Category Archives: Familie

Liebe Eltern, lasst doch die ätherischen Spagyrik-Blüten-Salz-Globuli mal stecken

Liebe Eltern,

Die Schule hat vor einer, für manche vor zwei Wochen angefangen, die langen Ferien sind vorbei und die Kinder müssen sich an einen neuen, härteren Rhythmus gewöhnen.

Sie sind überreizt, aggressiv, überdreht und finden Abends kaum zur Ruhe. Continue reading

Mit 65 nochmal schwanger und dann gleich Vierlinge?

AinoTuominen / Pixabay

Im Kontext einer westlich-industrialisierten Kleinfamilie kann man über eine Meldung wie die von RTL (65-jährige Berlinerin mit Vierlingen schwanger!) nur den Kopf schütteln.

Aber wieso kommt einem das so schlimm vor? Continue reading

ausgebrannt

Von Rosarot nach Tiefschwarz

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunktthema Stress, Burnout und Depression und ist ein Gastbeitrag von Nadine P., berufstätige Mutter von zwei Kindern.

Als ich vor zehn Jahren in der Firma anfing, glaubte ich mich im Arbeitnehmerparadies. Maximale Flexibilität, leistungsorientiertes Entlohnungssystem, ein Durchschnittsalter von irgendwas-in-den-Zwanziger. Lächelnde Gesichter! Gleichberechtigung, Vereinbarkeit von Karriere und Familie, alles keine Themen. Eine Führungskultur, die fragt: „Was brauchst du, um gut arbeiten zu können?“ Continue reading

Eine differenzierte Analyse – das war einmal

Ich bin ja echt sauer.

Gleich mehrere Personen haben mir den heutigen Artikel aus dem Zürcher Tagesanzeiger zukommen lassen: Analyse: Allein im Wald – das war einmal. Man weiss ja schliesslich spätestens seit meiner Besprechung von Renz-Polster und Hüter, dass ich irgendwie zu diesen “Zurück-zur-Natur”-Müttern gehöre und es noch gut finde, wenn die Kinder draussen spielen.

Aber der Tagi-Artikel lässt mich echt sprachlos. Statt einer differenzierten Analyse, wie der Titel vermuten lässt, wird einmal mehr die Früher-war-alles-besser-Keule geschwungen und auf die heutigen Eltern eingedrescht. Dabei geht vergessen, dass die heutigen Eltern genau jene Generation sind, scheints als letzte die grosse Freiheit hat kennen lernen dürfen. Eltern seien überängstlich heisst es in dem Artikel, und würden ihre Kinder überbehüten. Dabei sei die Welt doch viel sicherer geworden, als sie es in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts noch gewesen sei.

Da wird nur die Veränderung in der Erziehung angesprochen, nicht aber die Veränderungen in der Umwelt, dem Städtebau, der Zersiedelung, aber auch dass die Wege zwischen den verschiedenen Aktionspunkten der Kinder nicht nur gefährlicher, sondern auch weiter geworden sind. Nicht der Wald ist gefährlich, sondern der Weg dahin!

Dass dort, wo in dem viel gepriesenen “Früher” Wiesen, Wäldchen und brachliegende Gelände lagen, die es zu erforschen galt, heute alles zubetoniert oder mit hohen Zäunen gesichert ist, ist keiner Erwähnung wert. Auch dass mit der seit 20 Jahren grassierenden Sparpolitik im Bildungsbereich die Wege in Schule und Kindergarten weiter und komplexer geworden sind – weil ein Kind nicht mehr automatisch in seinem Wohnquartier in den Kindsgi geht, sondern dort, wo es noch Platz hat oder wo das Budget es noch zulässt – und das vielleicht einen Einfluss darauf hat, ob Eltern ihre Kinder hinbringen oder selber laufen lassen, wird nicht erwähnt.

