Tag Archives: Nora Imlau

Vernetzt im Februar 2015

ins Netz gegangen (funnytools / Pixabay)

ins Netz gegangen
(funnytools / Pixabay)

Im Februar war dann der Schnee da. Meterweise von dem nassen, kalten Zeugs. Die Kinder freuts, wer täglich sein Auto ausgraben muss, etwas weniger. Momentan regnet und schneit es in etwa gleichermassen.
Kurzer langweilt sich während der Sportwoche zu Tode, da all seine Kumpels in die Skiferien gefahren sind, während ich und sein Papa arbeiten müssen. Wenigstens hat er vom Arzt das OK bekommen, wieder Eishockey zu spielen und Schlitten zu fahren.

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Mit diesen Helden sind wir aufgewachsen. Nicht alle haben den Weg aus dem 1980er Jahre-Ruhm mit Anstand geschafft: Legenden in Lederslippern.

Nieselpriem schreibt über den Kloss im Hals, den man als Mutter eines Aussenseiters öfter hat. Und trotzdem nicht viel mehr tun kann, als sein Kind mit aller Kraft zu lieben und es in den Arm zu nehmen.

Bei Scilogs gibt es “Blogewitter, Bloggen für Kinder“, wo verschiedene wissenschaftliche Themen Kindgerecht aufbereitet werden. Spannende Themen, spannend geschrieben! Wenn Eure Kurzen wissensmässig auch so unersättlich sind wie meiner, dann lest dort mal rein. Aber achtung: Suchtgefahr!

Was haben Schlaflernprogramme und Feminismus miteinander zu tun? Evolutionary parenting hat es für Euch aufgeschrieben: Sleep Training IS A Feminist Issue (Just Not in the Way You Think) (und hier in der deutschen Übersetzung von Nora Imlau: Schlaflernprogramme sind ein feministisches Thema)

Unser Reichtum geht auf Kosten anderer. Das wissen wir schon lange. Und doch tut es weh, dass eines unserer liebsten Spielzeuge so unsägliches Leid verursacht: Ein sauberes Handy gibt es nicht.

Das Flüchtlingsdrama in Syrien und Jordanien nimmt kein Ende. Ein hier wenig bekanntes und für die Opfer doch so schlimmes “Nebenthema” ist der florierende Mädchen- und Frauenhandel mit Flüchtlingen: Tochter zu verkaufen. Die UNICEF berichtet, in Jordanien sei jedes dritte Mädchen unter 18 bereits verheiratet.

Die folgende Geschichte ist irgendwie tragisch, aber auch sympathisch. Ich glaube, das gäbe einen guten Film. Ein vernachlässigter Junge fängt an, sich als andere, als vermisste Kinder auszugeben, um Liebe und Aufmerksamkeit zu ergattern. Sogar ein Happy-End hat die Geschichte von Frédéric Bourdin: Das Chamäleon.

Pädophile sind Monster, so die gängige Meinung. Töten müsse man sie, kastrieren, lebenslang wegsperren. Aber was wäre, wenn es mein Sohn wäre? Ein bedrückender Artikel im Spiegel: Nachts im Kinderzimmer.

 

Nora Imlau: „Freundschaft“

Kurzer hat zwei beste Freunde. Den einen kennt er seit Babyzeiten, den anderen seit letztem Frühjahr. Seit Ende August gehen sie zusammen in die Vorschule. “Die Drei aus dem Städtchen” nennt sie die Lehrerin, weil sie alle drei im Quartier leben und wie Pech und Schwefel aneinander kleben. Das heisst, wenn sie sich nicht gerade untereinander zoffen, prügeln, das Gesicht zerkratzen. „Du bist für immer und ewig mein Bester“ und „du bist so blöd, ich lade dich nie, nie, nie mehr zu meinem Geburtstag ein“ im Fünfminutentakt.

