Tag Archives: 2014

Ernetztes und Vernetztes im Mai 2014

Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Was ist mir diesen Monat ins Netz gegangen?
(Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Auch im Mai sind mir wieder zahlreiche Reportagen und Artikel begegnet, die im entferntesten Sinn mit Elternschaft zu tun haben.

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Was geschah eigentlich mit den Menschen, die in dieser eingestürzten Textilfabrik in Bangladesch verletzt wurden oder Familienmitglieder verloren haben? Wir alle fanden es doch so skandalös, was dort geschah, nur damit wir hier ein T-Shirt für unter zehn Franken kaufen können? Nur die Anderen tun so was, wir selber kaufen natürlich nie im H&M oder im C&A, Vögele, und wie sie sonst alle heissen, die Textilhandelsketten, die dort produzieren liessen. Was geschah mit den Menschen, die dort arbeiteten und denen Versicherungszahlungen und Wiedergutmachung versprochen wurde? Selber lesen und fremdschämen: Im Stich gelassen!

Hier kommt wieder einer dieser Beiträge, die mich sprach- und ratlos zurück lassen. Wann kippt ein Kind? Wann wird es vom niedlichen, neugierigen Lauser zum Mörder und Attentäter und was muss Furchtbares geschehen, damit das passiert?
“Darum geht es in Afghanistan: um Menschen, die verschwinden. Um Kinder, die sich und andere ermorden. Es geht nicht um Ballons. Es ging selten um die Vorstellungen, die sich Fremde machten.”Ein Kind, ein Killer.

In Einer von sieben Milliarden nimmt Katja Schwab von SciLogs etwas Abstand zu den Alltagsproblemchen und zeigt auf, wie relativ die im Grund genommen sind.

Körperlich oder geistig behinderte Menschen und Sex. Auch so ein Thema, über das man nicht nachdenkt, nicht nachdenken will. Denn es betrifft einem ja nicht. Und überhaupt. Benjamin Piel hat sich des Themas angenommen und für seine einfühlsame Annäherung gleich den Theodor Wolff Preis verliehen bekommen: Bettys erstes Mal.

Warum sich manche junge Menschen mit Migrationshintergrund in ihrer Heimat nie ganz zuhause fühlen können erklärt Özlem Gezer in diesem Spiegel-Artikel und erhielt dafür den Henri-Nannen-Preis: Türkisiert.

Wie hoch war eigentlich der wahre Preis für das T-Shirt, das Du trägst? Bitte nur anklicken, wenn Du Zeit und Ruhe hast, um die Präsentation zu verdauen: The shirt on your back.

Ein Thema, so bedrückend, dass es einem als Mutter oder Vater fast das Herz abdrückt. Dürfen Eltern eines Amokläufers um ihren Sohn trauern? “Tims Eltern brechen ihr Schweigen: ‘Er fehlt mir so’

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Ernetztes und Vernetztes im April 2014

Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Was ist mir diesen Monat ins Netz gegangen?
(Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

April, Ostern, nochmal kurz Schnee und viele warme Tage. Und spannende Reportagen über Menschen und Tiere.

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Diese Reportage über die Menschen im Ort Salmon, Idaho, und ihren Umgang mit Wölfen, bestürzt mich. Ein Hoch auf die Menschen, die den Mut finden, sich auch dort der tierquälerischen Gewalt entgegen zu stellen: Wie man einen Wolf tötet.

Die Fotografin Jessica Ledwich hat festgehalten, wie “albern und masochistisch” das konsequente Einhalten gängiger Schönheitsideale. Dabei sind subversive, abstossende, nachdenklich machende Bilder herausgekommen. I like! Monstruous Feminine.

Ein Onkel schreibt im “Spiegel” eine herzegreifende Reportage über das Sterben seines 18jährigen Neffen: “Heimlich glauben wir daran, es gebe eine natürliche Sterbeordnung auf Erden, eine Garantie, vom Schöpfer ausgestellt: Keine Sorge, dieses Kind, das du in deinen Armen hältst, wird erst lange nach dir sterben. Zuerst die Alten, dann die Jungen, wenn die Eltern nicht mehr dabei sind. So soll es sein. Und jede Ausnahme davon ist ein Skandal, empörend, inakzeptabel, und doch kann es jeden treffen, jede Familie, jedes Kind. Das wissen wir, und deshalb lebt jeder Vater, jede Mutter mit einer Angst.Bald.

Porträt einer Frau, die in den 1960er Jahren der Welt entsagte und die Gelübde des Ordens der Unbeschuhten Karmelitinnen ablegte. Ohne “Sister-Act”-Romantik geschrieben und deshalb umso berührender: Der Himmel auf Erden.

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Ernetztes und Vernetztes im März 2014

Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Was ist mir diesen Monat ins Netz gegangen?
(Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Hach, der Frühling kommt… vielleicht… vielleicht auch nicht…

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Interview in der NIDO mit Sven Nordqvist, dem Autor von „Pettersson und Findus“: Vielleicht sollte man es mit LSD probieren.

Ich habe mich ja schon verschiedentlich darüber ausgelassen, dass ich nach Möglichkeiten suche, Büroarbeit und Kinderbetreuung auf eine Art und Weise zu verbinden, bei der sowohl meine als auch Kurzens Bedürfnisse erfüllt werden. Hier ein paar Ideen, die bereits umgesetzt wurden, zusammengetragen von Maya Dähne: WLAN und Wickeltisch.

Was für eine wunderbare Begegnung herauskommen kann, wenn man als Elter mal seine Berührungsängste mit Randstandgestalten etwas zurückstellt und der Menschenkenntnis seines Kindes vertraut, erzählt Frau Gminggmangg: Hast Du Durst?

