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Tür 4 – Weihnachtsgedanken am Kinderbett | Nieselpriem

Heute – auf den Tag 6 Jahre nach dem ALTE meines Sohnes – durfte ich das Adventsfenster auf dem Blog der charmanten Frau Nieselpriem gestalten. Allein ihre Einleitung ist so schmeichelhaft, dass ich vor Scham erröte (aber ich will sie Euch trotzdem nicht vorenthalten):

Katharina lebt in der Schweiz und schreibt auf Mama hat jetzt keine Zeit. Wir haben uns zusammen gefunden, als ich für sie unter einem Pseudonym einen Gastartikel geschrieben habe. Dem folgte oder ging voraus ein sehr interessanter Mailverkehr. Wir teilen viele Erfahrungen, Ansichten und sie war mir vom ersten Moment an grundsympathisch! Auch, weil sie prinzipiell keinen Cent auf allgemein gängige Meinungen gibt und einfach ihr “Ding” macht. Kein Thema ist ihr zu heikel, nichts zu politisch. Sie will es, sie macht es. Ich mag sie dafür sehr! Jetzt aber ging es um Weihnachten. Also mit Weihnachten braucht man Katharina nicht zu kommen. Sie ist der Grinch unter den Elternbloggern. Für uns hat sie trotzdem eine Weihnachtsgeschichte geschrieben und – typisch Katharina – ohne Streuseln, Glocken, Engelsgeläut. Dafür mit Tiefgang und Gänsehaut. Danke Katharina!

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Gekreuzigte Jesusse und andere Heiligtümer

Der “Indianerartikel” von Ringelmiez hat das Netz ja ein paar Tage lang ganz schön in Aufruhr versetzt und ganz viele Fragen aufgeworfen:

  • Wo kämen wir denn da hin, wenn wir bei unseren Fastnachtskostümen Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer Menschen nehmen oder gar ihre heiligen Gegenstände respektieren würden?!
  • Wo kämen wir hin, wenn wir unseren Kindern nicht mehr erlaubten, ein Genozid nachzuspielen, wo wir selber doch so viel gute Zeit damit verbracht haben
  • und wo, wenn wir statt mit unseren Kindern Federschmuck, Amulette, Traumfänger und Sprechstäbe nur nur noch Kreuze, Kerzen, betende Hände, Alphas und Omegas, INRI-Inschriften und andere sakrale Gegenstände und Symbole aus dem christlichen Kultus basteln würden?

Wäre es für uns in Ordnung, wenn die Leute von ISIS oder Boko Haram, nachdem sie so und so viele Christen geköpft und ihre Frauen versklavt oder in die Prostitution verkauft haben, mit ihren Kindern gekreuzigte Jesusse basteln würden? Wie würde sich das für uns anfühlen?

Wo ist der Unterschied zwischen “Cowboys & Indianer” und “Nazis & Juden”?

Die letzte Frage hat mich sehr erschreckt, als sie mir durch den Kopf ging. Oder vielmehr eher die Tatsache, dass ich sie nicht beantworten kann.

Ich denke auch, dass die Spiele unserer Kinder unschuldig sind. Aber ich frage mich, ob wir europäischen Eltern tatsächlich unsere Verantwortung wahrnehmen und sie zu respektvollen, toleranten Individuen erziehen, wenn wir sie Völkermord alias Cowboys und Indianer spielen lassen, ohne mit ihnen darüber zu sprechen, was genau sie da nachspielen.

Ich bin mir auch noch nicht schlüssig, wie ich die Dilemmas auflösen soll, die sich mir bei dem Thema auftun – aber ich merke, dass da ein Denkprozess losgegangen ist, von dem ich noch nicht weiss, wo er mich hinführen wird. Ich glaube nicht, dass globale Verbote oder Tabus automatisch zu mehr Respekt führen – aber das Nachdenken darüber, und das Bewusstmachen, was wir da eigentlich als Spiel betrachten, schon!