Sie prügeln sich oft, die Drei aus dem Städtchen. Aber wehe ein anderes Kind oder gar ein Erwachsenes mischt sich ein – da sieht es sich plötzlich drei kampfbereiten Musketieren gegenüber, die einander Deckung geben. „Lass meinen Freund in Ruhe“, schimpfte mich neulich einer der Drei, als ich Kurzen wegen etwas zur Rechenschaft zog, das er ausgefressen hatte.

Solche Freunde, die zusammenhalten und mit ihm durch Dick und Dünn gehen, wünscht man seinem Kind und hofft, dass die Freundschaft ein Leben lang hält. Bei jedem Streit leidet man mit und drückt die Daumen, dass bald die Versöhnung folgt. Ganz besonders, wenn die „Entfreundung“ mal eine ganze Woche andauert oder noch andere Kinder ins Spiel kommen, plötzlich Rivalität um die Gunst des Freundes da ist und Eifersucht auf andere. Fünfjährige fühlen stark und intensiv – und laut. Man leidet mit ihnen mit und möchte ihnen helfen. Im ersten Reflex möchte man abwiegeln, aber im Innersten weiss man natürlich, dass das wohl nicht das Richtige ist.

Deshalb war ich natürlich neugierig und freute mich etwas zu lernen, als Nora Imlau, die Autorin von „Das Geheimnis zufriedener Babys“ für die Beltz Nikolo Reihe „Grosse Gefühle“ ein Buch über Kinderfreundschaften geschrieben hat.

Dort geht es nicht nur um die Bedeutung von Kinderfreundschaften und Cliquen für die Entwicklung unserer Kinder, sondern man erfährt auch, wie schüchterne Kinder Freunde finden können, lernt etwas über Mobbing unter Kindern, und über Einzelgänger. Wann sollen sich Erwachsene zurückhalten, wann einmischen? Wie können wir unsere Kinder dabei unterstützen eine Freundschaft auch über Distanz aufrecht zu erhalten (beispielsweise nach einem Umzug)? Was tun, wenn ein Kind unbeliebt ist, wenn es von anderen gehänselt wird oder wenn unser eigenes Kind ein anderes hänselt?

Wie immer bei Nora Imlau gibt es keine fertigen 1-2-3-Rezepte. Stattdessen finden Leserinnen und Leser zahlreiche wertvolle Inputs und Dinge zum Nachdenken und eine lange Literaturliste zum weiterlesen. Darunter auch zahlreiche Kinderbücher, in denen Freundschaft eine wichtige Rolle spielt.

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Klappentext:

„Kinder entdecken miteinander die Welt und lernen voneinander. Jeder Freund inspiriert auf eigene Weise und prägt die Persönlichkeit des Kindes beim Spielen, Streiten, Versöhnen. Wer Kinderfreundschaften versteht und fördert, öffnet Kindern ganz neue Horizonte.“

„Freundschaft. Wie Kinder sie erleben und Eltern sie stärken können“
Nora Imlau
Beltz & Gelberg, Weinheim und Basel, 2014
ISBN 978-3-407-72716-9

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Das Geheimnis zufriedener Babys

Nora Imlau: Das Geheimnis zufriedener Babys

Noch ein Ratgeber für Babys? Im Ernst? Muss das sein?

In der Fantastillion Ratgeber für die Babyzeit hat bisher einer gefehlt: Einer, der undogmatisch und ohne zu predigen das zusammenfasst, was heute „bedürfnisorientierte Elternschaft“ oder neudeutsch „Attachment parenting“ genannt wird. Continue reading

Jede Mutter kann schlafen lernen – wenn man sie nicht hängen lässt!

Fast zeitgleich mit Nora Imlaus “Geheimnis zufriedener Babys”, das Eltern ermutigt, möglichst vollständig auf die Bedürfnisse ihres Babys einzugehen , veröffentlichte der Verlag Gräfe und Unzer (GU) diesen Herbst eine weitere Auflage ihres umstrittenen Longsellers “Jedes Kind kann schlafen lernen”.