“Auf Zehenspitzen” hat in den deutschsprachigen Medien nach Aussagen zu Schwangerschaft und Post-Schwangeren-Körpern gesucht. Ihr Fazit: …ach, lest selber: Post-schwangere Körper in den Medien.

Moritz Baumstieger sucht nach einer Kiste Cognac, die sein Grossvater während der Besetzung der Normandie dort am Strand vergraben haben soll und nach der Geschichte dahinter. “Bald wird es niemand mehr geben, der den Welt­krieg erlebt hat. Dann werden all die kleinen Geschichten verloren sein, aus denen sich die große Geschichte zusammen­setzt. Die meines Opas ist nur eine von Millionen – er hat sie größtenteils für sich behalten wie die meisten seiner Generation.” Weiterlesen: Sein Schatz.

Eine Reportage, die mich sehr bewegt und mit einem Kloss im Hals zurückgelassen hat, ist die Geschichte von Frau C., die über ihre schizophrene Tochter Lea erzählt. So viel Liebe, so viel Schmerz. Etwas Zeit und Ruhe mitbringen, der Artikel ist keine leichte Kost: Liebe und Angst.

Und last but not least die Blogparade von Berlin Mitte Mum zum Thema “selbstbestimmtes Gebären”, an der ich selber auch teilgenommen habe. Jeder einzelne der dort verlinkten Artikel ist äusserst lesenswert!

Ernetztes und Vernetztes im Februar 2014

Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Was ist mir diesen Monat ins Netz gegangen?
(Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Februar und immer noch kein Schnee in Sicht… Grippemonat und dem entsprechend wenig Bildschirmzeit. Trotzdem hat es für ein paar spannende, lehrreiche, kitschige, tröstliche oder einfach interessant zu lesende Artikel gereicht.

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Dr. Mutti wie immer in prägnanten Worten, diesmal über einen Jammerartikel in der FAZ, in dem ein Soziologe darüber lamentiert, wie junge Mädchen heutzutage miteinander kommunizieren: “Unbekümmert sprechen Mädchen von ihren „Titten“ oder ihrem „Arsch“ und vom „Ficken“, „Vögeln“ oder „Sex haben“.” Autsch, autsch, autsch! Hier der ganze Artikel von Dr. Mutti: Schlampen, Sex und Sozialismus.

Die Geschichte in der Zeit über den neunjährigen Léonard, der keinen Schmerz fühlt, hat mich nachhaltig beeindruckt: “Vor ein paar Tagen erst geschah es wieder, da war Léonard in der Schule mit Wucht auf sein Gesicht gestürzt. Er sah das Blut, die Panik der Kinder und Lehrer und begann dann selbst zu schreien und zu heulen. Nasenprellung, Krankenhaus, bald war er wieder gut drauf.”
Weiterlesen: Leben ohne Schmerzen.

Sie wollten heiraten, er ging ins Ausland, ein Brief kam nicht an, Staaten wurden gegründet und gingen wieder unter. Und mitten drin zwei Liebende: Die unglaubliche Geschichte von Wolfgang und Elisabeth.

Und gleich noch eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, diesmal nicht über Landesgrenzen, sondern über Sex, Gender, und sexuelle Ausrichtung hinweg: Es bleibt alles anders.

Porträts von Menschen, entstanden in der Nacht, frühmorgens, als die Reporterin Mercedes Lauenstein noch Licht sah und einfach mal klingelte: Entschuldigung, bei ihnen brannte noch Licht.

Recht neu, aber ich bin schon süchtig (aber in 20 Jahren!): Techniktagebuch.

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Ernetztes und Vernetztes im Januar 2014

Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Was ist mir diesen Monat ins Netz gegangen?
(Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Den ersten Monat hätten wir auch schon wieder geschafft.

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Über die sozialen Netzwerke wurde ich auf eine Organisation aufmerksam, die versucht Lachen und etwas Farbe in die schlimmsten Katastrophengebiete dieses Planeten zu bringen. Bewundernswert! Schaut sie Euch an: Clowns ohne Grenzen.

Ein Thema, bei dem mir ganz schwer ums Herz wird: Wie es ist, ein nicht lebensfähiges Kind auszutragen und nach der Geburt beim Sterben zu begleiten: Zwei Tage lang waren sie zu sechst.

Der “Stern”-Journalist Philipp Mausshardt fuhr 16km/h zu schnell und ging dafür zwei Tage ins Vollzugszentrum Bachtel: Lieber in den Knast.

Eine Reportage über die Schülerin Celestine Kpakou, die 2006 trotz massivem Prostest ihrer Schulklasse, Lehrer und des ganzen Ortes kaus Deutschland in den Togo abgeschoben wurde und erst sieben Jahre später zurück kehren durfte. Bewegend und für einmal mit Happy End: Eine Heimatgeschichte.

Sie wollte nicht mehr nur die Frau von jemandem sein und fing ihr eigenes Leben an: “Gabriele Mäule war 49 Jahre alt. Zu alt, dachte sie, um zu warten, bis die Kinder aus dem Haus wären. „Manchmal muss man Dinge tun, weil man weiß, sonst geht man kaputt“, sagt sie nüchtern.“: Werner ich gehe, kommst Du mit?

Die Japanisch-Englische Fotografin Chino Otsuka hat sich selber gemeinsam mit ihrem jüngeren Ich fotografiert. Ist sie Fotografin oder vielleicht doch eine Zeitreisende, fragt die Autorin des Artikels: You Would Have No Idea What’s So Incredible About These Photos If You Just Looked Once.

Ellen ist Mutter und 42 Jahre alt, als ihr Herz nicht mehr schlagen will. Markus Collati hat das lange Warten auf ein Spenderherz in dieser eindrücklichen Reportage beschrieben: Ein Herz für Ellen.

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