Ebenfalls nicht erwähnt werden Bürgermeister, die die Polizei kommen und Kinder aus der Schule verweisen lassen, weil diese ausserhalb der Öffnungszeiten auf dem Schulareal Fussball oder Basketball spielen. Nachbarn, die die Kinder ihrer Nachbarn verzeigen, wenn diese ausserhalb der Bürozeiten draussen Lärmen. Überall dort, wo heutzutage tatsächlich noch Kinder unbeaufsichtigt spielen kommt früher oder später die Polizei. Nicht, weil die Kinder Vandalen wären, sondern weil sie sich wie Kinder verhalten und Lärm oder auch mal Blödsinn machen. Ich weiss nicht, ob es das Wort “Aufsichtspflichtsverletzung” in den 1970er Jahren schon gab.

In der Kritik, dass Kindergärteler heute oft nicht mehr alleine in den Kindergarten gehen, vergisst die Autorin noch einen wichtigen Punkt: Wir waren 6 Jahre alt, als wir in den Kindergarten kamen. Mit Harmos sind die Kinder gerade mal 4 geworden. Es sollte wohl jedem, der schon mal mit Kindern zu tun hatte, klar sein, welchen riesigen Unterschied diese zwei Jahre in Sachen Verantwortungsbewusstsein, Gefahrenbewusstsein und Verkehrserziehung ausmachen.

Wie viel einfacher ist es doch, mit dem Finger auf die faulen Eltern zu zeigen, die ihre Kinder lieber vor dem TV parkieren statt mit ihnen rauszugehen oder gar sie unbeaufsichtigt draussen herumstromern zu lassen!

Unser Land ist kinderfeindlich, menschenfeindlich geworden, die Freiheit wird allgemein immer weiter eingeschränkt. Das ist bedauerlich, kann aber nicht allein der Generation heutiger Eltern angelastet werden. Unser Land, unsere Gesellschaft, das sind wir alle! Dass es kaum mehr freien Lebensraum gibt, das liegt nicht an uns Eltern und dass die verschiedenen Lebensräume so weit auseinander, die Wege dazwischen so komplex geworden sind, auch nicht.

P.S. Meine Kollegin von lokalo24.de, Marie-Christin Spitznagel, hat sich eben auch darüber aufgeregt, dass Eltern ständig vorgehalten wird, dass sie, und niemand sonst, am Unglück des Planeten schuld seien: Appell mich nicht voll!

P.P.S. Im Auftrag des Marie Meierhofer Instituts für Kinder läuft seit 2011 eine gross angelegte Studie zum Thema “Lebenswelten junger Kinder im Kanton Zürich (2011-2014)” (siehe dazu den Grundlagenbericht). Weshalb sich der Autor des Artikels statt auf diese aktuellen und für den Raum Zürich geltenden Daten und Informationen lieber auf einer etwas ältere, jedoch ohne Quelle zitierte, also nicht nachprüfbare Studie aus dem Grossraum London bezieht und behauptet, die Resultate von dort gälten auch für Zürich, ist mir schleierhaft.

Sie macht die Hausarbeit und er befürchtet, dass sie zu kurz kommt

Wisst ihr noch? “Ich manage ein kleines Familienunternehmen” als synonym für das Dasein als Hausfrau? Trotz der vorwerk’schen Bemühungen, Hausfrauentum aufzuwerten, hat sich in den letzten 20 Jahren nicht viel geändert.

(dieser Artikel erschien zuerst bei lokalo24.de)

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Vorwerk Familienstudie 2013: Sie macht die Hausarbeit und er befürchtet, dass sie zu kurz kommt

VON KATHARINA BLEUER

„Muß ich, um ein wahres Weib zu sein, bügeln, nähen, kochen und kleine Kinder waschen?“ fragte Hedwig Dohm 1903 ihre Leserschaft. Wenn es nach den 11’012 Menschen geht, die das Institut Allensbach im Auftrag der Firma Vorwerk 110 Jahre später zu verschiedenen Familienthemen befragte, scheint die Antwort „JA“ zu sein.

