Category Archives: Blogszene

Advents-Intermezzo

In dem ganzen Gerenne wegen Jahresabschluss hier, Weihnachtsfeier dort, Arzttermine hier, Abklärungstermine dort, Training, Therapie, Schulfestkuchenbackundbastelstress schaffen wir es einmal mehr nicht, während der besinnlichen Zeit (ha! ha!) so etwas wie Besinnlichkeit aufzubringen. Zu gross ist der Termindruck. Continue reading

Swiss Blog Family 2016 – Netzwerken und mehr

Es begann mit einem Mittagessen und einer Idee. Ein paar Monate später hatten wir zu zweit einen Anlass für 50 Personen aus dem Boden gestampft, der bei praktisch allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut ankam. Dazwischen lagen zahlreiche Ideen, die wieder verworfen wurden, viele Telefonanrufe und Skypes und viele Stunden Arbeit. Und am Ende fand sie statt, die Swiss Blog Family, das erste Schweizer Treffen der Elternbloggerinnen und -blogger. Continue reading

Mama hat jetzt keine Zeit

Am Anfang war mein Blogname eine Art Wortspiel und sollte darauf hinweisen, dass ich zwischendurch für mein Kind (und auch den Mann) nicht zur Verfügung stehe, sondern meinen eigenen Projekten nachgehe.

Das war vor sechs Jahren…. Unterdessen brummt mein Geschäft, der Sohn wird grösser und entgegen allen Prophezeiungen ist er heute betreuungsintensiver als damals, als er noch nicht zur Schule ging. Continue reading

Bitte weitersagen! Erstes Schweizer Treffen der Familienbloggerinnen und Familienblogger

Es begab sich aber zu der Zeit, als vierzig Tage und vierzig Nächte lang Regen vom Himmel fiel und sich die Tiere zu je einem Paar, das Männlein und sein Weiblein, zu sammeln anfingen, dass sich zwei ziemlich gut erhaltene Damen mittleren Alters irgendwo zwischen Zürich und Bern zu einem Mittagessen trafen. Die Damen stammten aus Bloggerhausen und waren unter den Namen “Mama on the Rocks” und “Mama hat jetzt keine Zeit” weltbekannt. Continue reading

“Gibt es ADHS wirklich?” – ein Rant

(Der hier kritisierte Artikel wurde in der Zwischenzeit von seiner Autorin überarbeitet)

Letzte Nacht ist mir bei beim Surfen auf Facebook eine Userin begegnet, die sich darüber beklagte, dass ein Blogposting von ihr von der Leserschaft zerrissen wurde und ein Shitstörmchen hervorgerufen hat. Beim Versuch nachzuvollziehen, was da geschehen war und stiess ich auf den Artikel “Gibt es ADHS wirklich? Mein persönliches Statement zu ADHS” – und mir stieg der Senf in die Nase. Deshalb möchte ich hier meine ganz persönliche Meinung zu diesen Artikel kundtun. Continue reading

Reisefüdle meets Stubenhockerin: Frau Gminggmangg (#BlogLeseLiebe)

Welche Blogs liest Du?” fragte Mama Notes vor langer Zeit und bat andere Bloggerinnen und Blogger, ihre Lieblingsblogs zu besprechen und unter dem Hashtag #BlogLeseLiebe zu verlinken. In meinem Newsfeed stapeln sich über siebzig Einträge – wie soll man da auswählen?

 

Fahrplanwechselwirkungsimmunität (14. Dezember) Gminggmangg - Mozilla Firefox 15.12.2015 215829 Continue reading

Tür 4 – Weihnachtsgedanken am Kinderbett | Nieselpriem

Heute – auf den Tag 6 Jahre nach dem ALTE meines Sohnes – durfte ich das Adventsfenster auf dem Blog der charmanten Frau Nieselpriem gestalten. Allein ihre Einleitung ist so schmeichelhaft, dass ich vor Scham erröte (aber ich will sie Euch trotzdem nicht vorenthalten):

