Trekkie Mom

I’ll never force my children into religion.
When the right time comes, I’ll explain to them the differences and they can choose between Star Trek and Star Wars.
(Quelle: Internet)

Meine eigene Wahl habe ich vor langer Zeit getroffen: Ich bin eine Trekkie Mutter. Die sind wie normale Mütter, nur cooler. Ich habe alle TOS (die Originalserie mit Kapt’n Kirk) gesehen, und mehrfach alle Folgen von TNG („The next generation“, auf Deutsch „Das nächste Jahrhundert“). Star Trek TNG ist meine liebste Fernsehserie. Deep Space Nine habe ich einmal durch, auch das sind interessante Geschichten aber höchstens als Ergänzung zu TNG, nicht als eigenständige Serie. Voyager hingegen habe ich ebenfalls geliebt, Janeway ist fast so sehr mein Lieblingscaptain wie Picard.

Was ist die Faszination? Einerseits die Diskriminierungsfreiheit (soweit ich das als weisse Mitteleuropäerin aus der gebildeten Mittelklasse überhaupt einschätzen kann). Da gehören sogar allein erziehende Mütter zum Brückenteam, und auch Benachteiligung in Sachen Kinderbetreuung etc. ist alles kein Thema. Auf der Enterpreise hat es sogar eine (kostenlose!) Kindertagesstätte. In den späten 1980er und frühen 90er Jahren war das schon was, damals galten Kitas in unseren Breitengraden noch als böse Orte, wo böse – egoistische! – Eltern ihre vernachlässigte Brut hinbrachten, um dem schnöden Mammon nachzujagend. Ich kann mich aber nicht erinnern, ob da auch ausserirdische männliche Erzieher beschäftigt waren oder ob die Gleichberechtigung dann doch nicht ganz so weit ging.

Auch Alkohol und Drogen sind auf der Enterprise kein Thema mehr. Jean-Luc Picard stammt zwar von einem Weingut, der dortige Wein enthält jedoch keinerlei berauschende Substanzen, wenn ich mich richtig erinnere. Die Erde ist wieder begrünt und sowohl die Umweltprobleme als auch Bevölkerungsexplosion, Welthunger, Epidemien und ungleiche Ressourcenverteilung gehören der Vergangenheit an. Die Menschen leben seit dem letzten Weltkrieg in Frieden miteinander. Kein Wesen fügt einem anderen Leid zu (ein Thema, das auch in anderen SF- und Fantasy-Epen vorkommt, wie beispielsweise bei Anne MacCaffrey, wo die Guten alle Veganer sind und nur böse Leute Fleisch essen).

Daneben ist Startrek einfach supergutes Storytelling. Gute Autorenteams erzählen spannende Geschichten über starke Charaktere und interessante innere und äussere Konflikte. Jede/r Zuschauer/in hat ihren Lieblingscharakter und fiebert mit dessen Entwicklung mit. Das Menschsein, die Existenz als Mensch, was macht den Menschen überhaupt aus, wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet (Data in TNG und 7of9 in Voyager) und die Fragen werden nie abschliessend beantwortet. Macht einem die Geburt zum Menschen? Die Gene? Unser Werdegang, unsere Biographie, unsere Erfahrungen? Oder machen unsere Zweifel und Ängste uns erst menschlich? Unsere Gefühle? Unser Handeln? Die Fähigkeit, zu Fühlen, die Fähigkeit, mitzufühlen?

Weshalb auch immer… Star Trek hat mich lange begleitet und auch beeinflusst. Mein Junge findet es cool, eine Mutter zu haben, die mit Raumschiffen und ausserirdischen humanoiden Rassen und so was auskennt. Obwohl er eine Star-Wars-Mom vremutlich noch einen Tick kühler finden würde, schliesslich hat er jetzt ein Laserschwert.

2 thoughts on “Trekkie Mom

  1. Impressions of Life

    Sehr cool geschrieben! Ich hab gestern auch angemeldet, das ich so ein Shirt haben möchte! Nun ja bei mir müsste man tatsächlich noch StarWars drauf machen. Ich weiß die meisten trennen das, ich nicht. Liebe Grüsse

    Reply
    1. Mama hat jetzt keine Zeit Post author

      Ich habe es tatsächlich bisher nicht geschafft, einen Star Wars-Film zu Ende zu schauen – ich falle dabei zuverlässig in Tiefschlaf.
      Damit will ich Star Wars mitnichten schlechtreden, ich habe absolut keine Ahnung, was die Filme bei mir triggern.

      Reply

Deine Meinung interessiert mich: