Tag Archives: Sexualität

Sex und Pornografie und all das

Neulich kam mein Kurzer nachhause und fragte, weshalb er kein Schwesterchen habe.

“Brauchst Du denn eines?” fragte ich zurück.

“Ja, ALLE BUBEN HABEN EINE KLEINE SCHWESTER!”

“Alle Buben” heisst übersetzt: Seine zwei besten Freunde. Und überhaupt. Ich versuchte dann, ihm zu erklären, dass manche Buben Schwesterchen haben und manche nicht. Aber das wollte er nicht gelten lassen und fing an zu erklären, dass Papa mir JETZT SOFORT ein Körnchen in den Bauch legen müsse und daraus dann ein Schwesterlein wachsen würde und überhaupt wünsche er sich ganz fest eines. Das alles dekoriert mit Hundeblick und bitte-bitte.

Bildquelle: Krachbumm-Blog, Fotografin: Anna Lisa Chang

Bildquelle: Krachbumm-Blog,
Fotografin: Anna Lisa Chang

Was war das eben mit dem Körnchen? Woher hatte er das? Von mir jedenfalls nicht, und da auf diskretes Nachfragen auch andere Eltern ähnliche Fragen gestellt bekommen haben, tippen wir jetzt einfach mal auf die Vorschullehrerin.

In diesem Fall konnte ich der Fragerei noch knapp ausweichen, doch das Thema wird wieder auf den Tisch kommen. Und wieder, und wieder. Deshalb bin ich froh, hat Kollegin Krachbumm ihr eBuch jetzt endlich veröffentlicht: “Wie sag ich’s meinem Kind? Sex & Porno

Dort drin findet man nicht ganz alle Antworten – aber immerhin gute Hilfestellung, wie man das Thema mit seinem Kind behandeln kann. Und zwar ganz ohne Peinlichkeiten und weder Bienchen noch Störche werden bemüht. Ich bin froh um diese Hilfestellung, denn langsam wird es eng hier und ich bräuchte dringend Antworten insbesondere darüber, wie genau denn nun das famose Körnchen von Papa in Mamas Bauch kommt.

Schwerpunkt des 70-seitigen E-Books liegt beim Sex und nicht bei der Fortpflanzung. Deshalb sind die hier aktuellen Fragen dann auch nicht alle beantwortet. Beispielsweise weshalb man nicht auslesen kann, ob es ein Brüderlein oder ein Schwesterlelin gibt oder weshalb manchmal alles Körnchen-in-den-Bauch-legen nichts nutzt und einfach kein Baby entsteht.

Trotzdem würde ich allen Eltern von Kindern im Vorschul- und Schulalter empfehlen: Holt Euch das E-Book! Es ist sehr informativ und sehr hilfreich, wenn die Fragen zum Sex auftauchen.

 

 

Vernetztes im Dezember 2014

ins Netz gegangen (funnytools / Pixabay)

ins Netz gegangen
(funnytools / Pixabay)

Im Dezember hatten wir immer noch Lungenentzündung und eine Reihe Magen-Darm-Geschichten, wenig Training, viel Essen, und der Winter ist endlich gekommen und wie! Fast 17°C Minus, Schnee und Eis verwandeln die Landschaft wenigstens für ein paar Tage.

Ich wünsche Euch fantastisches Neues  Jahr, mit vielen neuen Entdeckungen, Erkenntnissen und Einsichten!

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Frau Krachbumm schrub ein paar interessante Überlegungen zum Thema Mutterschaft und Sex auf: Will ich ne MILF sein? Ja, nein, vielleicht?

Jedes Jahr wieder beeindruckend: Das UNICEF Foto des Jahres. Beziehungsweise die Fotoreportage des Jahres. Man müsste eigentlich jede Einzeln verlinken, denn jede ist es wert auch jene, die es “nur” auf die Plätze geschafft haben: UNICEF Foto des Jahres.

Migrantenfamilien sollen per Gesetz dazu gezwungen werden, innerhalb der Familie Deutsch zu sprechen. Stimmen die Prämissen, auf denen diese Forderung beruht, denn überhaupt? Wie schlecht steht es um die Deutschkenntnisse von Migranten in Deutschland? Diesen Fragen geht das Sprachlog nach und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: Integration duch Sprachvorschriften.

Corinna Knauff schreibt gegen die Mummywars an und schlägt als Lösung virtuelle Müttergruppe “ZusamMama” vor . Hier ihr Plädoyer: Mum’s Woodstock: ZusaMama. Eine Mütter-Friedensbewegung im Netz.

