Tag Archives: Sprache

Vernetzt im April 2015

ins Netz gegangen (funnytools / Pixabay)

ins Netz gegangen
(funnytools / Pixabay)

Der April stand bei mir ganz im Namen des Geschäftes, so dass ich den Blog etwas stiefmütterlich behandeln musste. Osterferien und Dauerregen taten ihr Übriges, um die Laune dauerhaft zu vermiesen. Aber genug gejammert: Die Sonne ist zurück und der Winter ist dem Frühling gewichen.

Hier wieder meine Sammlung von Artikeln, die mir im Laufe des letzten Monates über den Bildschirm geflimmert sind und die ich wert finde, gespeichert und geteilt zu werden. Continue reading

Lobhudeleien

Während unseres Kroatienurlaubs im September ist mir erstmal aufgefallen, wie ungemein sprachbegabt unser Kurzer eigentlich ist. Im Alltag ist er ja zwei Sprachen ausgesetzt, Schweizerdeutsch (streng genommen Berndeutsch und Ausserrhodisch) und Französisch, daneben hört er regelmässig Hochdeutsch, Englisch und ein klein wenig Kroatisch. Er spricht aktiv Schweizerdeutsch und Französisch und übersetzt fliessend von einen ins andere. Aber erst während dieses Urlaubs, als er uns regelmässig auf Kroatisch sprechen hörte, ist mir aufgefallen wie er nun intuitiv Wörter und die im Zusammenhang erfasste Wortbedeutung aufnehmen und seinerseits benutzen konnte.

Gemüsemarkt in Kroatien

Kroatischer Gemüsemarkt (Bild Juergen Jotzo / pixelio.de)

In Kroatien kauften wir unseren Salat, Gemüse und Obst täglich frisch am Stand von Mirjana, gleich an der Promenade neben dem Hafen, wo unser Boot lag. Jeden Tag beim aufs Boot gehen winkten wir freundlich und riefen “dobar dan” (1) und sie rief eben so freundlich zurück.

Gegen Abend, wenn wir müde vom Baden und Nichtstun zurückkamen, hielten wir bei ihrem Stand, grüssten erneut mit “dobar dan” oder “dobar večer”(2). Schon nach einem Tag plapperte Kurzer fröhlich nach: “dobar dan” kam ihm fliessend von den Lippen.

Mirjana konnte vor Freude kaum an sich halten, so gut gefiel ihr der höfliche, charmante noch-nicht-ganz Vierjährige, der so niedlich grüsste. Sie lobte und pries ihn und schenkte ihm jedes Mal eine Frucht oder ein Bonbon, das sie unter dem Tisch hervorzauberte.

Nach zwei Tagen schon hatte Kurzer ihre Worte im Zusammenhang interpretiert und eingeordnet – und grüsste sie fortan statt mit “dobar dan” mit einem jubelnden “Bravo! Dobar dečko!” (3)

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(1) Guten Tag
(2) Guten Abend
(3) Bravo! Guter Junge!

Kurz gefasst im Juni 2013

Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Warten auf die Beute
(Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Endlich wird das Wetter wieder besser und da ich immer noch keinen sonnentauglichen Bildschirm habe, werde ich mich vermehrt mit dem Medium befassen, das landläufig “frische Luft” genannt wird.

Trotzdem habe ich auch im Juni ein paar Artikel gelesen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

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Obwohl laut einigen Kommentatorinnen regelrechter “Stillzwang” herrschen soll, ist in manchen Ländern das Stillen rückläufig. So beispielsweise in Mexiko, wo auch in ländlichen Gegenden mit schlechtem Trinkwasser immer weniger Frauen stillen, die Säuglingssterblichkeit und Brustkrebsrate gleichzeitig aber steigt. Ein Zusammenhang ist wahrscheinlich: Warum Mexikos Frauen ihre Babys nicht stillen.

Mutter und Töchter von Julie Fullerton-Batten und noch ein paar Echte Disney-Prinzessinnen von Jirka Väätäinen im fantastischen virtuellen Museum My Modern Met.

Sehr speziell: Polizeilich angeordnetes Hausverbot für drei Elfjährige in ihrem eigenen Schulhaus, weil sie am Samstagabend auf dem Schulareal Fussball spielten. Das geschah nicht etwa in Seldwyla, sondern im Schweizerischen Oensingen: Schulhausverbot wegen Fussballspiels.

Susanne Mierau schreibt auf ihrem Blog über Respekt, und dass Kinder den nicht dadurch lernen können, dass man ihnen “Bitte” und “Danke” andressiert, sondern nur, indem man ihnen selber Respekt entgegen bringt: “Wie heisst das Zauberwort? RESPEKT

Immer nur hin und her, von einem Kurs in den anderen und Fördern bis der Kopf wackelt – um all das zu verdauen und zu speichern, müssen Kinder auch mal Entspannen können. “Faulenzen will gelernt sein” im Focus Online.

Nicht nur wie wir etwas sagen ist wichtig, sondern auch was wir sagen und welche Worte wir wählen. Dr. Anja Schmelz auf Urbia: “Was Eltern niemals sagen dürfen“.

Und gleich nochmal Susanne Mierau, diesmal über das Trösten: “Ist doch nicht so schlimm. Ist es doch!

Optimistisch wie immer macht uns die Bernerin Ursula Lüthi (“Einfach Essen”) mit erfrischenden Sommerdrinks gluschtig: “Dr Summer chunnt – Limonaden für die wärmeren Tage“. Es lohnt sich übrigens nicht, diesem Blog zu folgen, man wird dabei nur hungrig 🙂

 

Die schrecklichen Zwei

Zuerst die gute Nachricht: Es wird besser!

Mary Cassatt, Kinder am Strand, 1884

Es geht auch friedlich!
(Mary Cassatt, Kinder am Strand, 1884)

Neuerdings kann Kurzer sogar mit Drei- und Vierjährigen spielen oder versucht es wenigstens, ohne gleich auf Konfrontation zu gehen. Die Trotzanfälle sind zwar nicht weniger, aber wenigstens kürzer geworden.

Wenn er wieder mal im Roten dreht, versuche ich mir vor Augen zu halten, was in dem einen Jahr zwischen Zwei und Drei so alles geschieht in der kindlichen Entwicklung: Zwei grosse Punkte stehen da auf der Tagesordnung, die Entstehung des “Ich” und die Aneignung und Perfektionierung der Muttersprache. Beides sind, von Nahem betrachtet, irrsinnige Leistungen des Gehirns! Continue reading