Tag Archives: Januar

vernetzt 2017

Vernetzt im Januar 2017

Die Vernetzung zwischen verschiedenen Blogs liegt mir am Herzen und ich habe nicht immer die Zeit, um jeden Artikel, den ich lese, zu kommentieren, zu teilen und weiter zu leiten. Die Idee hinter meiner Rubrik “Vernetzt” war es deshalb, Artikel, die mich im Laufe eines Monats aus dem einen oder anderen Grund beeindruckt haben, kommentiert zu verlinken. Continue reading

Vernetzt im Januar 2016

Ins Netz gegangen
(Bild: Efraimstochter / Pixabay)

Der Januar wurde überschattet von den Ereignissen der Silvesternacht in Köln und daraus folgend einer lauten und raumgreifenden Diskussion überall im Netz über sexuelle Übergriffe im öffentlichen Raum. Ich mag darüber im Moment nicht schreiben.
Hier in der Schweiz geht der Abstimmungskampf zur sog. Durchsetzungsinitiative los, die leider die Diskussionen zu den anderen Abstimmungsvorlagen (bedingungsloses Grundeinkommen, neue Tunnelröhre am Gotthard) fast verstummen lässt. Continue reading

Nachdenkliche Momente 01/2016

Einen Moment innehalten…
(by-angie / Pixabay)

Die vierjährige Tochter der Bloggerin Mareice Kaiser ist einen Tag vor Silvester gestorben. Als ich davon erfahre, habe ich mich kurz von unseren Gästen davongeschlichen, um nachzusehen, ob ich auf FB gute Wünsche zum Neuen Jahr beantworten muss. Dort las ich dann davon. Ich sitze auf dem Bett und weine, während unsere Gäste ihr Fondue Chinoise geniessen. Später zünde ich eine Kerze für die Familie an. Continue reading

Vernetztes im Januar 2015

ins Netz gegangen (funnytools / Pixabay)

ins Netz gegangen
(funnytools / Pixabay)

Im Januar, im Januar, erinnere ich mich immer an den Schweizer Kabarettisten Emil Steinberger. Endlich ist der grosse Schnee gekommen und wir können gar nicht mehr aufhören mit Tunnels graben und Schneehaufen runter rutschen. Der gebrochene Rücken ist zum Glück nicht ganz so schlimm wie zuerst befürchtet (der Schock darüber, wie schnell so ein Unfall passiert sein kann, bleibt natürlich noch lange hängen!) und Kurzer darf ab Februar wieder ins Training.

Auch im Januar sind mir natürlich wieder viele Themen über den Bildschirm gewandert, die im näheren und weiteren Bereich mit Familienleben und Aufwachsen zu tun haben. Ein paar davon habe ich hier für Euch gesammelt.

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Frau Haessy schreibt über die Frau, die in der Nähe von Bonn ihr Baby ausgesetzt hat, auf eine Weise, die unter die Haut geht: Es ist einsam hier.

Zum Thema “Mommywars” und “Mompetition”, die beide im Moment wieder trenden, hat Glennon Melten vor zwei Jahren schon einen wunderbaren Artikel geschrieben. Leider ist er bisher noch nicht auf Deutsch übersetzt worden. Die Quintessez ihrer Aussage: Sich ständig von anderer Leuten Entscheidungen abgewertet zu fühlen ist egozentrisch und ungesund. Quit pointing your avocado at me!

Die tumblr-Seite “Tree change dolls” wurde gleich von verschiedenen Seiten an mich herangetragen. Eine Tasmanierin nimmt “gerettete” Modepüppchen und “schminkt” sie neu, so dass aus ihnen attraktive, normal aussehende Puppen werden, mit denen man Pferde stehlen kann. Nachahmenswert!

Ich hatte an dieser Stelle bereits mal über die Fair Fashion Kampagne der Erklärung von Bern geschrieben. Eine norwegische Zeitung wagte das Experiment und schickte zwei Modebloggerinnen und einen -blogger nach Kambodscha, um in den dortigen Textilfabriken zu den selben Bedingungen wie die Einheimischen zu arbeiten. Ansichten und Einsichten: Modeblogger in Kambodscha: Was ist denn das für ein Leben?

Fotos, Fotos, Fotos von DIESEM Momemt: 30 Canadian Birth Photos That Will Make You Want To Have Another Baby.

Wer darf leben? Artikel über die Pränataldiagnostik, der unter die Haut geht. Triggergefahr, es geht unter anderem um Spätabbrüche.

Gerda und Elli, beide gleich alt, beide am Ende ihres Lebens angekommen. Und doch so verschieden. Und für mich irgendwie der Beweis, dass es sich lohnt, an der Beziehung zu seinen Kindern zu arbeiten: Bevor es Nacht wird.

Wunderbar! Der in seiner Nachtruhe gestörte Nachbar ruft nicht die Polizei sondern nimmt ein Sixpack und geht rüber in die junge WG von nebenan. Und spricht mit den Jungen statt sie zu beschimpfen: Die 3 Jungs von nebenan.

Der deutsche Soziologe Heinz Bude schreibt in der “Welt” über den Stress der heute 30 bis 50 Jährigen: Wie sich die “Generation Zuviel” selbst überfordert.

Wieder mal etwas über die vermittelten Werte in Kinderbüchern und darüber, wann es Zeit ist, ein Buch aus dem Kinderzimmer ins Museum zu überfüren: Was Glücksbärchis und Struwelliese mit PeGiDa und AfD verbindet.

