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Kurz gefasst im Juni 2013

Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Warten auf die Beute
(Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Endlich wird das Wetter wieder besser und da ich immer noch keinen sonnentauglichen Bildschirm habe, werde ich mich vermehrt mit dem Medium befassen, das landläufig “frische Luft” genannt wird.

Trotzdem habe ich auch im Juni ein paar Artikel gelesen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

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Obwohl laut einigen Kommentatorinnen regelrechter “Stillzwang” herrschen soll, ist in manchen Ländern das Stillen rückläufig. So beispielsweise in Mexiko, wo auch in ländlichen Gegenden mit schlechtem Trinkwasser immer weniger Frauen stillen, die Säuglingssterblichkeit und Brustkrebsrate gleichzeitig aber steigt. Ein Zusammenhang ist wahrscheinlich: Warum Mexikos Frauen ihre Babys nicht stillen.

Mutter und Töchter von Julie Fullerton-Batten und noch ein paar Echte Disney-Prinzessinnen von Jirka Väätäinen im fantastischen virtuellen Museum My Modern Met.

Sehr speziell: Polizeilich angeordnetes Hausverbot für drei Elfjährige in ihrem eigenen Schulhaus, weil sie am Samstagabend auf dem Schulareal Fussball spielten. Das geschah nicht etwa in Seldwyla, sondern im Schweizerischen Oensingen: Schulhausverbot wegen Fussballspiels.

Susanne Mierau schreibt auf ihrem Blog über Respekt, und dass Kinder den nicht dadurch lernen können, dass man ihnen “Bitte” und “Danke” andressiert, sondern nur, indem man ihnen selber Respekt entgegen bringt: “Wie heisst das Zauberwort? RESPEKT

Immer nur hin und her, von einem Kurs in den anderen und Fördern bis der Kopf wackelt – um all das zu verdauen und zu speichern, müssen Kinder auch mal Entspannen können. “Faulenzen will gelernt sein” im Focus Online.

Nicht nur wie wir etwas sagen ist wichtig, sondern auch was wir sagen und welche Worte wir wählen. Dr. Anja Schmelz auf Urbia: “Was Eltern niemals sagen dürfen“.

Und gleich nochmal Susanne Mierau, diesmal über das Trösten: “Ist doch nicht so schlimm. Ist es doch!

Optimistisch wie immer macht uns die Bernerin Ursula Lüthi (“Einfach Essen”) mit erfrischenden Sommerdrinks gluschtig: “Dr Summer chunnt – Limonaden für die wärmeren Tage“. Es lohnt sich übrigens nicht, diesem Blog zu folgen, man wird dabei nur hungrig 🙂

 

Kleiner Rant auf nüchternen Magen: Die sollen erst mal trocken hinter den Ohren werden!

Die Nacht war eher bescheiden, weil Kurzer von Magda direkt zu Bronchitis überging und Mama ihre Me-Time mal wieder von Mitternacht bis morgens um drei eingezogen hat. Kurzem ist das natürlich egal und spätestens um Acht läuft er mit falsch gestimmtem, aber deshalb nicht weniger lautem Babyxylophon durch die Wohnung und brüllt voller Inbrunst Weihnachtslieder. Das bin ich mir aber gewöhnt und würde es nicht unter “bemerkenswert” verbuchen.

Was mir aber die Morgenlaune verdorben hat – wenn man bei mir am Morgen überhaupt das Wort “Laune” benutzen kann – war der Artikel hier in der “Welt”:

Nach den Worten der Verbandschefin tragen die Frauen eine Mitschuld an der Lohnlücke. Sie wählten häufig Berufe, in denen eher niedrige Löhne gezahlt würden. “Insofern haben Frauen auch eine Mitverantwortung an den Verdienstunterschieden”, sagte die BJU-Vorsitzende […].

Statt in den Branchen mit besonders hohem Frauenanteil – ich nenne beispielhaft die Pflege, Gastronomie und Verkauf – endlich existenzsichernde Löhne zu bezahlen, statt endlich mal den Grundsatz “gleicher Lohn für gleiche Arbeit” umzusetzen, schieben Unternehmerinnen und Unternehmer “den Frauen” den Schwarzen Peter zu. Sollen die sich doch andere Berufe suchen!

Ich glaub’ ich spinne!

Ich könnte an dieser Stelle jetzt seitenweise Studien und Untersuchungen vorlesen, die die geschlechtsabhängige Arbeitsmarktseggregation und Lohnstruktur erklären (Beispielsweise dass in einer Berufsgruppe der Durchschnittslohn sinkt, sobald der Frauenanteil steigt), aber ich lasse es. Frau Wischhusen hätte dazu nämlich genau so Zugang, wenn sie die Problematik in ihrer ganzen Komplexität wahrnehmen wollen würde.

Aber dazu bin ich zu müde und sage deshalb nur: Warte Du nur bis Du selber Mutter wirst. Dann wird Dir auch noch noch das eine oder andere Licht aufgehen. Einfach schade, dass man so “argumentieren” muss.