürfen. „Dein kompetentes Kind“ und „Nein aus Liebe“ gaben mir wichtige Impulse und ich lese gerne Interviews mit dem Meister. Man könnte mich also schon fast als Juul-Groupie bezeichnen.

Aber bei den „Leitwölfen“, da habe ich meine Mühe. Als es ankam, habe ich gleich ein Bisschen darin herumgelesen, es dann für später weggelegt; dann lag es monatelang auf dem Nachttisch. Irgendwie wurde es immer wieder von anderen Büchern und Ratgebern überholt. Das ist bei mir normalerweise das Todesurteil für ein Buch. Aber hier reden wir über Juul! Also gab ich ihm eine zweite Chance…

Seit nunmehr zwei Wochen versuche ich verzweifelt, mit den „Leitwölfen“ warm zu werden. Führung in der Familie – das tönt grundsätzlich gut, das ist es auch, was mein Mann und ich umzusetzen versuchen. Zudem ist das Buch als eines angekündigt worden, das auch für Eltern von Kindern, die aus dem Kleinkinderalter herausgewachsen sind, lehrreich ist.

Leider aber ist es nicht viel mehr als alter Wein in neuen Schläuchen. Ja, ok, beim Lesen habe ich oft genickt. Aber irgendwie ist nichts hängen geblieben, ausser meinem Ärger über die Männer-Frauen-Kapitel. Wieso nur schafft Juul es nicht, ohne diese veralteten Genderstereotypen auszukommen und die Individuen hinter den Schubladen zu blicken?

Sehr gefallen hat mir das 12. Kapitel. Es trägt den Titel „Fallgruben für Leitwölfe“ und beschreibt beispielhaft fünf moderne „Erziehungsstile“ und deren Knackpunkte. Juul macht das auf eine zwar anerkennende Art und Weise, aber mit sehr offenen, sehr kritischen Worten. Es hat mich animiert, mein eigenes Erziehungsverhalten durchzudenken und auf die kritischen Punkte hin abzuklopfen. Wenn man nicht aufpasst, kann man effektiv sehr schnell in eine der beschriebenen Fallen tappen. Für mich lohnt sich deshalb die Anschaffung des Buches allein für dieses eine Kapitel.

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Klappentext:

„Kindern kann nichts Besseres passieren als Eltern, die liebevoll ihre Führungsrolle in der Familie wahrnehmen. Klare Entscheidungen treffen, dabei auch Unpopuläres durchsetzen und zu einem zeitgemässen Autoritätsverständnis finden – der erfahrene Familientherapeut ermutigt Mütter und Väter, einen Führungsstil zu entwickeln, an dem alle wachsen: Kleinkind, Teenager und nicht zuletzt die Eltern selbst.“

„Leitwölfe sein – Liebevolle Führung in der Familie“
von Jesper Juul, übersetzt von Nuka Matthies
Verlagsgruppe Beltz, Weinheim, 2016
ISBN 978-3-407-86404-8

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