Category Archives: Blogstöckchen

vereiste Hagebutte

Fragebogen 2016

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Alles in allem gar nicht so übel. Eine 8 würde ich sagen, so übers Jahr aus gerechnet.

 

2. Äusserliche Veränderungen?

Ich bin letzten April 45 geworden, das darf man mir auch ansehen. Mein Kleidungsstil wird sich wohl nicht mehr wesentlich verelegantisieren. Die Haare sind immer noch im Hagazussa-Style. Mir gefällt’s. Ab- oder zugenommen habe ich nicht wesentlich, aber mich deucht, ich sei etwas besser in Form als Anfang ’16. Continue reading

Halbe Jungen und richtige Mädchen #WasAndersWäre

Relay

Staffelübergaben (PublicDomainPictures / Pixabay)

Almut Schnerring und Sascha Verlan (“Die Rosa-Hellblau-Falle” – Werbelink) hat vor ein paar Wochen ein Blogstöckchen in den Raum geworfen, das mir einiges zu Denken gegeben hat, Die Frage lautet: Was wäre anders, wenn Du vom anderen Geschlecht wärst?

Ich habe bisher äusserst interessiert mitgelesen und nun hat Mama on the Rocks das Stöckchen an mich weitergegeben (ihr Beitrag “Ich will kein Mann sein” enthält übrigens ganz viel typischen Mädchenkram 😉 )

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Fragebogen 2014

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

7

2. Zugenommen oder abgenommen?

zu und wieder ab

3. Haare länger oder kürzer?

verhutzelter (siehe Punkt 7)

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

langsam werden die Arme zu kurz und ich überlege seit Monaten, zum Optiker zu gehen

5. Mehr Kohle oder weniger?

Immer weniger als nötig, aber irgendwie haben wir es wieder ein Jahr weiter geschafft. Eigentlich erstaunlich gut, denn obwohl ich an jedem Monatsende die Magengeschwüre wachsen fühle, konnten wir uns doch von Herbst bis jetzt durch mehrere Engpässe hindurchwursteln.

6. Besseren Job oder schlechteren?

Langsam besser, aber rein wirtschaftlich reicht es einfach hinten und vorne nicht.

7.  Mehr ausgegeben oder weniger?

Ich glaube es war etwas mehr als 2013. Denn wir haben jetzt ein generalüberholtes Holzboot, einen neuen Kühlschrank, eine neue Waschmaschine, und zwei neue Autos. d.h. andere, etwas weniger alte Autos. Und Zähne. Himmeltraurige Herrgottslotterzähne, die waren sauteuer (für den Friseur hats dann halt nicht mehr gereicht).

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Eine DVD in einer Verlosung und 1000 Superpunkte in einer anderen.

Ansonsten haben wir neue Nachbarn gewonnen, und die alten, die weggezogen sind, zum Glück nicht ganz verloren. Wobei mir das spontane Kaffeetrinken mit meiner Freundin Anna doch schon sehr fehlt.

9. Mehr bewegt oder weniger?

In der Gemeinde durften wir die Eröffnung unseres Kinderhortes feiern und es scheint dort wirklich gut zu laufen. Natürlich muss man noch einiges optimieren, aber der Hort deckt ein echtes Bedürfnis ab und es ist schön, die Dankbarkeit der Eltern zu spüren. Und noch viel wichtiger: Die Kinder lieben es, dorthin zu gehen! Wir haben wunderschön renovierte Räumlichkeiten und ein tolles, motiviertes, junges Team.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Bei mir liefs dank Schulter-OP im März besser als letztes Jahr. Seit Herbst macht mir der Magen zu schaffen.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?

Die Sache mit dem Magen macht mich momentan fertig, weil es irgendwie keine Ursache für die ständigen Probleme gibt. Das ist noch nicht ausgestanden und demnächsten stehen ein paar unangenehme Untersuchungen an.

12. Der hirnrissigste Plan?

Keine Ressourcen für hinrissige Pläne.

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Die fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des Kantons Neuenburg ist momentan ungefähr das Gefährlichste, was wir so unternehmen. Für mehr reichen unseren Ressourcen z.Z. nicht aus.

14. Die teuerste Anschaffung?

DSC01288Die Generalüberholung unseres Bootes. Ist das eine Anschaffung?

15. Das leckerste Essen?

Ich bin jetzt nicht so der Fischfreak, aber die frittierten Fische mit gedämpftem Mangold in der Gostionica Gožinka auf Rab hat es mir schwer angetan. Die habe ich gleich zweimal hintereinander gegessen. Und als Söhnchen frittierte Tintenfischchen entdeckte (mit Beinchen!), war ich hin und weg. Der hat die fürchterlichen Viecher mit beiden Händen in sich reingestopft, dass es mich gar gruselte, ich aber auch nicht wegschauen konnte. DSC01615
Und dann wurde im Dorf ein neues Thai-Restaurant eröffnet, von dem ich nicht genug kriegen kann.

16. Das beeindruckendste Buch?

Lindbergh von Torben Kuhlmann.

17. Der ergreifendste Film?

Seit langem habe ich mir wieder mal Forrest Gump und Grüne Tomaten reingezogen. Ganz allein mit einer Flasche Rotwein. Wie erwartet habe ich bei beiden rumgeheult. Das gehört so.

