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Ernetztes und Vernetztes im Dezember 2013

Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Was ist mir diesen Monat ins Netz gegangen?
(Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Und schon wieder ist das Jahr vorbei. Ist die Zeit eigentlich immer so schnell vorbei gerast oder kommt einem das nur so vor, wenn man ein kleines Kind hat?

Mit alten Links aus dem letzten Jahr wünsche ich Euch ein reiches, gesegnetes, glückliches, zufriedenes, erfolgreiches neues Jahr.

Da ich wochenlang krank im Bett lag habe ich in diesem kurzen Monat zwar viel Lesenswertes gelesen, aber kaum was notiert. Im Januar wird es wieder mehr geben, versprochen!

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Nils Pickert schrieb für Pinkstinks eine kurze Abhandlung über sexistische Werbung. Nichts Neues zwar, aber gut es wieder mal vor Augen geführt zu bekommen: “Eine kurze Geschichte der Werbung“.

Isabella Donnerhall rantet über den Netzfeminismus: “Verstehen sie mich nicht falsch, jede arbeitende Mutter die Karriere machen will, soll jede mögliche Betreuungsoption haben, die man sich denken kann, klar. Aber das Herabwürdigen von Frauen, die sich anders entscheiden, geht mir unfassbar auf den Zeiger.” Den ganzen Text gibt es hier: Meine Fernbeziehung zum Netzfeminismus.

Gleich zwei der Blogs aus meinem Feedreader befassen sich mit Online-Clans (NICHT Gameszene, sondern Elternszene!). Dringende Leseempfehlung für “Liebeserklärung an meinen Clan” von Das Nuf und “Die Online-Eltern: Warum es nicht schlimm ist, einem Onlineclan anzugehören” von Susanne Mierau.

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Geheimnisse und der Charme der Kindheit

Nils Pickert philosophiert im Wir Eltern Blog über die Geheimnisse, die unsere Kindheit versüssten. Machen nicht Geheimversteck, Geheimsprache, Geheimclubs und mit Freunden und Freundinnen geteilte Geheimnisse, aber auch heimlich genaschte Süssigkeiten oder Regelbrüche einen Teil der Nostalgie aus, die wir beim Zurückerinnern empfinden?

Gerade die Tatsache, dass unsere Eltern bis heute nicht alles wissen, was wir damals so trieben, macht einen Teil des Geheimnisses der Kindheit aus. Nils beschreibt das in seinem Text sehr schön.

Geheimversteck im hohlen Baum

Kinder lieben geheime Verstecke
Michael Horn / pixelio.de

Aber es gibt auch die anderen Geheimnisse. Die Heimlichkeiten, Bösartigkeiten, die man als Kind – bereits im Wissen, dass es falsch war – verbockt hatte aber aus Angst vor der Strafe nie zu beichten gewagt hatte. Und trotzdem tief im Inneren gehofft hatte, man würde erwischt, dann hätte man die Strafe einkassieren, auf die Eltern wütend sein können, aber man wäre wenigstens das nagende schlechte Gewissen los gewesen, das einem bei den unpassendsten Gelegenheiten an die “Verbrechen” erinnerte und einem die kleinen Freuden vermieste. Ich konnte beispielsweise lange Schokolade nicht mehr geniessen, nachdem ich mal eine ganze Tafel alleine gegessen und meinen Geschwistern nichts davon abgegeben hatte. Ich fühlte mich mies und schuldig deswegen, aber noch mehr wegen der Lüge der Mutter gegenüber: “Ich war’s nicht”.

Später dann gab es auch Geheimnisse, die einem von Anderen anvertraut wurden und die manchmal schwer wiegen konnten. Aus Loyalität zum Freund hielt man den Mund – und schadete genau dadurch dem Freund mehr, als wenn man geredet hätte. So erfuhr ich nicht nur welche meiner Freundinnen schon Sex hatte, sondern auch wer abtreiben musste. Noch schlimmer waren die Folgen bei einem Klassenkameraden, der mir anvertraute, heimlich mit harten Drogen zu experimentieren und einem anderen Freund, mit dem ich während unserer existentialistischen Phase nihilistische Diskussionen führte ohne mir darüber im Klaren zu sein, dass er schwer depressiv war.

Diese Art von Geheimnissen fangen irgend wann an, sich zu Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen zu verdichten und an einem selber zu nagen.

Ich wünsche mir sehr, das mein Sohn, wenn er je in ähnliche Situationen gerät, den Mut finden wird, zu mir zu kommen und sich mir anzuvertrauen, damit er mit dem schweren Rucksack nicht alleine dastehen muss. Darauf versuche ich hinzuarbeiten, indem ich auf eine gute Beziehung zu ihm achte, ihn als Person respektiere und für seine Fehler nicht verurteile sondern vielmehr dabei helfe, nach einem Weg zu suchen, sie wieder gut zu machen.

Denn wenn man damit zu lange wartet, gibt es eines Tages nichts mehr, was man gut machen könnte.