Katharina lebt in der Schweiz und schreibt auf Mama hat jetzt keine Zeit. Wir haben uns zusammen gefunden, als ich für sie unter einem Pseudonym einen Gastartikel geschrieben habe. Dem folgte oder ging voraus ein sehr interessanter Mailverkehr. Wir teilen viele Erfahrungen, Ansichten und sie war mir vom ersten Moment an grundsympathisch! Auch, weil sie prinzipiell keinen Cent auf allgemein gängige Meinungen gibt und einfach ihr “Ding” macht. Kein Thema ist ihr zu heikel, nichts zu politisch. Sie will es, sie macht es. Ich mag sie dafür sehr! Jetzt aber ging es um Weihnachten. Also mit Weihnachten braucht man Katharina nicht zu kommen. Sie ist der Grinch unter den Elternbloggern. Für uns hat sie trotzdem eine Weihnachtsgeschichte geschrieben und – typisch Katharina – ohne Streuseln, Glocken, Engelsgeläut. Dafür mit Tiefgang und Gänsehaut. Danke Katharina!

Hier geht es weiter: Tür 4 – Weihnachtsgedanken am Kinderbett | Nieselpriem

 

 

Sommerlochfüller: Denk’ ich an Nachbarländer in der Nacht…

Mir gefällt der Artikel  Denk’ ich an Nachbarländer in der Nacht…  von Mrs. Cgn. Deshalb klaue ich die Idee jetzt einfach mal strinkfrech, um das Sommerloch ein wenig auftzufüllen.

Reliefkarte SchweizBy Tschubby (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Was fällt mir zu unseren Nachbarländern ein? Ich gehe im Uhrzeigersinn vor. Continue reading

Anneli oder: Wie man damals auf die Bedürfnisse des Kindes achtete (#Familienalbum)

Blümchenkleid und gestrickte Kniestrümpfe

Frau Mutter fragte nach unserer Kindheit in den 1970er Jahren und machte daraus gleich eine Blogparade: Blogparade #Familienalbum: Unsere Kindheit der 70er und 80er Jahre Frau Mutter Blog. Sie fragte dabei insbesondere nach dem Sicherheitsdenken von damals (frei nach dem Motto: “wir sind Sieger, denn wir haben unsere Kindheit überlebt”).

Nun, die Siebziger, die Zeit in der man Tomboys mit kurzen Röcken und Kniestrümpfen verkleidete. Wir wohl mir in den Zeug war, sieht man dem Bild an 😉

Tragetuch in den 1980er Jahren

neue Moden Anfang der 80er Jahre

Ich wollte aber weder über Sicherheit noch über die gewöhnungsbedürftige Kleidermode der damaligen Zeit referieren, sondern über bedürfnisorientierte Elternschaft oder was man damals darunter verstand. Meine Eltern waren sehr jung und für damalige Verhältnisse neuen Konzepten gegenüber sehr aufgeschlossen. Beispielsweise hatte meine Mutter eines dieser neumodischen Dinger namens “Tragetuch”, wie man sie auf dem Bild rechts sehen kann. Die wurden damals nur von diesen verrückten “Alternativen” und “zurück zur Natur”-Typen benutzt.

Wie dem auch sei, ich schweife ab. Heute gilt es fast als selbstverständlich, dass Eltern auf die Bedürfnisse ihrer Kinder Rücksicht nehmen, insbesondere in den Bereichen, wo weder Sicherheit noch Gesundheit kompromittiert werden. Damals war es auch bei den best meinenden Eltern jedoch Gang und Gäbe, dass Eltern am besten wussten, was für ihre Kinder gut war. Das konnte weit in die Privatsphäre des Kindes hinein reichen.

Meine hübsche junge Mutter war handwerklich sehr begabt. Sie nähte meiner Schwester und mir eigene Puppen, mit Gipskopf, Kleidchen und allem dran. Es müssen wirklich schöne Puppen gewesen sein, so weit ich mich erinnern kann. Meine Puppe hiess Anneli und ich hatte sie sehr gerne. So gerne, dass ich die ganze Zeit mit ihr schmusen wollte. Was wegen des unbequemen Gipskopfes natürlich nicht ging. Also hielt ich sie bei den Füssen und schlug ihren Kopf so lange gegen die Wand, bis er weich und beschmusbar geworden war – und war happy.

Als meine Mutter dies jedoch sah, wurde sie wütend, bestrafte mich dafür, dass ich die schöne Puppe absichtlich kaputt gemacht hatte und nach einigen Wochen bekam ich ein repariertes Anneli wieder – erneut mit hartem Gipskopf. Und schlug es wieder gegen die Wand. Und ein paar Wochen später wieder. Und wieder. Und wieder.

