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Susanne Mierau: Breifrei durch die Babyzeit (E-Buch)

Susanne Mierau, die das Blog “Geborgen Wachsen – Bindungsorientierte Elternschaft” betreibt, hat mir freundlicherweise ihr neuestes E-Buch zur Verfügung gestellt, damit ich es für Euch anschauen kann.

Breifrei durch die Babyzeit

Breifrei durch die Babyzeit

Um was geht es in “Breifrei durch die Babyzeit: Gemeinsam Essen entdecken. Stück für Stück”?

Auf 34 Seiten gibt Mierau einen Überblick über die Beikosteinführung nach den Prinzipien  von “Baby Lead Weaning” (BLW, selbstbestimmtes Abstillen). Sie erklärt, worauf es dabei ankommt und wie man vorgeht, damit das Essen für das Kind zu einer selbstbestimmten,  positiven Erfahrung wird.

Kurz zusammengefasst geht es bei BLW darum, dass dem Kind anstelle von Brei “richtiges Essen” angeboten wird und es sich selbständig davon bedienen kann. So kann es die Nahrungsmittel selbständig untersuchen und kosten und selber bestimmen, was und wieviel davon es essen möchte. Neben der langsamen Einführung neuer Nahrungsmittel ab etwa sechs Monaten, in der vom Baby selbst gewählten Geschwindigkeit, wird es weiter gestillt oder geschöppelt, so dass sein Bedarf an Nährstoffen auch dann jederzeit gedeckt ist, wenn es noch nicht “richtig” essen kann sondern nur auf angebotenen Nahrungsmitteln herumkaut und sie wieder ausspuckt.

Wer sich also gar nicht damit aufhalten möchte, Breie zu kochen oder Gläschennahrung zu verfüttern, sondern von der Brust/Flasche direkt zu “echten Lebensmitteln” übergehen möchte, kann sich in Mieraus Buch einen ersten Überblick verschaffen: Wann ist das Kind bereit für die Einführung der ersten Beikost, welche Nahrungsmittel sind geeignet/ungeeignet, welches Vorgehen ist das Beste, welche Getränke,….

Mierau nimmt auch mögliche Sorgen ernst und beantwortet Fragen wie “kann sich das Kind nicht verschlucken?” oder “geht das auch, wenn in meiner Familie Allergien vorkommen?”

Fazit

Für mich bietet das E-Book einen ersten Überblick über die Thematik des Baby Lead Weaning. Wer das Thema vertiefen möchte, findet im Anhang eine Liste mit einschlägiger Literatur auf Deutsch und Englisch.

Der günstige Preis lässt einem über fehlendes Lektorat, zahlreiche Wiederholungen  und teilweise Widersprüche hinwegsehen.

Empfehlen würde ich es in erster Line Eltern, die ihre Kinder nach Bedarf stillen.
Es wird zwar erwähnt, dass BLW auch mit Flaschenkindern durchgeführt werden kann, das Thema wird aber nicht weiter vertieft. Manche Eltern von Flaschenkindern könnten sich zudem am stillenthusiastischen Diskurs der Autorin stören.

Auch Eltern von Kinder mit speziellen Bedürfnissen oder Gesundheitsproblemen werden in dem Büchlein nicht alle Informationen finden, die sie benötigen. Als Mutter eines Kindes mit schwerer Refluxösophagitis und spezieller AR-Ernährung hätte mich natürlich interessiert, ob in seinem Fall BLW auch machbar gewesen wäre und wenn ja, wie. Ich verstehe aber auch, dass solche Spezialfälle nicht in dem Rahmen abgehandelt werden können, die ein E-Buch anbietet.

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Susanne Mierau: Breifrei durch die Babyzeit.
Erschienen als E-Buch im Selbstverlag, 2013

Weitere Informationen über die Autorin, ihre Bücher und Themen auf Susanne Mieraus Webseiten:
geborgen-wachsen.de und
susanne-mierau.de

Bezugsquelle: Das Buch kann bei lulu.com gedownloadet werden und kostet CHF 3.75 / € 2.99

Download: http://www.lulu.com/shop/susanne-mierau/breifrei-durch-die-babyzeit-gemeinsam-essen-entdecken-st%C3%BCck-f%C3%BCr-st%C3%BCck/ebook/product-21132687.html

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Natürlich will ich eine perfekte Mutter sein

Die perfekte Mutter nach den Vorstellungen einiger

Die perfekte Mutter nach den Vorstellungen einiger

Ich bin keine perfekte Mutter. Zum Glück.” titelte Susanne Mierau in ihrem gleichnamigen Beitrag auf “Geborgen Wachsen”, dem Blog für bindungsorientierte Elternschaft.

Aber ja doch, liebe Susanne, natürlich bist Du eine perfekte Mutter! Was Du nicht bist, ist eine Mutter nach den Standards, die irgendwelche Fremde vor langer Zeit gesetzt haben und die nichts, aber auch gar nichts mit der heutigen Lebensrealität gemein haben (auch nicht mit der damaligen, um genau zu sein).

Was ist denn eine perfekte Mutter? Etwa eine, die sich ungefragt für ihre Kinder aufopfert (und ihnen das Jahre später bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter die Nase reibt)? Sicher nicht!

Eine perfekte Mutter erfüllt die Bedürfnisse ihrer Kinder, solange diese es nicht selbst tun können. Der Rest ist Supplément: Solange es Spass und Freude macht, umso besser – und wenn’s keine Freude mehr macht, dann lässt es die perfekte Mutter sein und schaut, wie sie sich organisieren kann, damit es für das Kind und für sie selber stimmt.