Vorwerk, der Wuppertaler Hersteller von Haushaltgeräten, beauftragt seit 2005 das Institut für Demoskopie Allensbach alljährlich mit der Befragung von gut zehntausend Deutschen. Die Fragen behandeln verschiedene Themen aus dem Bereich Partnerschaft und Familie. Überraschungen gab es auch bei der am 25. November veröffentlichten Familienstudie 2013 keine. Außer vielleicht der Tatsache, dass Väter heute weniger als vor 20 Jahren bereit sind, ihre Berufstätigkeit zu reduzieren, damit die Partnerin ihrerseits mehr arbeiten kann. Auch weniger Frauen würden das von ihrem Partner erwarten oder gar verlangen. Trotzdem könnten sich mehr Frauen und Männer als 1993 vorstellen, dass der Mann in Elternzeit geht oder abends die Kinder beaufsichtigt, um der Frau mehr Freiräume zu verschaffen.

Haus- und Familienarbeit ist noch immer Frauensache

Vom beruflichen Standpunkt aus gesehen bevorzugt ein Großteil der Befragten also eine traditionelle Rollenaufteilung, bei der die Berufstätigkeit des Mannes Priorität hat. Aber obwohl nur gerade 32% der Mütter von Kindern unter 16 Jahren nicht berufstätig sind, sagen 77%, sie würden die ganze oder die meiste Familienarbeit im Alleingang bewältigen und 20%, sie teilten sich die Haus- und Familienarbeit zur Hälfte mit ihren Männern.

Letztere sehen das jedoch anders: Mehr als 35% der befragten Männer sind überzeugt, dass sie die Hälfte der Haus- und Familienarbeit erledigen.

Männer und Frauen sind gleichermaßen davon überzeugt, dass in Familien mit Kindern vor allem die Bedürfnisse der Mütter zu kurz kommen: 65% aller Frauen denken so und sogar 73% der Männer.

Woher kommen die Unterschiede in der Wahrnehmung?

Leider liefert das Institut Allensbach bzw. die Firma Vorwerk keine Hintergrundinformationen zu den erhobenen Zahlen.

Gehört das „bügeln, nähen, kochen und kleine Kinder waschen“ zum Frausein einfach automatisch dazu, wie Hedwig Dohm provokativ fragte? Vermutlich nicht! Aber wir können nur darüber spekulieren, weshalb diese Tätigkeiten auch 110 Jahre nach Dohms Streitschrift immer noch größtenteils von Frauen ausgeübt werden. Ist diese Aufteilung eine bewusste, freiwillige Entscheidung, von den Beteiligten so gewünscht? Oder zwingen sie die wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu einer pragmatischen, aber nicht unbedingt so gewollten Entscheidung? Wie hoch ist die Zufriedenheit mit dem gelebten Modell, gefällt es ihnen oder wünschten sich die Elternpaare eine Veränderung?

Dass Männer und Frauen ihren jeweiligen Anteil an der Care-Arbeit so unterschiedlich einschätzen zeigt den Gesprächsbedarf innerhalb vieler Partnerschaften. Auf individueller Ebene können jederzeit neue Kompromisse ausgehandelt werden, auch wenn Politik und Wirtschaft den geänderten Bedürfnissen von Familien nur schwerfällig folgen. Eine ideale familiäre und berufliche Aufteilung ist erst dann erreicht, wenn beide Partner finden, ihr jeweiliger Anteil würde vom Anderen anerkannt und wenn keiner mehr dem Partner oder den Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen haben muss.

Im Internet finden sich zahlreiche Hilfen und Checklisten, um Haus- und Familienarbeit gerechter aufzuteilen. Als besonders nützlich für viele Familien hat sich der Fragebogen „Fairplay at home – Fairplay at work“ des Schweizerischen Büros für Gleichstellung herausgestellt, in dem die Partner ihre Leistung aber auch ihre Wünsche eintragen und sich so eine Diskussionsbasis schaffen können, um neue Kompromisse zu finden. Dabei geht es nicht darum, dass sich beide zu gleichen Teilen beteiligen, sondern dass jedes Paar und jede Familie die Aufteilung findet, die ihren Bedürfnissen und Erwartungen entspricht.