 

Die Sache mit der Demokratie und der Politikverdrossenheit

Dankbar, Teil dieses politischen Systems sein zu dürfen (Bild: Paul Golla / pixelio.de)

Dankbar, Teil dieses politischen Systems sein zu dürfen
(Bild: Paul Golla / pixelio.de)

Ich bin stolz, Schweizerin zu sein.

Ich weiss, als linke Gutmenschin sollte ich das nicht zu laut sagen, aber eine Hand voll Male im Jahr empfinde ich genau so. Ein Bisschen Stolz, ein Bisschen Ehrfurcht und ganz viel Dankbarkeit.

Immer dann nämlich, wenn ich zur Abstimmung gehe und mit meiner Stimme daran teilhabe, die Gesetze, denen ich selber unterworfen bin, an die ich mich zu halten habe, mitzubestimmen.

“Das ist doch normal”, könnte man jetzt einwerfen, “jeder volljährige Schweizer kann doch abstimmen gehen”. So empfinde ich nicht. Direkte Demokratie ist weder normal, noch selbstverständlich. Überall auf der Welt geben in diesem Momenten ihr Leben dafür, um das zu bekommen, was wir Menschen mit Schweizer Staatsbürgerschaft an unserem 18. Geburtstag automatisch geschenkt bekommen: Das Recht auf Mitbestimmung.

Wir haben es!
Wir dürfen mitbestimmen! Direkt und unmittelbar!
Das muss man sich mal vorstellen. Es ist grossartig.

Mir rollen sich dann einfach die Fussnägel hoch wenn ich sehe, wie dieses Recht von den einen lächerlich gemacht (Yseult hat eigentlich alles gesagt, was es darüber zu sagen gibt), und von den anderen als selbstverständlich hingenommen und aus Faulheit oder Desinteresse nicht genutzt wird. Seit Jahren wird über die “Politikverdrossenheit der Jungen” lamentiert – geschehen ist bisher nicht viel.

Für mich ist es einfach zu kurz gegriffen, über die Jungen zu schimpfen und es dabei zu belassen. Weshalb gehen die denn nicht abstimmen? Sind die Themen zu komplex?  Ich glaube nicht. Fühlen sie sich ohnmächtig, machtlos? Dieses Gefühl würde durch das Nicht-Nutzen seiner staatsbürgerlichen Rechte nur verstärkt. Wer nicht abstimmt, hat erst recht nichts zu sagen!

Für mich sind die Demokratischen Rechte nicht nur Rechte, sondern eben auch Pflicht. Wir dürfen abstimmen und deshalb haben wir die verd…. Pflicht, dieses Recht auch wahrzunehmen und abstimmen zu gehen. Immerhin geht es dabei um unsere eigene Zukunft und die unserer Kinder.

A propos Kinder: Wo kommt eigentlich die Politikverdrossenheit her, die man heute den U30 andichtet?

Ich habe da so eine These. Denn irgendwie habe ich gar nicht den Eindruck, dass die Jüngeren tatsächlich die Schnauze voll von Politik haben. Aber ich glaube, dass im Gegensatz zu uns und erst recht zu unseren Eltern, die Politik heute nicht mehr so präsent ist im Alltag. Sie ist nicht mehr so fühlbar.

Ich kann mich erinnern, dass es bei uns zuhause jeweils um halb Eins hiess: “Ruhe, jetzt kommen die Nachrichten!” und abends um Sieben kam “Echo der Zeit”, um halb Acht lief “Die Tagesschau”. Wir Kinder verstanden nicht alles und wenn die Sendung mal vorbei war, erklärten uns die Eltern das eine oder andere. Oder wir merkten, dass die Eltern besorgt waren und fragten nach. Ich kann mich beispielsweise daran erinnen, wie sie mal mit langen Gesichtern da sassen und auf Nachfrage sagte mein Vater: “Jetzt gibt es Krieg”. Das war der 6. Oktober 1981, ich war 10 Jahre alt und in Ägypten war ein Mann namens Sadat ermordet worden. Aber solche Vorkommnisse waren eher selten. Viel öfter kam es hingegen vor, dass mein Vater den Radio anbrüllte, sich über die Nichtwahl von Liliane Uchtenhagen aufregte, einen Spruch Willy Ritschards bewunderte, und immer wieder über die Leute schimpfte, die nicht an die Urnen gingen und damit leichtfertig auf ihre Rechte verzichteten.

