Tag Archives: November

Vernetzt im November 2016

November 2016, der Monat, in dem fast die erste Frau zur Präsidentin der USA gewählt worden wäre. Hillary Clinton hat in einer historischen Wahl mit 2 Mio Stimmen Vorsprung die Mehrheit im Volk erreicht, ist aber auf den letzten Metern am Wahlmännersystem gescheitert.
Die Wahl ihres Gegners Donald Trump zum mächtigsten Mann der Welt und seine Auswahl an Männern, die ihm in den nächsten vier Jahren mit Rat und Tat zur Seite stehen sollen, hat nicht nur die US-amerikanischen Unterschichten, Minderheiten und indigenen Völker erschüttert, sondern planetenweite Wellen geschlagen. Continue reading

Vernetztes im November 2014

ins Netz gegangen
(funnytools / Pixabay)

Unser November war kalt und neblig, wie für alle anderen auch. Daneben gingen zwei Haushaltsgeräte und zwei Autos auf Grundeis. Das hätte irgendwie nicht sein müssen. Bronchitis, Entzündung der Nasennebenhöhlen und die Lungenentzündung des Kurzen haben den Monat dann besinnlich ausklingen lassen.

~~~||~~~

Über das schwierige Verhältnis zwischen Kindern und Eltern in Migrantenfamilien schreibt Hakan bei Kleinerdrei: Bruchreif.

90 Menschen, darunter auch Kinder und Babys, sterben in der Sahara im Niemandsland zwischen Niger und Algerien. Schlepper hatten sie nach einer Reifenpanne ohne Wasser und Nahrung zurück gelassen. Europa schweigt und schickt mehr Geld nach Niger, damit die Grenzen besser bewacht werden können: Stirb nicht. Geschichte einer Flucht.

In Sierra Leone herrscht in Anbetracht der Ebola-Epidemie vor allem Hilflosigkeit und Angst. Über 4500 Menschen sind in Sierra Leone, Liberia und Guinea bisher gestorben und das Virus scheint sich nicht aufhalten zu lassen. Es wird erwartet, dass sich bis Januar 2015 eine Million Menschen angesteckt haben wird. Ein Team der Zeit ist dem Ursprung der Seuche nachgereist und beschreibt die menschliche Katastrophe dahinter: Wie das Virus in die Welt kam.

CookiesAdvent steht ja quasi schon vor der Tür und die ersten bloggenden Eltern haben erste Testläufe für die Weihnachtsbäckerei bereits hinter sich. Frau Cloudette teilt ihre Erfahrungen mit anderen Eltern: Backen mit Kleinkind, so gelingt’s!

Über einen autobiographischen Artikel des Schwedischen Fotomodells Lina Scheynius bin ich auf ihre Webseite gestossen, auf der sie einen Teil eigenen Fotos veröffentlicht, die sie als Fotografin aufgenommen hat. Besonders berüht hat mich die Serie “make more love book”. Aber macht Euch ein eigenes Bild: Say Hi to Lina Scheynius.

Die Autorin Meike Büttner nimmt an vielen Wettbewerben teil. Texte, die “aus guten oder schlechten Gründen” nicht gewinnen, will sie in Zukunft im Blog “Wo die Angst ist, ist der Weg” veröffentlichen, um zu verhindern “dass ich faul werde und Texte mehrfach verwende. Ihr Pech, unser Glück, bin ich versucht zu sagen. Als Einstieg empfehle ich “Grammatik der modernen deutschen Familie“.

So kurz vor dem Startschuss zur globalen Konsumorgie namens Weihnachten, hat Mama Arbeitet eine “unvollständige Liste” darüber veröffentlicht, “was Armut mit dir macht”. Mir gefällt Punkt 13 am allermeisten: Was Armut mit dir macht. Eine unvollständige Liste.

Mareice vom Kaiserinnenreich interviewt Mütter von Kindern mit Spezialeffekten. Schonungslos offen, aber ohne zu jammern, berichten sie über ihren Alltag. Am besten gleich bookmarken oder in den Feedreader packen: Der Mütterfragebogen – Special needs edition.

Die Geschichte von Amina, die von ihrer eigenen Mutter nach Somalia entführt wurde, um dort zu einem “anständigen Mädchen” erzogen zu werden, lässt mein Herz bluten: Fahrt zur Hölle.

 

….

Ernetztes und Vernetztes im November 2013

Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Warten auf die Beute
(Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Der November hat uns in seinem nebeligen Klauengriff und gerade vergeht die Zeit fast überhaupt nicht und wenn man sich umschaut, ist sie gerast. Bald geht schon der Kerzenterror wieder los.

Was mir diesen Monat über den Bildschirm getickert ist und ich gerne mit Euch teilen möchte, findet Ihr wie immer an dieser Stelle:

~~||~~

Antje Schrupp wurde irgendwann zu einem unfreundlichen Menschen. Jedenfalls manchmal. Welche könnte es ihr verübeln? “Wie ich zu einer unfreundlichen Person wurde” liess mich, wie mancher andere Artikel dieser Vordenkerin, sehr nachdenklich zurück.