Noch ein Diskussionspunkt zum sog. “Diagnose- und Therapiewahn”

Wieder schwappt eine Welle von Empörung durch die Schweiz. “Therapiewahn” wird  geschrieben und “ist das alles nötig?” gefragt, eine “Therapeutenmafia” soll unsere Kinder im Würgegriff haben. Artikel in der NZZ, dem Tagesanzeiger und in diversen Blogs zeugen davon, dass die Frage, weshalb immer mehr Kinder in immer mehr Abklärungen geschickt werden, viele Menschen beschäftigt (*).

“Hilfe von außen steht und fällt mit einer Diagnose des Kindes”, schreibt  Leidenschaftlichwidersynnig unter dem Titel “Hilf Dir selbst…

Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern auch für die Schweiz. Ohne zahlreiche Abklärungen und abschliessender Diagnose vor dem 5. bzw. dem 9. Geburtstag gibt es bei Verhaltensauffälligkeiten keine finanzielle Unterstützung durch die IV. Für Eltern aus Mittelstand oder Unterschicht hingegen ist es schlicht nicht möglich, ihren Kindern benötigte Förderung aus eigener Tasche zu bezahlen.

Also wird ab Kindergarteneintritt (zwischen 4 und 5 Jahren) therapiert und getestet, abgeklärt und diagnostiziert, damit das Kind, sollte Punkt 404-406 aus dem Anhang 1 der “Verordnung über Geburtsgebrechen” zur Anwendung kommen,  Unterstützung zugute hat:

404.Störungen des Verhaltens bei Kindern mit normaler Intelligenz, im Sinne krankhafter Beeinträchtigung der Affektivität oder Kontaktfähigkeit, bei Störungen des Antriebes, des Erfassens, der perzeptiven Funktionen, der Wahrnehmung, der Konzentrationsfähigkeit sowie der Merkfähigkeit, sofern sie mit bereits gestellter Diagnose als solche vor der Vollendung des 9. Altersjahres auch behandelt worden sind; kongenitale Oligophrenie ist ausschliesslich als Ziffer 403 zu behandeln.
405.Autismus-Spektrum-Störungen, sofern diese bis zum vollendeten 5. Lebensjahr erkennbar werden
406.Frühkindliche primäre Psychosen, sofern diese bis zum vollendeten 5. Lebensjahr erkennbar werden

Anders ausgedrückt: Die Diagnose muss bis zum 5. bzw. 9. Geburtstag stehen. Das ist meines Erachtens der Hauptgrund, weshalb man den Kindern oft eben nicht die Zeit geben kann, sich selber zu entwickeln, bevor abgeklärt wird. Sollte sich der Verdacht nicht erhärten, hat das Kind auch nach der Abklärung noch alle Zeit der Welt, sich mit oder ohne Unterstützung durch Psychomotorik, Logopädie und was es sonst noch alles gibt in seinem eigenen Tempo zu entwickeln.

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(*) Meistens solche, deren Kinder gesund und altersgemäss entwickelt sind und kein Therapieangebot in Anspruch nehmen. Honi soit qui mal y pense.

Erfahrung der Mutterschaft: So rum oder so rum?

Als ich mich auf das Abenteuer des Mutterwerdens einliess, war für mich selbstverständlich, dass dazu das ganze Paket von Schwangerschaft, Geburt und Stillen gehören sollte. Meinem Kind beim Wachsen und Gedeihen helfen, mit vollem körperlichem Einsatz. Für mich gehört das einfach zusammen und ich wollte diese Erfahrung ganz oder gar nicht machen.

Umso erstaunter bin ich jeweils, wenn ich so etwas zu Lesen bekomme, wie Rita Angelone neulich beschrieb. Wunschkaiserschnitt, ok, die Frauen werden ihre Gründe haben, auch wenn ich sie nicht nachvollziehen kann. So dachte ich immer. Continue reading

Löhne für Hausfrauen?