18. Die beste CD?

Mozart l’égyptien von Hugues de Courson. Hammer!

19. Das schönste Konzert?

Das Brunnekonzert des ersten Kindergartens von Boudevilliers. Echt, ich war zu Tränen gerührt, obwohl Kurzer statt zu singen lieber vor Verlegenheit rumhampelte und ab dem Bänklein fiel.

20. Die beste TV-Serie?

Major Crimes.

21. Die meiste Zeit verbracht mit?

Kurzem, mir selber, Langem, Spikes, Tisha und meinem Computer.

22. Die schönste Zeit verbracht mit?

Mir selber, Kurzem und Lagem.

23. Zum ersten Mal getan?

Kurzen zur Schule gebracht.

24. Nach langer Zeit wieder getan?

In einem P38a gefahren.

25. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Da gabs einiges. Aber ich mag nicht darüber reden, sorry.

26. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Dass es wirklich nötig ist, den Schulbus um 8h15 nicht zu verpassen und dass dieser nicht wartet, nur weil jemand noch etwas länger Legölen möchte.

27. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Ich glaube, Kurzer hat sich irrsinnig über sein Geburtstagsfest gefreut. Da waren wir am Picknickplatz im Wald und haben Stockbrot und Bratäpfel gemacht.

28. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Ein selbst gemachtes Buch, über das ich ja auch noch bloggen wollte, kommt mir jetzt gerade in den Sinn.

2014-12-12 17.51.00

29. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Tausend Mal “Mama, i ha di gärn”!

30. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

“Wenn Du mich nicht mehr gern hast, habe ich Dich halt doppelt gern”

31. Deine Lieblingsblogs des Jahres?

“Die wo immer” stand hier zuerst. Aber es gab natürlich auch Neue, darunter unter anderen Gedankenpotpourri und die wunderbare Frau Nieselpriem.

32. 2014 war mit einem Wort:

Zäh.

33. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchen vom vorigen Jahr!

2013201420152016 – 2017 – 2018 – 2019 – 2020

 

Relay

Stöckchen: Mein Jahr 1996

Relay

Staffelübergaben (PublicDomainPictures / Pixabay)

Es ist schon über einen Monat her, dass mir Percanta das Jahr 1996 zugeteilt hat, um etwas darüber zu schreiben.

Die Stichworte sind immer die gleichen, nur die Antworten ändern sich. Was ich bisher über diesen Staffellauf gelesen habe, dünkt mich arg neuzeitlich, ich würde deshalb gerne ein Achziger-Jahre Special veranstalten. Wer das Jahrzehnt von Flashdance, Steghosen, Schulterpatten und Top Gun noch persönlich erinnern kann, möge sich in den Kommentaren melden und Kurzer teilt ihr oder ihm ein Jahr aus diesem grandiosen Jahrzehnt zu.

 

Alter: Sanfte 25 Jahre. Die ich nicht mehr zurückhaben möchte. Nur damit das auch gesagt ist.

 

Wohnort: Im Bezirkshauptort des Val-de-Ruz, etwa in der Mitte zwischen den Städten Neuchâtel und La Chaux-de-Fonds. Ja, das gibt es und ja, dort leben tatsächlich Menschen und nicht nur Füchse und Hasen.
Wieso überhaupt jemand auf die Idee kommt, dorthin zu ziehen? Muss ich mehr sagen als: 4.5 Zimmer, 120 Quadratmeter, Keller, Estrich, Garten, Parkplatz, 680.– warm?
Ausserdem ist es sehr schön dort! Heute hat sich ja einiges geändert, aber damals hatte man dort echt die Vorteile von Stadt und Land gleichzeitig. Voll auf dem Land, so richtig mit Kühen und so, aber alle Infrastrukturen vor Ort. Nur am ÖV haperte es noch heute.

 

Aufenthaltsort: Universität Neuchâtel. Sofa. Amt für Bundesbauten in Bern. Stadttheater Bern. Zug zwischen Les Hauts-Geneveys und Bern.

 

Beziehung: Da muss ich Euch enttäuschen, da waren meine wilden Jahre schon längst vorbei. Die Sache zwischen Langem und mir scheint länger zu gehen als ursprünglich geplant war. Ich könnte nicht mal guten Gewissens schreiben, dass es kompliziert gewesen sei. Ist es nicht. Wenns passt ist es ganz einfach.

 

Beruf: In dem Jahr war ich mit dem Studium fertig. Im Früjahr gab ich mein Memorandum fürs Staatsexamen in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ab und bestand dieses überraschenderweise sogar. Als professionelle Prokrastinöse hatte ich glaubs schliesslich die paar hundert Seiten in zwei Wochen in die Maschine gehackt – natürlich nachdem ich monatelang damit schwanger gegangen war respektive Inspiration in diversen Neuenburger Altstadtkneipen gesucht und beim Kartenspiel gefunden hatte. Das Thema war aber ein anderes.
Danach war ich dann, wie es sich für eine Sozialwissenschaftlerin gehörte, arbeitslos. Das RAV fand dann, ich müsse erst mal arbeiten lernen meine Qualifikationen verbessern und schickte mich in diverse Beschäftigungsmassnahmen Praktika. Beispielsweise im Stadttheater Bern, wo ich lernte, Einsatzpläne auszudrucken, mit der Schere auszuschneiden und an diverse Pinnwände zu pinnen. Oh ja, und die interne Post durfte ich auch verteilen. Immerhin, der einblick in die Welt des Theaters und der Oper war wirklich spannend.
Um den Fängen der RAV zu entkommen meldete ich mich dann lieber bei einer Zeitarbeitsfirma an und arbeitete den ganzen Winter über in einem Bundesamt, das es heute nicht mehr gibt. Es war ein tolles Team und eine tolle Zeit!