“Wer nicht wählt soll sich dann auch nicht beschweren, wenn es nicht in seinem Sinne geht!”
“Wer nicht abstimmen geht, hat schon verloren!”

Solche und ähnliche Sprüche waren bei uns Gang und Gäbe.

Und am Abstimmungssonntag, nach wochenlagen Diskussionen am Mittagstisch, warf man sich in Schale und ging ins Schulhaus, abstimmen. Wir Kinder durften abwechslungsweise den Stimmzettel in die Urne werfen.

Nach der Jungbürgerfeier durfte meine Schwester, ein Jahr später dann endlich auch ich abstimmen gehen. Ich habe bisher eine einzige Abstimmung verpasst, das waren die vom 13. Juni 1999 und ich fühle mich heute noch ein kleines Bisschen mitschuldig, dass die Mutterschaftsversicherung damals abgelehnt wurde, weil ich gerade auf Reisen war und deshalb nicht stimmen gehen konnte.

Was hat das alles nun mit der so genannten Politikverdrossenheit der jungen Generation zu tun? Ich glaube, sehr viel. Und zwar deshalb, weil die ältere Generation Politik nicht mehr auf diese Weise lebt. Man zieht sich zwar schon noch politische Sendungen rein – aber eher die “Arena” am Freitag abend oder den “Club” am Dienstag, spät in der Nacht. Auf jeden Fall, wenn die Kinder im Bett sind, denn die könnten sich ja langweilen oder noch schlimmer, beunruhigen, wenn sie mit der realen Welt ausserhalb der rosa Zuckerwattenkinderzimmerwelt kollidieren. Natürlich machte Tschernobyl uns Angst, oder der Brand in Schweizerhalle mit dem Fischesterben im Rhein. Aber sie bewirkten auch, dass wir uns interessierten für das, was um uns herum geschah. Wir wurden aktiv, demonstrierten, sammelten Unterschriften auf Petitionen und Referenden, wir politisierten uns.

Aber irgendwie verschwand die Politik dann aus dem Lebensalltag. Wie gesagt, die Kinder sind heute schon im Bett wenn die politischen Sendungen laufen. Und am Abend will man sich doch lieber unterhalten lassen als noch über schwierige Themen nachzudenken. Auch am Mittagstisch wird nicht mehr darüber geredet, wer in der Politik welchen Bock geschossen hat. Und abgestimmt wird brieflich.

Die Briefwahl! Deren Einführung, da bin ich ziemlich sicher, hatte einen grösseren Einfluss als man sich das im Voraus vorstellte auf das Abstimmungsverhalten der nachfolgenden Generationen. Denn ein Couvert zum Briefkasten tragen hat einfach nicht diesen symbolischen Gehalt wie das schön Anziehen und an die Urne gehen am Sonntag morgen mit der ganzen Familie. Es fühlt sich schon ganz anders an. Politik ist dadurch nicht mehr zum Anfassen. Keine Tradition mehr. Man erlebt sie nicht mehr.

Deshalb wird meiner Einschätzung nach auch die elektronische Wahl nichts an der hohen Abstinenz der Jungen bei Abstimmungen und Wahlen ändern.

Ab an die Urnen, Ihr Bürgerinnen und Bürger! Bild: Gabi Eder / pixelio.de

Ab an die Urnen, Ihr Bürgerinnen und Bürger!
Bild: Gabi Eder / pixelio.de

Seit Kurzer auf der Welt ist, haben Langer und ich wieder damit angefangen, “richtig” abstimmen zu gehen: An den Abstimmungssonntagen ziehen wir uns anständig an, polieren die Schuhe und gehen dann zu Fuss mit dem Stimmausweis und dem Stimmzettel in der Hand ins Stimmbüro. Dort zeigen wir unsere Stimmausweise, lassen das verschlossene Stimmcouvert abstempeln und Kurzer darf es dann in die Urne werfen.