Zora Debrunner spricht auf Demenz für Anfänger (übrigens ein äusserst empfehlenswertes Blog) ihre Bewunderung aus für alle Menschen, die in der Pflege –  insbesondere der Altenpflege – arbeiten und tagtäglich geduldig und liebevoll mit nicht immer einfachen Patientinnen und Patienten umgehen: Die grosse Nähe.

David Trumble, ein US-amerikanischer Cartoonist, hat als Antwort auf die “Prinzessifizierung” Meridas durch die Disney Marketingabteilung zehn weibliche Rollenvorbilder (“women you should know”) disneysifiziert: David’s Disney Princessified “World of Women”

Nach Ansicht dieser 3D-Simulation britischer Orthopäden kann ich mich wieder guten Gewissens in meinen orthopädischen Gesundheitslatschen suhlen.

Mama arbeitet alias Christine Finke schreibt sehr offen und ehrlich, wann sie ihren Kindern eine geschmiert hat: Dem Kind eine Ohrfeige geben – geht gar nicht. Aber passiert. Trotz Grundgesetz und allen guten Vorsätzen passiert es.

Nochmal Zora Debrunner, hier schreibt sie in Anlehnung an die Sendereihe des Schweizer Fernsehens SRF über die wichtigsten Schweizer (spezifisches Maskulinum!) über bärtige Eidgenossen und was die mit ihrer Identität zu tun haben: Über meine Identität.

Hast Du gewusst, dass Leonard Nimoy (Mister Spock) heute als Fotograf arbeitet? Ich habe ja ganz schön gestaunt, als ich auf dem mich sehr beeindruckenden Full Body Project seinen Namen las. Aber er ist es tatsächlich. Alle Fotogalerien von Nimoy finden sich hier.

Über den Umweg des sehr lesenswerten Sprachlogs bin ich auf eine neurologische Forschungsarbeit gestossen, die herausgefunden hat, dass bei primäre Bilingues die Demenzkrankheiten später ausbrechen als bei einsprachigen Menschen: Bilingualism delays age at onset of dementia, independent of education and immigration status.

Refe und seine Partnerin hatten die grandiose Idee zum Dinovember und Das Nuf doppelte mit der Frage nach, was eigentlich ihre Anziehpuppen in unbeobachteten Momenten tun: Das geheime Leben.

Salman Ansari (über dessen aktuellen Buch ich hier berichtete), schreibt auf seinem Blog einen bemerkenswerten Artikel über die Gründe für die chronische Unruhe und Konzentrationsstörungen, unter der heutzutage viele Kinder leiden. Ansari versteigt sich nicht wie andere in Verschwörungstheorien, und behauptet auch nicht, dass AD(H)S eine erfundene Krankheit sei; Aber er geht davon aus, dass viele unruhige Kinder zu Unrecht mit AD(H)S diagnostiziert und mit Ritalin dagegen behandelt würden und das Problem anderswo läge: “Wenn Jugendliche mit Unruhe verbreitender Aggressivität, Agilität und Nervosität auf die Anforderungen ihrer Umwelt reagieren, dann ist ihr Verhalten zugleich eine Antwort auf die Unzumutbarkeiten einer Wirklichkeit, der sie sich nicht entziehen können.  Kinder sind permanent umgeben von Lärm und Hektik. Hinzu kommen ständig wechselnde Reize, ununterbrochene, verwirrende Wechsel zwischen realen und virtuellen Geschehnissen. Kinder nehmen teil an all den Bildern globaler Katastrophen und Informationen und werden somit Zeugen von Gewalt, von Mord und Krieg, von Geschehnissen, die sie noch gar nicht einordnen und verkraften können.” (ganzer Artikel: Warum Kinder hyperaktiv reagieren: Antworten auf eine unbewältigbare Wirklichkeit)

Der aus der Forschung zu häuslicher Gewalt seit Jahren bekannte und renommierte Soziologe Michael Kimmel äussert sich im Interview mit Colette Schmidt von Die Standard zur Frage, weshalb feministische Forderungen auch die Männer etwas angeht und was sie mit der Unterstüzung antipatriarchaler Bewegungen gewinnen können: “Feminismus ist eine feine Sache für uns Männer“.

Die Politikerin Jacqueline Fehr fasst in einem Kommentar die verschiedenen Rollen zusammen, die Mütter in den letzten 150 Jahren hatten und fragt, ob es nicht an der Zeit wäre, darüber nachzudenken, was Kinder stark und selbständig macht: “Weshalb Heidi auch Nein zur SVP-Familieninitiative gesagt hätte“.

Normal ist, was wir dafür halten. In der Regel ist es das, was wir kennen oder mit den meisten Menschen unserer Umgebung teilen. Normalität ist beruhigend […].” Bei Brandeins schreiben vier Medienleute darüber, wie sie das, was wir als Normal empfinden, konstruieren und inszenieren: “Ganz normale Leute”.

 

 

~~||~~