 

Musik: Polo Hofer, das Urgestein des Schweizerdeutschen Rockmusik, sagte mal: “Die Musik der Neunziger Jahre ist wie ein Schnupfen. Unangenehm, aber geht vorbei.” Musikalisch bin ich ja immer noch in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrtausends hängen geblieben, da kann ich nix dagegen, das sind und bleiben die geilsten Jahrzehnte für Menschen wie mich, die sich gerne metallischen Gitarrenklängen hingeben.
Ein Blick in die Jahreshitparade von 1996 zeigt aber, dass es doch nicht ganz so schlimm gewesen sein kann, wie es im Rückblick aussieht. Ok, da war dieses Macarena. Meine 120-Kilo-Nachbarin aus dem oberen Stockwerk liebte das Lied und spielte es manchmal stundenlang rauf und runter. Und tanzte dazu.
Aber sonst so? Lemon Tree von Fools Garden mach ich noch heute. Killing me softly der Fugees ist auch ganz nett. Wer erinnert sich noch an Ich find’ dich Scheisse von Tic Tac Toe? Da konnte man so schön mitgrölen. Bei Zehn Kleine Jägermeister der Hosen erst recht. Aber sonst? Nur akustisches Gepiesel, das einem die Ohren zukleisterte. Echt jetzt. Die Neunziger waren musikalisch ganz schlimm.

 

Haare: Muss ich überlegen. Ich glaube, da war ich von Dunkellila und Purpur wieder bei Wasserstoffblond angelangt gewesen. Raspelkurz natürlich.

 

Sport: Ich musste 1993 wegen einer chronischen Schulterverletzung den Volleyball, den ich hochleistungsmässig durch die Gegend geprellt hatte, an den Nagel hängen und habe seither nie mehr aus Bewegungsgründen transpiriert.

 

Urlaub: 1996 hatten wir gefühlt endlos Kohle und kauften uns im Frühjahr einen Landrover. Langer fuhr damit zweimal nach Grossbritannien und im September, als ich an den mündlichen Abschlussprüfungen vor lauter Nervosität an Montezumas Rache litt und beschloss, das Klo nicht mehr zu verlassen, bis alles vorbei wäre und scheiss aufs Examen, fuhr er in 20 Stunden in einem Rutsch von Salisbury nach Neuchâtel, um mir einen Arschtritt zu verpassen und mir die Hand zu halten. So einer ist mein Langer!

Ich selber fuhr in dem Jahr nirgendwo hin.

 

One Lovely Blog Award

lovely blogSo viele von Euch haben mich für diesen netten Award nominiert, unter anderem

und sicher noch ein paar Andere, die ich im Eifer des Gefechtes gar nicht mitbekommen habe. Ich fühle mich sehr geehrt.

Ihr lieben Leute, Ihr müsst mich bitte entschuldigen. Ich möchte da nicht mitmachen. Im Moment schaffe ich es nur ganz knapp, überhaupt die Texte zu schreiben, die mir am Herzen liegen.

Danke für Euer Verständnis und auf Wiederlesen!

 

P.S. Ein Lesetipp zum Thema “Nicht mitmachen”:

„Die Bibel“ und „Das Kapital“ – 10 Bücher, die mich geprägt haben

lesen

Lesen. Immer und überall.

Dafuq? fragten sich einige, als sie neulich meine „10 Bücher, die mich fürs Leben geprägt haben“-Liste auf Facebook sahen. Es geht ein Spiel um, bei dem man spontan aus dem Bauch heraus die 10 Bücher nennen soll, die einen fürs Leben geprägt haben.

Meine Liste war ein ziemlich durcheinander gewürfeltes Sammelsurium an Literatur und aus den Kommentaren entnahm ich einen gewissen Erklärungsbedarf. So be it.

1. Die Bibel

Auch wenn ich mich heute nicht mehr als Christin bezeichnen würde, hat mich dieses „Buch der Bücher“ doch seit meiner Kindheit begleitet. Ich habe sie mehrmals von vorne bis hinten durchgelesen. Zuerst mit Kommentaren und Interpretationen des Bibellesebundes, später – nachdem ich schon einige Äpfel intus hatte – dann auf eigene Faust und mit eigenem Gehirn.
Ich las sie unter verschiedenen Perspektiven: Als Wort Gottes an die Menschen, als Geschichtsbuch, als Geschichtenbuch und als Inspiration für mich und meine persönliche Entwicklung.
Sie hat mich berührt, wütend oder traurig gemacht, zum Nachdenken und zum Weinen gebracht, aber sie hat mich nie unbeeindruckt gelassen.
Ihre Lektüre war es paradoxerweise auch, die mich schliesslich zu meinem heutigen Agnostizismus geführt hat.