Kurzer spürt die Feierlichkeit, die von dieser Handlung ausgeht. Er spürt, dass das etwas ganz Besonderes ist.

Und wir sind an diesen Sonntagen stolz, und ehrfürchtig, und dankbar, Schweizer Staatsbürger zu sein und über die Gesetze, denen wir uns in der Folge zu unterwerfen haben, mitbestimmen zu dürfen. Denn das IST etwas ganz Besonderes.

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Ich würde aus dem Thema gerne eine Blogparade für Schweizer Eltern machen:
Wie habt Ihr als Kinder Politik erfahren und wie gebt Ihr selber im Alltag oder ausserhalb, diese Erfahrungen an Eure Kinder weiter?

Blogt doch drüber und rückverlinkt diesen Artikel hier, damit ich ein Pinkback bekomme. Ich liste dann alle Artikel hier noch einzeln auf!

Als erste hat sich die Philosophin Bettina M. Kreissl-Lonfat des Themas angenommen:

Ostern, das bunte und fröhliche Frühlingsfest (bei lokalo24.de)

lo-logo-fam3Lange war ich überzeugt, Ostern sei eigentlich ein keltisches oder sogar noch älteres Fest. Dann aber sagten mir ein paar Deutsche, es sei ursprünglich germanisch. Oder Persisch. Barbara Walker schreibt sogar über einen möglichen Ursprung im alten Ägypten. Und die Christen reklamieren es sowieso für sich selber – wenn auch nicht alle am gleichen Datum oder aus den selben Gründen.
Behauptet wird viel, belegt weniger. Aus Neugier fing ich an, über die Ursprünge von Ostern nachzuforschen.  Den ganzen Artikel auf lokalo24.de lesen: Ostern, das bunte und fröhliche Frühlingsfest.

Weihnachten im Oktober

Halloween war von August bis September, jetzt stehen schon die Weihnachtssachen in den Gestellen der Supermärkte! Eigentlich wollte ich doch nur nach etwas Ausschau halten, das ich ans frisch geputzte Küchenfenster hängen könnte. Ja, Fensterputzen ist etwas, das sogar mir so alle paar Jahre mal passiert.

Pumpkins

so ‘ne Herbstdekoration halt(Foto von Nino Barbieri (Own work) [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons)

Ich bin nicht gerade ein Hirsch im Dekorationen basteln, aber was Herbstiges wäre hübsch und schliesslich muss Kurzer auch etwas über Jahrezeiten lernen. Eigene Bastelprojekte mit Fundstücken aus dem Wald sind aus Ermangelung an Ideen, Zeit und Bastelleidenschaft schamhafterweise im Komposteimer gelandet und Mama hat sich aufgemacht, in der Stadt nach Deko ohne Basteln Ausschau zu halten. Ok, zugegeben, ich hatte sowieso dort was zu erledigen und musste nicht extra hinfahren.

So begab ich mich also freudig erregten Schrittes (Himmel hilf! Irgend ein positives Adjektiv muss sich doch finden lassen!) begab ich mich also ins nächst gelegene Innendekrationskrimskramsstaubfängergeschäft. Und was sahen meine entsetzten Augen? Ihr  werdet es nicht erraten! Es waren

Kläuse!
Mistelzweige!
und Glocken!

X-mas decoration, by Petr Kratochvil [Public domain], via Wikimedia Commons

Da bleibt einer ja das Ausrufezeichen in der Tastatur kleben.

Es ist kein Geheimnis, was ich von dem ganzen Weihnachtskonsumrummel halte.

Also vom Weihnachtsrummel überhaupt.