Eine eindrückliche Fotostrecke von Jacob Holdt aus den USA der 1970er Jahre: Vereinigte Albträume von Amerika.

Seit dem 11. September 2001 gehört der Anschlag auf das World Trade Center und dessen Einsturz zur Geschichte der USA. Was wenige wissen, ist dass das WTC auch in den USA immer umstritten war. Seinem Bau fielen über 300 Betriebe und Läden zum Opfer. Spiegel Online berichtet über Planung und Bau der “Großen, bösen Gebäude“.

Nehmt Euch etwas Zeit und Ruhe, um diese Multimedia-Reportage über die Aussengrenzen Europas anzusehen. Eindrücklich und bedrückend! Der Zaun.

Dirk Gieselmann hat den Auftrag, “Woche lang böse” zu sein und und er soll “dabei Protokoll führen”. Das Resultat  ist durchaus erheiternd: Heute ein fieser Möpp.

Juliane Schiemenz fährt quer durch Deutschland, um ihren an Alzheimer erkrankten Vater in ein Pflegeheim zu bringen. Ein berührender, liebevoller Bericht: Alzheimer on the Road.

Ich habe es kaum ausgehalten, diesen Artikel zu ende zu lesen. Mein Sohn würde sagen: “Menschen sterben. Das passiert manchmal”. Hier berichtet ein Vater darüber, wie er seinen kleinen Sohn beim Sterben begleiten musste: Emil stirbt.

Meine frühe Jugend wurde von drei Katastrophen überschattet: Tschernobyl, AIDS und Bophal. Über die ersten beiden wird noch berichtet, doch auch in der vergifteten indischen Stadt sterben noch heute, dreissig Jahre nach der Giftgaskatastrophe, Kinder und Erwachsene an den Folgen: Im Schatten der Welt.

Ernetztes und Vernetztes im Mai 2014

Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Was ist mir diesen Monat ins Netz gegangen?
(Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Auch im Mai sind mir wieder zahlreiche Reportagen und Artikel begegnet, die im entferntesten Sinn mit Elternschaft zu tun haben.

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Was geschah eigentlich mit den Menschen, die in dieser eingestürzten Textilfabrik in Bangladesch verletzt wurden oder Familienmitglieder verloren haben? Wir alle fanden es doch so skandalös, was dort geschah, nur damit wir hier ein T-Shirt für unter zehn Franken kaufen können? Nur die Anderen tun so was, wir selber kaufen natürlich nie im H&M oder im C&A, Vögele, und wie sie sonst alle heissen, die Textilhandelsketten, die dort produzieren liessen. Was geschah mit den Menschen, die dort arbeiteten und denen Versicherungszahlungen und Wiedergutmachung versprochen wurde? Selber lesen und fremdschämen: Im Stich gelassen!

Hier kommt wieder einer dieser Beiträge, die mich sprach- und ratlos zurück lassen. Wann kippt ein Kind? Wann wird es vom niedlichen, neugierigen Lauser zum Mörder und Attentäter und was muss Furchtbares geschehen, damit das passiert?
“Darum geht es in Afghanistan: um Menschen, die verschwinden. Um Kinder, die sich und andere ermorden. Es geht nicht um Ballons. Es ging selten um die Vorstellungen, die sich Fremde machten.”Ein Kind, ein Killer.

In Einer von sieben Milliarden nimmt Katja Schwab von SciLogs etwas Abstand zu den Alltagsproblemchen und zeigt auf, wie relativ die im Grund genommen sind.

Körperlich oder geistig behinderte Menschen und Sex. Auch so ein Thema, über das man nicht nachdenkt, nicht nachdenken will. Denn es betrifft einem ja nicht. Und überhaupt. Benjamin Piel hat sich des Themas angenommen und für seine einfühlsame Annäherung gleich den Theodor Wolff Preis verliehen bekommen: Bettys erstes Mal.

Warum sich manche junge Menschen mit Migrationshintergrund in ihrer Heimat nie ganz zuhause fühlen können erklärt Özlem Gezer in diesem Spiegel-Artikel und erhielt dafür den Henri-Nannen-Preis: Türkisiert.

Wie hoch war eigentlich der wahre Preis für das T-Shirt, das Du trägst? Bitte nur anklicken, wenn Du Zeit und Ruhe hast, um die Präsentation zu verdauen: The shirt on your back.

Ein Thema, so bedrückend, dass es einem als Mutter oder Vater fast das Herz abdrückt. Dürfen Eltern eines Amokläufers um ihren Sohn trauern? “Tims Eltern brechen ihr Schweigen: ‘Er fehlt mir so’

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