2. „Das Kapital“ von Karl Marx

Ähnlich wie bei der Bibel ist das ein Buch, das niemanden kalt lässt. Man mag es oder man hasst es, aber bei jedem, der es liest, hinterlässt es gewisse Spuren. Wer Soziologie und / oder Wirtschaftswissenschaften studiert, kann ihm keinesfalls entkommen.
Mich hat es während meinen Studienzeit ein paar Jahre lang begleitet. Aber im Rückblick lag das eher an meinem sozialen Umfeld und den Leuten, die ich bewunderte und zu denen ich gehören wollte, als an meiner echten, tiefen Überzeugung.

3. Die kleine Hexe von Otfried Preussler

Mein erstes eigenes Buch und meine erste Begegnung mit dem Okkulten. Was ich aus der „Kleinen Hexe“ für mein ganzes Leben mitgenommen habe ist die Erkenntnis, dass nicht eine Gabe einem gut oder böse macht, sondern das, was man daraus macht.

4. Momo von Michael Ende

Momo, die Geschichte des kleinen Mädchens, das am Ende die grauen Männer besiegt, das sich seine Kindlichkeit und die ihr innewohnende Schwerelosigkeit bewahren kann. So zauberhaft und poetisch. Ich habe nicht mehr alles präsent, erinnere mich aber an das Gefühl beim Lesen.

5. Stein und Flöte von Hans Bemmann

Darüber gibt es nicht viel zu sagen, ausser: DRINGENDE Leseempfehlung für alle, die es noch nicht kennen.
Was ich aus dem Buch für mein Leben mitgenommen habe? Schwierig zu sagen, da es bei mir je nach Lebensalter und -situation andere Seiten zum schwingen gebracht hat. Es gehört definitiv zu den Büchern, die man so alle 10 Jahre wieder lesen sollte. Es ist ein Entwicklungsroman und ein Fantasyroman rund um das Thema „sei vorsichtig mit Deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen“.

6. Die linke Hand der Dunkelheit und Planet der Habenichtse (Die Enteigneten) von Ursula K. Le Guin

Beides sind Utopien dieser Grand Lady der Science-Fiction-Autorinnen, bei Left Hand of Darkness versucht sie, sich einer genderfreien Gesellschaft anzunähern, beim Planet der Habenichtse geht es um Klassenfreiheit. Beide denken out of the box und bringen einem zum Nachdenken.

7. Der Fänger im Roggen von J.D. Salinger

Die Sache mit der zerdrückten Maus bleibt bis an mein Lebensende hängen.

(Frau Brüllen hat mich in den Kommentaren darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Sache mit der Maus wohl bei John Steinbeck abgespielt haben muss und gar nicht bei Salinger…. allein das beweist, wie berauschend ich die Literatur fand, die zu lesen ich im Englischunterricht gezwungen wurde).

8. Der kleine Unterschied und seine großen Folgen von Alice Schwarzer

Stellvertretend für den Gleichheitsfeminismus hätte ich auch Simone de Beauvoir mit ihrem „Anderen Geschlecht“ und noch ein paar andere Autorinnen nennen können. Sie alle haben meinen Lebensweg mehr beeinflusst, als ich vor Zeugen zugeben würde.

9. Ursprünge und Befreiungen von Carola Meier-Seetaler

Meier-Seetaler steht wohl eher für Differenzfeminismus und Ökofeminismus, von dem ich heute weit entfernt bin. Aber auch sie gab mit ihren „Ursprünge und Befreiungen“ ein paar Impulse, die mich und meine Weltanschauung nachhaltig beeinflusst und verändert haben.

10. Die Abenteuer von Alanna von Trebond von Tamora Pierce

Alanna, sie steht stellvertretend für die gesamte Mädchen-verkleidet-sich-als-Junge-Literatur, die ich als Jugendliche verschlungen habe. Alanna will Ritter werden, darf aber nicht, weil sie ein Mädchen ist. Ihr Zwillingsbruder will studieren, darf aber nicht, weil er Ritter werden muss. Also tauschen die beiden kurzerhand Kleider und Ausbildungsplatz…
Ich stamme noch aus einer Zeit, wo Mädchen noch Mädchenzeugs machten und Frauenberufe lernten. Vorbilder für alternative Berufswege gab es im richtigen Leben kaum welche, also stürzten wir uns auf Geschichten wie den Alanna-von-Trebond-Zyklus: Die schwarze Stadt, Im Bann der Göttin, Das zerbrochene Schwert und Das Juwel der Macht.
Ich liebe ihn heute noch.

Staffelübergabe (Bild: Gabi Eder / pixelio.de)

Immer diese Staffelläufe

Obwohl ich im Vergleich zu heute mal eine sehr sportliche Person gewesen bin, erinnere ich mich an die Staffelläufe im Turnverein nur mit grösstem Grauen: Ich war immer, wirklich und ausnahmslos immer die Person, wegen der mein Team den Lauf verlor. Sei es, weil ich auf Kurzstrecken eine totale Nilpe war (und immer noch bin) oder weil ich grundsätzlich immer den Stab bei der Übergabe fallen liess. Und nun kommt die liebe Cloudette (verrätst Du mir irgenwann, ob man Deinen Namen französisch oder englisch ausspricht?) und wirft mir einen Blogger-Staffelstock zu. Ignorieren geht nicht, sonst wird sie noch auf mich böse. Also: Continue reading

Fragebogen zum Jahresrückblick 2013

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

8

2. Zugenommen oder abgenommen?

ab und zu

3. Haare länger oder kürzer?

immer gleich wie immer

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Mich deucht ich sei in letzter Zeit etwas weniger maulwurfig unterwegs. Meine Kurzsichtigkeit scheint sich langsam zu neutralisieren.