Eine perfekte Mutter tut mitnichten alles für ihr Kind. Im Gegenteil: Sie überlässt ihm so viel Eigenverantwortung, wie dieses selber übernehmen kann. Jeden Tag ein kleines Bisschen mehr. Und sie lässt es üben, selber ausprobieren, eigene Fehler machen, trainieren, immer wieder, bis es eine Aufgabe meistern kann. Das ist nur möglich, wenn man dem Kind auch erlaubt, wiederholt zu versagen. Denn anders kann es sich die geistigen oder körperlichen Muskeln nicht antrainieren, die es für den Erfolg benötigt. Das Versagen des Kindes und die damit einhergehenden Frustrationen, die muss die perfekte Mutter aushalten können!

Eine perfekte Mutter liest ihrem Kind auch nicht jeden Wunsch von den Augen ab, geschweige denn erfüllt sie ihm diesen. Denn wie soll das Kind auf diese Weise lernen können, für etwas zu kämpfen, wichtige und unwichtige Wünsche zu unterscheiden oder die wunderbare Befriedigung zu erleben, die man verspürt, wenn man sich für etwas hat anstrengen müssen und es schlussendlich erreicht hat? Die Glacé, die man sich durch Jäten hat verdienen müssen, der schmeckte so viel besser als die, die man einfach so bekam. Die perfekte Mutter gönnt ihrem Kind dieses Gefühl! Das heisst nicht, dass sie ihr Kind nicht auch verwöhnen darf, wie sie auch andere geliebte Menschen von Zeit zu Zeit verwöhnt und ihnen einen Gefallen tut. Eine perfekte Mutter sorgt jedoch dafür, dass das Kind lernt, die Ausnahme als Solche zu erkennen und nicht als Normalität.

Eine perfekte Mutter ist kein Roboter, jeden Tag ausgeglichen und freundlich gelaunt. Eine perfekte Mutter ist ein echter Mensch, mit Launen, mit Spleens, mit guten und mit schlechten Angewohnheiten. Eine perfekte Mutter ist an manchen Tagen erzgeduldig und an anderen brüllt sie ihr trotzendes Kind an – und wenn es deswegen weinen muss, setzt sie sich zu ihm und erklärt ihm weshalb sie so gereizt ist.

Das ist das Wichtigste, was eine perfekte Mutter tun kann: Mit ihrem Kind sprechen. Es war die wichtigste Lektion, die ich schon am ersten Lebenstag meines Sohnes erhalten habe: “Sprechen sie mit ihm, sagen sie ihm, wie es Ihnen geht und wie Sie fühlen. Die [Kinder] verstehen mehr, als man meint”. Daran habe ich mich seither gehalten und mir scheint, es funktioniert nicht schlecht.

Eine perfekte Mutter gibt ihr Bestes!

Mehr geht nicht und mehr ist auch nicht gut.

Und irgendwie geben wir doch alle unser Bestes, nicht?

(und ob wir wirklich gute Mütter waren, werden uns unsere Kinder in zehn, zwanzig oder dreissig Jahren sagen – sie sind die Einzigen, die das überhaupt beurteilen können)

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Zum weiterlesen:

Kurz gefasst im Juni 2013

Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Warten auf die Beute
(Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Endlich wird das Wetter wieder besser und da ich immer noch keinen sonnentauglichen Bildschirm habe, werde ich mich vermehrt mit dem Medium befassen, das landläufig “frische Luft” genannt wird.

Trotzdem habe ich auch im Juni ein paar Artikel gelesen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

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Obwohl laut einigen Kommentatorinnen regelrechter “Stillzwang” herrschen soll, ist in manchen Ländern das Stillen rückläufig. So beispielsweise in Mexiko, wo auch in ländlichen Gegenden mit schlechtem Trinkwasser immer weniger Frauen stillen, die Säuglingssterblichkeit und Brustkrebsrate gleichzeitig aber steigt. Ein Zusammenhang ist wahrscheinlich: Warum Mexikos Frauen ihre Babys nicht stillen.

Mutter und Töchter von Julie Fullerton-Batten und noch ein paar Echte Disney-Prinzessinnen von Jirka Väätäinen im fantastischen virtuellen Museum My Modern Met.

Sehr speziell: Polizeilich angeordnetes Hausverbot für drei Elfjährige in ihrem eigenen Schulhaus, weil sie am Samstagabend auf dem Schulareal Fussball spielten. Das geschah nicht etwa in Seldwyla, sondern im Schweizerischen Oensingen: Schulhausverbot wegen Fussballspiels.

Susanne Mierau schreibt auf ihrem Blog über Respekt, und dass Kinder den nicht dadurch lernen können, dass man ihnen “Bitte” und “Danke” andressiert, sondern nur, indem man ihnen selber Respekt entgegen bringt: “Wie heisst das Zauberwort? RESPEKT

Immer nur hin und her, von einem Kurs in den anderen und Fördern bis der Kopf wackelt – um all das zu verdauen und zu speichern, müssen Kinder auch mal Entspannen können. “Faulenzen will gelernt sein” im Focus Online.

Nicht nur wie wir etwas sagen ist wichtig, sondern auch was wir sagen und welche Worte wir wählen. Dr. Anja Schmelz auf Urbia: “Was Eltern niemals sagen dürfen“.

Und gleich nochmal Susanne Mierau, diesmal über das Trösten: “Ist doch nicht so schlimm. Ist es doch!

Optimistisch wie immer macht uns die Bernerin Ursula Lüthi (“Einfach Essen”) mit erfrischenden Sommerdrinks gluschtig: “Dr Summer chunnt – Limonaden für die wärmeren Tage“. Es lohnt sich übrigens nicht, diesem Blog zu folgen, man wird dabei nur hungrig 🙂