Aber am diesjährigen Weihnachten wird Kurzer Drei sein und zum ersten Mal in vollem Bewusstsein mitmachen (wollen). Und irgendwie will ich es ihm ja auch nicht vorenthalten, schliesslich gehört es zu unserer Kultur. Also ohne den Santaclaus versteht sich. Und ohne Rudi das Rentier, stilisierte Mistelzweige und Jingle Bells. Aber irgendwie gehört Weihnachten schon noch dazu. Aber doch nicht DIESES!

Naja, es sind ja noch drei Monate dahin, um diese Fragen zu klären.

Viel drängender ist jedoch schon jetzt die Frage, die in Internet-Eltern-Foren, über Twitter und Facebook auftaucht: Was bastelt Dein Kind für Geschenke?

MEIN KIND?

Der dreijährige Sonnenschein mit der Feinmotorik von Mani, dem Mammut?

Ja was bastelt der wohl? Ausser gelochtes Altpapier, das ich als Geschenk nur bedingt geeignet ansehe und Scherenschnitt im Wohnzimmerteppich.

Grad nach dem Welchemutterdekoriertdencoolstengeburtstagskuchenwettbewerb ist der Wessenkindbasteltdieschönstenweihnachtsgeschenkewettbewerb mein zweitschlimmster Mütter-Albtraum! Schon jetzt habe ich schweissnasse Hände und schlaflose Nächte und das Fest des Grauens der Feste rückt minütlich, nein, sekündlich näher! Ich muss basteln. Am besten etwas Nützliches, Hübsches, Brauchbares, kein Staubfänger! Wie vom Kleinen selber gemacht muss es aussehen aber doch nicht so scheusslich, dass es sogar für Grossmütter eine Zumutung wäre, es sichtbar zu präsentieren.

Also, raus mit Euren Geheimnissen! Wo kauft ihr Geschenke, die selber gebastelt aussehen?
Wie komme ich aus der Nummer noch heil raus?
Was habt ihr für ultimative Basteltips für dreijährige Söhne bastellegastenischer Mütter?

Advent, Advent, kein Lichtlein brennt…

Die Adventszeit weckt in mir keine besonderen vorweihnachtlichen Gefühle, dafür aber die Frage, wie sehr wir bereit sind, unser Leben für das Kind umzustellen. Seit 20 Jahren nun haben mein Gefährte und ich kein eigenes Weihnachtsfest veranstaltet, keinen Adventskranz gebastelt, keine Güezi gebacken. Wir fanden es nicht nötig, uns reichte es durchaus, bei Verwandten und Bekannten ein Bisschen “second hand” mitzufeiern.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob es für Kinder so etwas wie ein Recht auf Weihnachten gibt. Einerseits ist es Tradition – der man aber durchaus auch mit Besuchen auf dem Weihnachtsmarkt, Besichtigung der Lichterpracht in den dekorierten Städten und Fremdfeiern bei den Grosseltern Rechnung tragen kann. Andererseits ist es irgendwie schade, wenn man die glänzenden Augen und das raschelnde Papier verpasst. Aber auch das kann man beim Feiern mit den Grosseltern erleben.

Letztes Jahr war ich traurig darüber, dass das erste Weihnachten des Kleinen im Kinderspital stattfinden musste.  Wir zündeten eine Kerze an und er bestaunte die Flamme. Mehr lag nicht drin. Auch in diesem Jahr sind wir bis anhin nicht sehr weit gekommen mit der Weihnachtsdekoration. Der Samichlaus kam zu Besuch, Kekse schickte die liebe Schwiegermutter und das Bäumchen werden wir bei meinen Eltern anzünden. Es wird also nichts fehlen – und doch bleibt da ein kleines Bisschen schlechtes Gewissen hängen und die Frage, ob wir dem Kleinen nicht etwas vorenthalten.

Vermutlich ist es aber einfach an der Zeit, unsere eigene Weihnachtstradition zu (er)finden, in der Nikolause, Weihnachtsmärkte und Bäumchen bei den Grosseltern vorkommen und bei uns zuhause ein kleines Bisschen Normalität herrscht. Und gut essen kann man auch, ohne dass im Hintergrund Jingle Bells vor sich hin dudelt.