5. Mehr Kohle oder weniger?

Weniger. Als ich wegen Kurzens gesundheitlichen Problemen im ersten Lebensjahr meine Stelle “in gegenseitigem Einvernehmen” *hüstel* *räusper* nicht mehr hatte, aufgeben musste, verlor weil der AG dringend einen Ersatz für mich brauchte, hatten wir finanzielle Reserven für ein, maximal zwei Jahre. Das ist jetzt über vier Jahre her und ich entwickle mich langsam zum Finanz-Jonglier-Genie. Ob man diese Fähigkeit wohl auch zu Geld machen könnte? Hmmmm….. *überleg*

6. Besseren Job oder schlechteren?

Immer besser! In diesem Jahr habe ich erstmals einen Vertrag als “feste freie Mitarbeiterin” bekommen, das fühlt sich doch gleich ganz anders an.

7.  Mehr ausgegeben oder weniger?

Eher weniger. Zwangsläufig. Weil 5.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Neue Bekanntschaften und Freundschaften, zahlreiche Einsichten und Erkenntnisse.

9. Mehr bewegt oder weniger?

In meiner Wohngemeinde durfte ich mithelfen, einiges in Bewegung zu bringen, unter anderem einen Kinderhort, der wenn alles gut läuft im Sommer ’14 eröffnet werden wird.

Mich selber hingegen habe ich wohl weniger bewegt als je zuvor.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Puh… Seit Oktober hatte ich einen Lauf, sage ich Euch. Aber schon vorher hat’s gehapert, eine ewige Verletzung am Fusselenk, Tennisellbogen, Sehnenscheidenentzündung im Arm, ein Lipom, das mich ganz schön schlaflos machte bis klar war, dass es harmlos war und das neue Aufflammen meiner alten Volleyballerschulter inklusive Verkalkungen an den Sehnenansätzen haben zu einem eher mühsamen zweiten Halbjahr geführt.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?

Die Schulter hat mich am meisten behindert und war die Wurzel des Übels für die anderen Beschwerden. Wer nachlesen mag:  Impingment-Syndrom.
Schmerzen, schlechte Laune, Stress durch monatelange, zweimal wöchentliche Physiotherapie….

12. Der hirnrissigste Plan?

Allein vom Schreiben leben zu wollen und deshalb keine Stelle anzunehmen, nicht mal eine Temporärstelle, sondern alle Kräfte auf Plan A zu konzentrieren.
Wenn Langer nicht so viel Vertrauen und so irrsinnig gute Nerven hätte – ich hätte schon lange aufgegeben und wäre zu Plan B übergegangen.

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Nussschale in Kvarner Bucht

Nussschale in Kvarner Bucht

Mit einer winzig kleinen, antiken Nusschale aus Holz in der Kvarner-Bucht rumzudümpeln.

14. Die teuerste Anschaffung?

Ausser Bücher für insgesamt ich weiss nicht wie viele hundert Franken kann ich mich nicht erinnern, in diesem Jahr überhaupt etwas angeschafft zu haben was über Schuhe und Kleiner hinaus ging (weil 5.). Vielleicht der Second-Hand-Wäschetrockner (aber der kostete auch nur einen Lappen)?

15. Das leckerste Essen?

Das Leckerste weiss ich nicht mehr (wir essen immer lecker, da machen wir auch während des strengsten Sparprogramms keine Abstriche).
Am meisten gelacht haben wir, als wir unsere neue Feuerstelle ausprobieren wollten. Kaum war das Fleisch auf dem Grill, zog im Himmel oben jemand die Wasserspülung. Wir beendeten die Mahlzeit unter dem Gartentisch.

16. Das beeindruckendste Buch?

In diesem Jahr habe ich extrem viel gelesen. Nur wenig Belletristik (“Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” – Partnerlink – und der neue Brunetti – Partnerlink), beide sind nicht schlecht aber vom Hocker gerissen haben sie mich auch nicht.

Fachliteratur habe ich mir vor allem Schreibe- und Journalistik-KnowHow angeeignet. Aus der Masse der Ratgeber herausgestochen ist dabei für mich vor allem “Deadline” von Constantin Seibt (Partnerlink). Nützlich, viele praktische Tipps und Tricks aus dem Nähkästchen und alles immer auf die Schweizer Presselandschaft bezogen.

Im Frühsommer habe ich zudem in der Rubrik “Nachgelesen” angefangen, Ratgeber- und Kinderliteratur zu besprechen. Da kam einiges zusammen. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Verlage, die mir Rezensionsexemplare ihrer Neuerscheinungen zur Verfügung stellen!

17. Der ergreifendste Film?

Dumbo, Bambi und Feivel, der Mauswanderer. Hört auf zu lachen, bei denen heule ich regelmässig Rotz und Wasser!

2013 war ich so mit anderem beschäftigt, dass ich kaum zum Fernsehen, geschweige denn zu einem Kinobesuch kam.