Irgendwann nahmen sie mir das Anneli dann endgültig weg.

Ich war traurig.

Und noch heute wird in der Familie erzählt, dass ich als Kind mutwillig meine Puppen zerstörte. Nach dem wahren Grund hat nie einer gefragt.

So war das in den Siebzigern.

 

Meine sehr verehrten Damen

Meine sehr verehrten Damen,

Lasst es mich gleich offen sagen: Ich lese Bastelblogs nicht und finde DIY-Blogs nur bedingt interessant. Wie auch Blogs über geschätzte 5 Millionen andere Hobbys, mit denen ich nichts anfangen kann.

Eine Frau hat eine Polemik über die DIY-Epidemie geschrieben, die z.Z. unter Müttern herrscht: “Hilfe! Ein Häkeldiplom!” Ich habe beim Lesen ein paar Mal gegrinst, genickt, den Artikel im Gehirn unter “belanglos” abgespeichert und mich dann weggeklickt. Das war vor zwei Tagen.

Als ich vorhin meinen Computer anschaltete verstand ich die Welt nicht mehr. Über Nacht steht die Mama- und DIY-Blog-Szene steht kopf, rebloggt, schimpft und schandet und bricht Stäbe über dem Kopf der Autorin des besagten Artikels.

Leute, die Frau mag Euer Hobby nicht – aber daneben hat sie auch eine durchaus interessante Frage gestellt: Ob es zwischen all den 50er-Jahre-Charme versprühenden lila-rosa-Blogs mit Häkeldeckchen einerseits und dem antifeministischem Backlash, unter dem wir zur Zeit alle zu leiden haben, andererseits, wohl einen Zusammenhang gäbe.

Darauf könnte man inhaltlich antworten. Man könnte darauf hinweisen, wie hochpolitisch die geschmähten Muttiblogs sein können (und meiner Meinung nach auch sind). Man könnte darauf hinweisen, dass ein Hobby ein Hobby ist oder dass das, was eine in ihrem Blog der Weltöffentlichkeit präsentiert, nur ein winzig kleiner Ausschnitt ihrer gelebten Realität ist, etc. Es gäbe ganz viele inhaltliche Antworten, die man ihr geben könnte, sofern man überhaupt Antworten will und sich nicht einfach wegen Desinteresse oder Bullshitalarm wegklickt.

Aber nein, die Muffinsfraktion schickt die geballte Mobbingpower raus!

Logo, sie war nicht gerade zimperlich und hat auch ganz schön ausgeteilt. Aber trotzdem, meine Damen. Über 750 Kommentare in zwei Tagen und alle paar Minuten kommt noch ein Neuer hinzu. Und geschätzte 90% davon greifen die Autorin persönlich an, unter jeder Anstandslinie,  wie ein Rudel Hyänen stürzen sie sich auf sie: Du hast eine andere Meinung, STIRB!

Über ihre Depressionen wird sich lustig gemacht, sie wird bedroht, nach Syrien geschickt, ihr Geisteszustand in Frage gestellt und überhaupt.

Wir sprechen hier nicht über jemanden, der Kinder fickt oder sie schlägt oder verkauft oder sowas. Sondern einfach eine Frau, die geschrieben hat, dass sie Euer Hobby Scheisse findet.

Letzte Woche habt Ihr noch über “Mommywars” lamentiert und gefordert, dass Frauen und Mütter endlich damit aufhören sollten, weg jedem Mist aufeinander einzuhacken.

Und heute psychiatrische Ferndiagnosen nur weil jemand nicht Eurer Meinung ist? Todesstrafe weil jemand Euer Hobby doof findet?

Was ist DAS denn für eine Diskussionskultur, meine Damen?

Oder kürzer zusammengefasst: Habt Ihr jetzt alle einen an der Klatsche?!

 

Edit von 16:12: Dazu passt wunderbar dieser Artikel von Das Nuf: Es ist einfach nicht in Ordnung, auf welche Art und Weise diese Frau “kritisiert” und angegriffen wird, nur weil sie eine unpopuläre Meinung vertritt.