 

Ernetztes und Vernetztes im Januar 2014

Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Was ist mir diesen Monat ins Netz gegangen?
(Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Den ersten Monat hätten wir auch schon wieder geschafft.

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Über die sozialen Netzwerke wurde ich auf eine Organisation aufmerksam, die versucht Lachen und etwas Farbe in die schlimmsten Katastrophengebiete dieses Planeten zu bringen. Bewundernswert! Schaut sie Euch an: Clowns ohne Grenzen.

Ein Thema, bei dem mir ganz schwer ums Herz wird: Wie es ist, ein nicht lebensfähiges Kind auszutragen und nach der Geburt beim Sterben zu begleiten: Zwei Tage lang waren sie zu sechst.

Der “Stern”-Journalist Philipp Mausshardt fuhr 16km/h zu schnell und ging dafür zwei Tage ins Vollzugszentrum Bachtel: Lieber in den Knast.

Eine Reportage über die Schülerin Celestine Kpakou, die 2006 trotz massivem Prostest ihrer Schulklasse, Lehrer und des ganzen Ortes kaus Deutschland in den Togo abgeschoben wurde und erst sieben Jahre später zurück kehren durfte. Bewegend und für einmal mit Happy End: Eine Heimatgeschichte.

Sie wollte nicht mehr nur die Frau von jemandem sein und fing ihr eigenes Leben an: “Gabriele Mäule war 49 Jahre alt. Zu alt, dachte sie, um zu warten, bis die Kinder aus dem Haus wären. „Manchmal muss man Dinge tun, weil man weiß, sonst geht man kaputt“, sagt sie nüchtern.“: Werner ich gehe, kommst Du mit?

Die Japanisch-Englische Fotografin Chino Otsuka hat sich selber gemeinsam mit ihrem jüngeren Ich fotografiert. Ist sie Fotografin oder vielleicht doch eine Zeitreisende, fragt die Autorin des Artikels: You Would Have No Idea What’s So Incredible About These Photos If You Just Looked Once.

Ellen ist Mutter und 42 Jahre alt, als ihr Herz nicht mehr schlagen will. Markus Collati hat das lange Warten auf ein Spenderherz in dieser eindrücklichen Reportage beschrieben: Ein Herz für Ellen.

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Kurzgefasst im Januar 2013

Neu entdeckt habe ich im Januar den Blog von Fräulein Rabatzki aus Berlin, die erfrischend und tiefgründig über ihr Leben, ihre Familie und ihren Senf berichtet. Reinlesenswert. Ich habe übrigens über einen Artikel zum Thema Verwöhnen dorthin gefunden, der paar interessante Gedanken aufwirft: “Zum Thema ‘Verwöhnen‘”

Eine zeitraubende Entdeckung für mich als grosser Fan von “hardboiled” Kriminalromanen ist das Blog von Sara Paretzky. Fortan werde ich definitiv zu nichts mehr kommen. Die Frau schreibt spannend und intelligent, sozialkritisch und trashig, alles in allem. Wer zufällig nicht weiss, was lesen oder noch Zeit übrig hat, möge sich einen ihrer V.I. Warshawski-Romane zu Gemüte führen.

Furchbar entsetzt habe ich mich über die Geschichte dieses Mädchens im brasilianischen Reciefe: Ein neunjähriges Kind wurde jahrelang von seinem Stiefvater vergewaltigt und erwartet Zwillinge. Die Ärzte stellen fest, dass das Mädchen die Schwangerschaft nicht überleben würde und brechen sie in der 15. Woche ab. In der Folge werden Ärzte, das Kind und seine Mutter von der Kirche exkommuniziert und der Trost, der die Religion in so einer schwierigen Situation bieten könnte, wird ihnen verweigert. Ganz im Gegensatz zum Vergewaltiger: Der wird nur vom Staat, nicht aber von der katholischen Kirche verurteilt.

Dann war da noch die “Neger”-Debatte, die nach der Ankündigung des Thienemann-Verlags, in der Kleinen Hexe neben 29 anderen Begriffen auch das Wort “Negerlein” in modernes Deutsch zu bringen, d.h. es ersatzlos zu streichen und den kleinen Buben sich als etwas anderes verkleiden zu lassen. Wenige hatten eine Ahnung, aber viele haben trotzdem ihre Meinung dazu öffentlich geäussert. Wie immer prägnant und lesenswert, Antje Schrupp: Kontext. Wie Wörter zu ihrer Bedeutung kommen.

Die letzte Januarwoche wurde vom #aufschrei in Beschlag genommen. Mich hat das Thema streckenweise recht getriggert. Und zwar nicht, weil sich so viel Schlimmes erlebt hätte – viel ja, wirklich Schlimmes nicht (im Vergleich zu anderen), aber halt doch irgendwie nachhaltig. Es ist einfach so, dass wenn man die Verdrängungsbarrieren mal runterlässt, der ganze Schlick hochgeschwemmt wird und zwar alles auf einmal und das frisst doch schon einiges an Prozessorleistung. Eine grosse Bitte um Entschuldigung an meine Umgebung, dass ich teilweise nur noch 10-20% im Real Life anwesend war.
Es wurde so viel zu dem Thema geschrieben – auch von mir selbst – dass es unmöglich ist, hier alles zu verlinken. Kleinerdrei haben eine Übersicht gemacht und Antje Schrupp hat wie immer die Problematik messerscharf zusammenfassen können: Wie Lappalien relevant werden.

Mit Antjes Schlusswort entlasse ich Euch. Hoffentlich bis bald!