18. Die beste CD?

Meine Entdeckung des Jahres: Die junge US-Fiddlerin Lindsey Stirling! Wer Elektro-Classic-Crossover mag soll unbedingt reinhören! (Partnerlink)

19. Das schönste Konzert?

Das lag leider nicht drin.

20. Die beste TV-Serie?

The Good Wife.

21. Die meiste Zeit verbracht mit?

Kurzem, mir selber, Langem, Spikes, Tisha und meinem Computer.

22. Die schönste Zeit verbracht mit?

Mir selber, Kurzem und Lagem.

23. Zum ersten Mal getan?

Die Sache mit dem Schiff (siehe 13.)

24. Nach langer Zeit wieder getan?

Zwei Wochen lang (fast) offline gewesen.

25. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Siehe 10. und 11. Dann noch den Zahnarzt. Kurzens Zahnunfall.

26. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Dass der Schülerhort / die Tagesschule in unserer Gemeinde nötig ist und rentabel sein können wird.

27. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Ich habe absolut keine Ahnung! Ich mache ständig Geschenke und hoffe, dass die Freude bereiten, aber wissen tu ich es nicht weil ich nicht die Person bin, die anschliessend nach Komplimenten fischt.
Ein Volltreffer war sicher der Trettraktor, den Kurzer zum Geburtstag bekommen hat. Aber der kam von Grosseltern, Patentante, und uns Eltern gemeinsam, nicht nur von mir.

28. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Hach, ich werde so reich beschenkt und bin so viel geliebt, ich weiss gar nicht wo anfangen mit aufzählen.

29. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Tragischerweise gehöre ich nicht zu den Menschen, die sich so was merken und für alle Ewigkeit im Gehirn behalten können. Kurzer und Langer sagen täglich Dinge zu mir, die mir direkt ans Herz rühren.

Beruflich war wohl “ich mag Deine Schreibe, magst Du gegen Geld für mich Artikel schreiben” das Highlight des Jahres.

30. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Ich habe keine Ahnung!

31. Dein Lieblingsblog des Jahres?

Blogmässig bereichernd fand ich 2013 die Blogger-Themen-Tage, die Quergedachtes im März und im Dezember organisiert hat. Ich habe mit je einem Artikel teilgenommen (Hauptsache gesund: Was ist ausser der Angst sonst noch zurückgeblieben und Sprachlos), beide gehören zu den am öftesten angeklickten Artikel von Mama hat jetzt keine Zeit.
Über die Thementage durfte ich zudem Blogs wie Demenz für Anfänger, Leidenschaftlich Widersynnig oder Stark für’s Leben kennen lernen, die ich seither im Feedreader habe und sobald was Neues erscheint, sofort lesen muss.

32. 2013 war mit einem Wort:

bereichernd

(und leidenschaftlich, lehrreich, schmerzhaft, langweilig, schnell, mühsam, schön,………)

33. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchen der anderen Jahre

2013201420152016 – 2017 – 2018 – 2019 – 2020

Mit Stöcken beworfen: 3 x 11 Antworten

Best Blog Award

Best Blog Award

Meistens werde ich bei Stöckchen-Aktionen ja konsequent ignoriert, aber hier hatte ich offenbar weniger Glück und wurde gleich drei Mal für den Best Blog Award “nominiert”.

Das Spiel geht folgendermassen: Die “Nominierten” beantworten 11 Fragen, denken sich 11 neue Fragen aus und geben diese an 11 andere Blogger weiter. Die die meisten Blogs, die ich lese, bereits mitgemacht haben verzichte ich hier auf das Stellen neuer Fragen und aufs Taggen neuer Blogger*innen. Wenn Du mitmachen möchtest, schnapp Dir einfach nach Gutdünken 11 der Fragen und beantworte sie.

Connys Fragen

Conny von all my true stories stellte folgende 11 Fragen:

1. Wie und wann bist du zum Bloggen gekommen?

Wie? Ich hatte das Bedürfnis, meine Meinung über gewisse Dinge der Weltöffentlichkeit kund zu tun und die Texte später auch wieder zu finden. Das war irgendwann in den frühen zweitausender Jahren. Leider habe ich die Adresse meines ersten Blogs verhühnert, aber die Texte sind noch irgendwo da draussen.
“Mama hat jetzt keine Zeit” fing ich an, um gewisse Überlegungen auch mal schriftlich festhalten und öffentlich zugänglich machen zu können. Hauptsächlich weil in den Elternforen, in denen ich mich sonst noch so rumtreibe, gewisse Themen immer und immer und immer wiederkehren und ich nicht immer dasselbe nochmal wiederholen mag. Dann hat sich die Sache mit der Zeit selbständig gemacht.

2. Worum geht es in deinem Blog hauptsächlich?

Elternschaft, Attachment parenting pragmatisch umgesetzt, Persönliches, familien- und gesellschaftspolitische Fragen, Emanzentum und Elternschaft,… Die Themen werden immer weiter, je mehr Kurzer sich vom Babyalter entfernt. Und weil ich viel lese, gibt es auch einiges über Bücher. Schule und Lernen sind etwas, was mich im Moment sehr beschäftigt (Kurzer wird im Sommer bereits eingeschult).

3. Welche Art von Blogs magst du persönlich am liebsten?

Ich interessiere mich für eine breite Themenpalette. Am liebsten lese ich in meiner Freizeit aber “Gemischtwarenblogs”, wo die Leute über das schreiben, was sie im Alltag gerade so bewegt. Zum Recherchieren konsultiere ich gezielt Fachblogs.

