Tag Archives: Ängste

Iris Muhl und Daniela Rütimann: „Theo und HAInz“

Die Schweizerin Iris Muhl hat als Kind lange nicht schwimmen gelernt, weil sie Angst vor Haien hatte. Daraus ist vierzig Jahre später eine herrlich fantasievolle Kindergeschichte geworden, in der ein kurzsichtiger Hai und ein kleiner Junge die Hauptrollen spielen. Continue reading

Vernetzt im April 2015

ins Netz gegangen (funnytools / Pixabay)

ins Netz gegangen
(funnytools / Pixabay)

Der April stand bei mir ganz im Namen des Geschäftes, so dass ich den Blog etwas stiefmütterlich behandeln musste. Osterferien und Dauerregen taten ihr Übriges, um die Laune dauerhaft zu vermiesen. Aber genug gejammert: Die Sonne ist zurück und der Winter ist dem Frühling gewichen.

Hier wieder meine Sammlung von Artikeln, die mir im Laufe des letzten Monates über den Bildschirm geflimmert sind und die ich wert finde, gespeichert und geteilt zu werden. Continue reading

Lorenz Pauli und Kathrin Schärer: „Die Kiste“

Muss ich nach Da bist Du ja! und mutig, mutig! überhaupt noch erwähnen, dass ich ein Riesenfan des Texter-Illustratorin-Teams Pauli & Schärer bin? So konnte ich natürlich auch nicht widerstehen, als in diesem Frühling Beltz & Gelberg das schon über 10jährige, preisgekrönte Bilderbuch  „Die Kiste“ als Minimax-Taschenbuch herausbrachte. Continue reading

Nicola Schmidt: „Mut. Wie Kinder über sich hinauswachsen“

Auf der ersten Blick ist unser Kurzer ein eher ängstliches Kind. Wenn etwas neu für ihn ist, ist er zwar neugierig und schaut gerne zu, aber wenn man ihn drängt, auch mal zu probieren, kommt ganz schnell „das kann ich nicht!“ und die Weigerung, es überhaupt zu versuchen. Continue reading

David McKee: Elmar und das Monster

David McKee: „Elmar und das Monster“

Brüll!“ tönt es aus dem Urwald.
Alle Tiere laufen davon und warnen Elmar, den karierten Elefanten, vor dem Monster.
So fängt das neueste Bilderbuch mit Elmar an, das im Herbst bei Thienemann erschienen ist.

Elmar, der bunte Elefant, steht für Toleranz, Einfühlungsvermögen und Perspektivenwechsel. Aber wenn man sich fürchtet, ist es gar nicht so einfach, nicht davonzulaufen. Nur Elmar, neugierig wie immer, möchte wissen, wer da so laut brüllt und weshalb und geht immer tiefer in den Wald hinein. Immer mehr Tiere kommen ihm auf der Flucht vor dem brüllenden Monster entgegen und zwar durchaus nicht nur die Ängstlichen, sondern auch Tiger, Löwe (was macht der eigentlich im Urwald?), Krokodile und die grossen Elefanten. Am Ende stösst er auf ein kleines, blaues, pelziges Ding, das sich zwar als Einziges nicht vor dem brüllenden Monster fürchtet, dafür vor allen anderen bösen Gestalten im Wald.

 

Fazit

Jeder ist jemandes Monster – so könnte man die Moral der Geschichte zusammenfassen und wie immer bei Elmar, wird sie mit einem Lachen und nicht mit erhobenem Zeigefinger vermittelt.

Obwohl David McKee schon ein paar Dutzend Elmar-Geschichten veröffentlicht hat, und alle mehr oder weniger um den Themenbereich Toleranz, Integration, Fremdenangst, usw. drehen, ist „Elmar und das Monster“ witzig und frisch.

Mir gefällt es!

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Klappentext:

„Ohrenbetäubendes Gebrüll dringt durch den Urwald. Das kann nur ein Monster sein! Alle Tiere sind auf der Flucht. Nur Elmar, der bunt karierte Elefant, nicht. Der hat nämlich noch nie ein echtes Monster gesehen…“

„Elmar und das Monster“
David McKee
Thienemann Verlag, Stuttgart
ISBN 978-3-522-43777-6
Alteresempfehlung des Verlags: ab 4 Jahren

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Coverfoto: Heule Eule Nein ich lasse keinen rein

Paul Friester und Philippe Goossens: „Heule Eule. Nein – ich lasse niemand rein!“

