Tag Archives: Mütterfeindlichkeit

Kurz gefasst im Oktober 2013

ins Netz gegangen (funnytools / Pixabay)

ins Netz gegangen
(funnytools / Pixabay)

Man merkt, dass das Wetter nässer und kälter geworden ist, die internetten Menschen sitzen wieder mehr an ihren Rechnern und produzierten interessante, berührende, spannende, lehrreiche und unterhaltende Texte und Bilder, um sie mit der Welt da draussen zu teilen.

Diesmal hat es wirklich viele Artikel, so viele hatte ich noch nie. Continue reading

Spaltungen und Grabenkämpfe

skeeze / Pixabay

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Im Leben 1.0 gab ich mich noch der Illusion hin, es gäbe zwei Sorten Frauen: Mütter und Kinderlose. Und auf diversen Plattformen schrieb ich mir die Finger wund, um zwischen diesen zwei Gruppen Solidarität herzustellen, mit dem Argument, dass Zusammenhalt immer und auf jeden Fall zielführender sei, als zu streiten. Denn, so dachte ich in meiner unendlichen Naivität, der wahre Graben befände sich zwischen gesellschaftlicher (patriarchaler) Realität und individueller Selbstverwirklichung. Continue reading

Was sucht ein Schützenpanzer im Bus?

Liebe Rita, dein heutiges Adventskalenderblog war eine so steile Vorlage, dass ich sie beim besten Willen nicht unkommentiert lassen kann. Denn wieso spricht eigentlich alle Welt von einer neuen Mütterfeindlichkeit, wenn die Kommentare und feindlichen Blicke doch weder Mutter noch Säugling, sondern aber dem windelbepackten Schützenpanzer gelten, den heutige Mütter vor sich herzuschieben pflegen? Packt die Kurzen auf den Rücken und erntet zahlreiche “jööööhs” dafür, statt schiefe Blicke und ablehnendes Verhalten. Aber man soll ja nicht missionieren…

In den guten, alten Zeiten, als Müttern noch geholfen wurde, wenn sie ins Tram rein oder aus dem Tram raus steigen wollten, gab es noch keine Hartans. Das muss jetzt einfach auch mal klar gesagt werden.! Gegen so einen Hartan sieht mein Range Rover wie ein Waisenknabe aus! Und niemand, wirklich niemand käme auf die Idee, für seinen Range Rover auch noch ein “jöööö, wie alt isches de?” einzheimsen, nachdem man dem Andern über den Fuss gefahren oder ihn hinterrücks in die Kniekehlen gerammt hat.

Nur Mütter haben so abstruse Ideen, was vielleicht an den Oxiplastindämpfen liegen mag, die sie tagein, tagaus einatmen.

Wie viel weiter kommt man doch mit einem Lächeln, einem freundlichen “Bitte” und einem anschliessenden “Danke”, bevor man den Vortritt erzwingt. Wie in Palermo: Permesso, permesso, permesso, grazie, grazie, über die Stopstrasse hinausschleichen, die blonde Mähne schütteln, in die Runde lächeln und winken – Und schon geht jede Frechheit durch 🙂

Ich habe es neulich im Bärengraben getestet: 4 Mamis, ihre Kinder auf den Rücken geschnallt, statt Kinderwagen nur Langzeitstillbrüste als Wellenbrecher vor sich herschiebend, dafür ein kultiges Swiss Mountain Händ Bäg Einkaufswägeli hinter sich herziehend, mit einem freundlichen Lächeln zwei knapp den Pupertätspickeln entronnene Frühzwanzigerinnen mit einem äusserst höflichen “würden sie uns bitte den Tisch überlassen, wir haben Kinder dabei” (nein, die Logik muss man nicht suchen, es gibt keine) über die Aare hinweggefegt. Frechheit siegt! Die Cappuchinos und Brezeln waren herrlich und irgendwo schimpfen zwei junge Frauen über unhöfliche Mütter, die panzergleich den gesamten öffentlichen Raum für sich uns ihre Rotzgören beanspruchen.

Und in dem Sinne: Bauch rein, Brust raus und Lächeln!