4. Weihnachten: Besinnlichkeit oder Stress?

Überflüssig. Wir machen das nur Kurzem zuliebe mit.

5. Was wünschst du dir in diesem Jahr zu Weihnachten?

Dass wir die obligatorische Feierei möglichst rasch und stressfrei hinter uns bringen und danach 2 Wochen lang in Ruhe und ohne weitere soziale Verpflichtungen zuhause in der warmen Stube abhängen können.

6. Verschenkst du eher gekaufte oder selbstgemachte Weihnachtsgeschenke?

Keine Geschenke. Ich mache lieber spontan übers Jahr ein Geschenk, wenn mich was anspringt von dem ich denke, dass es einer geliebten Person gut gefallen könnte. Bei dem weihnachtlichen Konsumrummel mag ich nicht so recht mitmachen. Kurzer durfte ein paar Sachen für Grosseltern und Patentante basteln und bekommt natürlich selber auch ein paar Sachen.

7. Wie würdest du einen perfekten Tag beschreiben?

Aufgrund meines aktuellen Zustandes (seit 2 Wochen mit einer viralen Angina agonierend): Im Bett, alleine, schlafen und lesen.

8. Was ist dein Lieblingsbuch?

Gute Frage, nächste Frage. Sagen wir mal so: Da stehen mehrere Kubikmeter Bücher an meinen Wänden rum. Viele davon habe ich mehrmals gelesen. Die sind alle ein Teil von mir, ich könnte nicht eines benennen, ohne ein anderes zu diskriminieren. Ich könnte nicht mal eine einzelne Autorin benennen, die ich allen anderen vorziehen würde. Am öftesten (wieder) gelesen habe ich wohl den Darkover-Zyklus von Marion Zimmer-Bradley und die Pern-Saga von Anne McCaffrey. Beziehungsweise alles dieser beiden Autorinnen. Aber es gibt so viele andere…

9. Liest du Papierbücher oder ebooks?

Fachliteratur und Rategber zunehmend elektronisch. Einfach aus Platzgründen.

10. Wie entspannst du dich oder tankst neue Kraft?

Allein.

11. Was ist immer dabei, wenn du das Haus verlässt?

Sonnenbrille, Handy, Buch, Portemonnaie, Hausschlüssel.
(als ich mit Rauchen aufhörte benötigte ich mehrere Monate um nicht auf sechs durchzuzählen sondern nur noch auf fünf)

Muttis Fragen

Mutti von Muttis Nähkästchen war auch nur ein klein wenig neugierig:

1. iPhone oder Android?

Android. Das war aber keine politische Entscheidung sondern hat sich einfach so ergeben.

2. Buch oder e-Book?

Siehe weiter oben: Papier fürs Vergnügen, Elektronen für die Arbeit.

3. Big Bang Theory oder Sex and the City?

Weder noch. Big Bang Theory habe ich kein einziges Mal gesehen, von Sex and the City mal eine oder zwei Folgen. Wenn Bildschirm, hänge ich lieber mit meinen Kumpelinen aus dem Internet rum als vor dem TV (deshalb ist beim letzten Umzug konsequenterweise auch das Fernsehgerät zurückgeblieben).

4. Wie isst du deine Manner-Schnitten?

Quer.

5. In 10 Jahren…

Wird Kurzer voll in der Pubertät stecken.

6. Zuletzt gelesenes Buch …

Freizeit: “Reiches Erbe” von Donna Leon.
Beruflich: “Wie Kinder heute wachsen” von Herbert Renz-Polster und Gerhard Hüter
Und für das Wartezimmer bei der Ärztin, wo ich neuerdings so oft rumhänge, habe ich mir ein paar Sachen von Joachim Ringelnatz auf den Kindle gesaugt.

7. Zuletzt gegoogelt …

Weiss nicht mal. Ich google im Tag etwa tausendmal schnell was nach. Momentan recherchiere ich für einen Artikel über introvertierte Kinder, also wars was in dem Zusammenhang. Oder etwas, das mich der Fragling gefragt hat.

8. Mit dem/der würde ich gerne essen gehen …

Alice Schwarzer.

9. Wenn du ein Buntstift wärst, welche Farbe …

Weiss.

10. Dahin geht’s im nächsten Urlaub …

In unsere Werkstatt im Nachbardorf. Und im übernächsten wieder ins Haus der Familie nach Kroatien. Unser Budget lässt leider momentan keine längeren Überlandreisen zu, ansonsten wären wir schon länger Richtung Osten auf und davon gefahren.