Ich war ein Kind mit viel Fantasie. Zu viel, meinte meine Mutter oft, denn manchmal malte ich mir Dinge aus, die mir Angst machten. Stelle ich mir vor, meine Mama wäre schnell einkaufen gegangen, ich hätte, um das Warten zu verkürzen, derweil die Geschichte von den Sieben Geisslein gelesen, und kurz darauf hätte es an die Tür geklopft – mir wäre es ganz genau gleich ergangen, wie der kleinen Heule Eule aus dem Bilderbuch „Ich lasse niemand rein!“ von Paul Friester und Philippe Goossens, das diesen Herbst im Nord-Süd-Verlag herausgekommen ist. Continue reading

Moni Port: Es gibt keine Kinder

Moni Port: „Es gibt keine Kinder“

Moni Port ist ein grafischer Tausendsassa, eine Hansdampf-in-allen-Gassen, Buchhändlerin, Umschlaggestalterin für mehrere grosse Verlage, Riesling-Liebhaberin und nicht zuletzt auch Kinderbuchautorin für den Klett Kinderbuch-Verlag Leipzig. „Es gibt keine Kinder“ ist ihr drittes Bilderbuch bei dem Verlag und wieder geht es um Ängste und wie man sie überwindet. Nein, nicht wie man sie überwindet, denn bei ihr gibt es nichts zu überwinden. Sie nimmt die Angst des Kindes, nimmt sie ernst, lässt sie stehen, und macht mit Fantasie und Erzählkunst etwas Anderes, Besseres, Grösseres daraus. Continue reading

Vollkasko-Kindheit: Elternangst vs. Kinderfreiheit?

Wer hoch steigt kann auch tief fallen
Bildquelle: cocoparisienne / Pixabay

Verschiedene Anlässe haben mich in den letzten Tagen nachdenklich gemacht. Unser Sohn war schon immer recht risikofreudig (solange keine anderen Kinder dabei waren) und je älter er wird, desto lieber probiert er Dinge aus, die nach Einschätzung anderer “böse enden” könnten. Dies ist das Eine. Zum Anderen hatte ich mehrere Diskussionen mit Eltern, die ihren Kindern nichts mehr zutrauten. Und wenn ich schreibe “nichts mehr”, dann meine ich wirklich die fundamentalsten Fähigkeiten, die ein menschliches Wesen haben kann: Unter Anderem das selbständige Atmen.

Dabei geht es nicht etwa um kranke Kinder, sondern um gesunde Babys, deren Eltern sich technische Geräte besorgen, um die Atmung und Kindesbewegungen vom ersten Lebenstag an zu überwachen. Wie soll das weiter gehen, frage ich mich. Werden diese Kinder jemals einen Schritt alleine machen dürfen, werden sie jemals die Erfahrung einer gefährlichen Situation machen dürfen, den Triumph erleben, eine solche Situation selbständig gemeistert zu haben? Werden sie jemals ein gesundes Selbstvertrauen haben können, wenn ihre wichtigsten Bezugspersonen ihnen nicht mal die elementarsten, biologischen Fähigkeiten zutrauen?

Ich weiss wie sich die Angst anfühlt, dass das eigene Kind sterben könnte. Ich musste es selber erleben. In diesem Moment und auch in den darauf folgenden Wochen hätte ich meinen Kleinen am liebsten in Watte gepackt, im Spital gelassen, wo er 24/24 Stunden an 7/7 Tagen überwacht worden wäre. Im zahlreichen Gesprächen mit ÄrztInnen, einem Psychologen, meinem Partner und anderen Vertrauenspersonen wurde mir aber klar, dass man damit seinem Kind nichts Gutes tut. Nicht das Wohl des Kindes wäre nämlich im Mittelpunkt gestanden, sondern meine eigene Angst. Also habe ich  mich daran gemacht, an meinen Ängsten zu arbeiten. Denn, so wurde mir bewusst: Solange ich das Problem beim Kind sehe, werde ich die Angst nicht los. Meine Lust, ein Leben lang mich um mein Kind fürchten zu müssen, hielt sich eindeutig in Grenzen. Die Angst war überhaupt nicht das Problem des Kindes, sondern alleine Meins. Also lag es auch in meiner Verantwortung, etwas dagegen zu unternehmen.

Als Eltern sind wir verpflichtet, unseren Kindern beizubringen, Gefahrensituationen selber zu meistern und ihnen darin zu vertrauen, dass sie das auch können. Wir haben nicht das Recht, unsere Kinder “nur zu ihrer eigenen Sicherheit” in ihrer Freiheit zu beschränken und quasi “in Schutzhaft” zu nehmen.

Oder was meinst Du? Wie fest dürfen wir unsere Kinder einschränken, um unser eigenes Sicherheitsbedürfnis zu befriedigen? Und tun wir unseren Kindern damit wirklich etwas Gutes oder erreichen wir etwa gerade das Gegenteil, weil sie auf diesen Weise den Umgang mit der Gefahr gar nicht mehr üben können?