In den sozialen Medien und auf Blogs wird nun eine Petition herumgereicht, die den Verlag GU dazu auffordert, das umstrittene Buch vom Markt zu nehmen. Obwohl ich das Buch mehr als kritisch ansehe und von seinem Kauf oder der Anwendung der darin propagierten Methode dringend abrate, habe ich die Petition nicht unterschrieben. Und ich finde es auf Deutsch gesagt unter aller Sau, wie die in der Petition namentlich genannte zuständige Pressesprecherin des Verlags teilweise beschimpft wird. Die Presseabteilung macht das Verlagsprogramm nicht!

Ich mag die Methode des “kontrollierten” alleine weinen Lassens – der Ferber-Methode – nicht. Wegen des hohen Stresses, dem das Baby dabei ausgesetzt wird, halte ich sie für gesundheitsschädigend und dass das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und ihrem Kind bereits im frühen Babyalter so bedroht wird, halte ich ebenfalls für ungut. Es finden sich heute zahlreiche Studien, die die Schädlichkeit verschiedener Aspekte der Methode beschreiben (wenn auch nicht der Ferber-Methode als Ganzes).
(wer sich dafür interessiert: Kathrin Szabó von nestling.org hat eine einfach verständliche Zusammenfassung über diese Art Schlaflernprogramme geschrieben: Schlaflernprogramme, ein Blick hinter die Schreikulisse und in der Broschüre “Kinder brauchen uns auch nachts” von Sibylle Lüpold kommen erklären namhafte Experten – Largo, Renz-Polster, Hüther, Sears, u.v.m. – die möglichen Nebenwirkungen der Ferber-Methode)

Trotz allem wird die Methode weiter propagiert. Sie verspricht eine schnelle Lösung für ein Problem, das offenbar viele Eltern haben und da so viele Leute das auch gemacht haben und erzählen, ihr Kind hätte keinen Schaden davon getragen, wird die Sache zum Selbstläufer. Wer “es” getan hat wird sich immer damit rechtfertigen, dass “es” funktioniert hat und beim Kind kein kurzfristig wahrnehmbarer psychischer Schaden feststellbar sei. “Und es liebt mich immer noch so stark wie vorher”.

Was sollen denn Eltern sonst sagen, die sich aus Unwissen oder reiner Verzweiflung heraus zu dieser Methode entschlossen haben?!

Es gibt bereits genug Hexenjagden. Auch ein Verbot dieses Buches oder der Ferber-Methode würde das Grundproblem heutiger Eltern nicht lösen: Die Isolation, die Tatsache, dass die meisten während den anstrengenden ersten Lebensmonaten völlig allein auf sich selber gestellt sind, das Fehlen eines Stammes. Diese Problematik verschwindet nicht einfach mit dem Buch!

Statt auf verzweifelte Eltern schlafloser Babys und Kleinkinder herumzuhacken wäre es meiner Meinung nach sinnvoller und zielführender, ihnen Hilfestellung zu geben. Sei es im Internet mit Ermutigung und Aufmunterung, dem Hinweis auf andere Ratgeber, wie oben erwähntes “Geheimnis zufriedener Babys” von Norma Imlau oder Elizabeth Pantleys “Schlafen statt Schreien” (Werbelink).

Und daneben natürlich die praktische, tatkräftige Mithilfe. Es ist immer einfach, andere zu kritisieren. Aber der übermüdeten Nachbarin mit Neugeborenen anzubieten, mit diesem zwei Stunden spazieren zu gehen, damit die Mutter mal ein Bad nehmen oder sich in Ruhe aufs Ohr hauen kann, ihr einen Teil des Haushaltes abzunehmen oder für die junge Familie ein paar Mahlzeiten zu kochen, ist auf Dauer nutzbringender.

Aufklärung tut dringend Not, aber bitte nützliche, positive Aufklärung: Was können Eltern stattdessen ändern, das der ganzen Familie zu mehr Schlaf verhilft? Und was können wir selber konkret tun, um übermüdeten Eltern zu helfen?