11. Wo ich gerne mal geküsst werden möchte …

Wer in meinem Alter noch nicht auf alle vorstellbaren (und unvorstellbaren) Körperstellen geküsst worden ist, hat was falsch gemacht 😉

Aennis Fragen

Und als ich schon dachte ich hätte alles beantwortet, steckte auch noch Aenni von Aenni on Tour ihre Nase in meine Angelegenheiten:

1. Denkst du manchmal in einer anderen Sprache als deiner Muttersprache? Wenn ja, welche und wann.

Ich denke immer in der Sprache, in der ich grad arbeite, schreibe, rede, argumentiere. Jetzt gerade denke ich die Sätze, die ich schreiben werde, in Hochdeutsch voraus. Normalerweise denke ich ja schon in Berndeutsch, aber wenn mein Gehirn auf Hochdeutsch anfängt Sätze zu bilden, weiss ich, dass ich möglichst schnell zu einer Tastatur oder einem Blatt Papier und Stift laufen muss. Wenn ich den richtigen Moment verpasse sind all die brillanten, eloquenten Formulierungen wieder weg und der Text wird langweilig und fad.
Ich hab es ja nicht so mit dem Mündlichen, deshalb bereite ich wichtige Gespräche schon Tage im Voraus im Kopf vor – und zwar in der Sprache, in der ich das Gespräch führen werde. Im Beruf ist das oft Französisch, manchmal auch Englisch oder Hochdeutsch.

2. Welche Eigenschaft an Menschen kannst du auf den Tod nicht ausstehen? Warum?

Wenn einer dem anderen “dr Rhüme nid ma gönne”. Eine sehr unangenehme Unterart der Missgunst. Leider bin ich selber auch nicht immer dagegen gefeit

3. Rituale: Ein anderes Wort für “stumpfsinniger Trott” oder aber Sicherheit vermittelnder Bestandteil deines Lebens?

Ich bin schon ein Gewohnheitstier, muss ich zugeben.

4. Rauchst du/ Hast du je geraucht?

Nein. Ja.

5. Wie lange stehst du morgens vor dem Spiegel?

Ich? Morgens? Morgens hält mich kein Spiegel aus, sorry.

6. Wie häufig schminkst du dich

Wenn ich auf Kundenbesuch gehe, in die Stadt, oder zu jemandem zu Besuch. Dann bürste ich mir auch die Haare.

7. Gehst du gerne in den Zirkus? Warum?

Oh ja, ich alte Nostalgikerin. Die Magie, die Musik, das Licht, die Gerüche, der Zauber….
Die grossen Zirkusse meide ich wegen den Tieren (ich unterstütze die Born Free Foundation, das passt dann einfach nicht zusammen). Ich mag aber den Cirque du Soleil sehr. Die letzte Show, die ich gesehen habe, war eine Luftnummer von Nini de Paris (sehr empfehlenswert!)

8. Was passiert deiner Meinung nach nach dem Tod?

Dann bekommen meine Erben eine allerletzte Steuererklärung und müssen danach mein ganzes Puff ausmisten. Und ich bin fein raus.

9. Was war der erbärmlichste/entwürdigendste (Neben-) Job, den du je hattest?

Ich hatte so einige, aber als “erbärmlich” würde ich keinen davon bezeichnen. Ich denke es würde jedem einzelnen gut tun, mal für eine gewisse Zeit zu kellnern oder im Verkauf zu arbeiten. Beides sind Knochenjobs mit teilweise heftigen Arbeitsbedingungen.

Persönlich sehr entwürdigend fand ich, wenn ich als Werkstudentin im Service jobbte und meinen Kommilitonen aus begütertem Elternhaus die Kotze wegputzte, wenn sie mit ihren Burschenschaften am Saufen waren. Die fanden das auch noch lustig, inklusive Hintern tätscheln und anzüglichen Bemerkungen, versteht sich. Das lag aber nicht am Job an sich, sondern an der Arroganz dieser schlecht erzogenen, respektive total verzogenen Saugofen, die keinen Respekt oder Anstand kannten und sich für von Geburts wegen etwas Besseres hielten.
Da waren ja die Hierarchien total klar:  Hier die Herren Wirtschaftsstudenten aus begütertem Elternhaus, die tagsüber in der Uni ihren Hangouver ausschliefen, dort die Arbeitertochter die abends und nachts Geld anschaffte und tagsüber sich den Hintern aufriss, um die Sache möglichst schnell und möglichst gut hinter sich zu bekommen. Konsequenterweise hatten dann die Berufssöhne nach dem Staatsexamen auch die besseren Jobs und Anfangslöhne, schliesslich kannte Papa jemanden vom Lyons-Rotary-Kiwani-Club oder aus dem Offiziersverein… Soviel zur Chancengleichheit. Hach, das ist 20 Jahre her, aber mir steigt der Senf noch immer in die Nase. Unglaublich, oder?

10. Wie verhältst du dich in einem Museum?

Mich findet man höchstens im Verkehrshaus oder Technorama. Am liebsten Technorama. Am aller, aller, allerliebsten La Villette in Paris. Dort könnte man mich deponieren und ein paar Wochen später wieder abholen gehen, ich hätte nicht mal gemerkt dass ich allein war.

In Kunst- und so’n Zeugs Museümmer hingegen gehe ich eigentlich nicht, die habe ich immer langweilig genug gefunden, um mich mich lauten Witzen oder unangepasstem Verhalten in Verlegenheit zu bringen. Wobei mich das Musée d’Orvey eigentlich noch recht beeindruckt hat. Aber der Louvre dann wieder nicht. Hast Du gewusst, dass die Joconde nur so winzig klein ist?

11. Wie stehst du zu Leggins?

Handgestrickte, lange Unterhosen waren das Trauma meiner Kindheit. Ohne Not würde ich keine anziehen. Höchstens wenn ich bei minus 30° in der Brévine draussen übernachten müsste. Was aber nicht geschehen wird, solange ich mich dagegen wehren kann.