Es ist spannend, aber auch bedenklich, dass dieselben Themen in jeder Frauen/Mütter-Generation wieder auftauchen – und dabei behandelt werden, als wär’s zum ersten Mal.
Die Naturwissenschaften stehen „auf den Schultern von Riesen“. Fortschritt ist sichtbar, weil jede Forschergeneration auf den Vorarbeiten ihrer Vorgänger aufbaut und von dort ausgehend weiter forscht.
Die Frauenbewegung hat das bis jetzt nicht geschafft. Dabei sind seit Hedwig Dohm praktisch keine neuen grossen Themen dazu gekommen. Sie haben sich mit der gesellschaftlichen Veränderung weiter entwickelt, aber die Grundthemen sind seit dem 19. Jahrhundert dieselben geblieben!

Worauf lassen wir uns da ein: Wir fordern Lohn für Hausarbeit, aber wirklich LOHN, das heißt, eine Summe, die der kapitalistische Staat nicht aufbringen kann. Irgendwann im Laufe unseres Kampfes wird dann ein „Hausfrauengehalt“ eingeführt, ein lächerliches Taschengeld, so wie die bürgerlichen Parteien sich das vorstellen. Und das in absehbarer Zeit, bevor die Frauen sich so richtig radikalisiert haben. Die meisten von uns, gewöhnt daran, gar nichts zu kriegen, werden für das bißchen dankbar sein, und nicht mehr weiter aufmotzen. Und wie sieht dann unsere Situation aus?: Wir müssen sagen, das wollten wir nicht, damit sind wir nicht zufrieden, wir wollen zwar, daß die Hausarbeit bezahlt wird, aber eigentlich wollen wir uns von unserem Rollenverhalten befreien, wir wollen, daß dieHausfrau anerkannt und entlohnt wird, wie jede berufstätige Frau, aber jedes Mädchen soll einen Beruf erlernen, wir fordern die Aufhebung der geschlechtsspezifischen Erziehung, aber Hausarbeit soll als Beruf gelten. Wir manövrieren uns da in ziemlich schlimme Widersprüche hinein! Wider Sprüche, die wir auch kaum vermitteln können, mit denen wir uns unglaubwürdig machen.

Strobel, Ingrid: “Wider den Hausfrauenlohn”, 1975

Liebe? Beziehung?

Gemeinsame Interessen können eine Beziehung vertiefen

Gemeinsame Interessen können eine Beziehung vertiefen

Die Rabenmutter stellte neulich die These auf, dass man an der Beziehung zum Mann bzw. zum Partner mehr arbeiten müsse, als an der Liebe zum Kind. Begründen tat sie die Aussage damit, dass diese “einfach da” sei, “seit dem Tag ihrer Geburt, uneingeschränkt”.

Nun, ich bezweifle ernsthaft, dass man an der Liebe überhaupt arbeiten kann. Liebe ist nur bedingt beeinflussbar, man fühlt sie oder fühlt sie nicht. Woran man jedoch arbeiten kann, muss – und zwar täglich! – ist die Beziehung. In diesem Punkt gebe ich Frau Rabenmutter recht: Man darf vor lauter Brut- und Aufzuchtsarbeit die Beziehung zum Partner, zur Partnerin, nicht aus den Augen verlieren.

Nur und hier kommt der Haken: Muss die Beziehung zu seinem Kind nicht auch gepflegt werden? Natürlich, man liebt sein Kind, mehr oder weniger uneingeschränkt. Diese Liebe – die psychologisch auf der Hegebeziehung, der Verantwortung also, die man für das Kind hat, basiert – hat jedoch nur am Rande mit der Beziehung zu tun, die man mit seinem Kind von Mensch zu Mensch pflegt. Und die Beziehung von Mensch zu Mensch, die möchte meiner Meinung an genau so gepflegt werden, die die Beziehung zu jedem anderen Menschen, an dem einem etwas liegt.

Seid ihr zufrieden mit eurer Beziehung zu euren Kindern? Arbeitet ihr bewusst an dieser Beziehung oder nehmt ihr sie als gegeben hin?

Nachtrag zum Nachdenken: Über welche Liebe sprechen wir überhaupt, wenn wir das Wort benutzen? Meinen wir Eros, Philia oder Agapé?