Tag Archives: Weihnachten

Advents-Intermezzo

In dem ganzen Gerenne wegen Jahresabschluss hier, Weihnachtsfeier dort, Arzttermine hier, Abklärungstermine dort, Training, Therapie, Schulfestkuchenbackundbastelstress schaffen wir es einmal mehr nicht, während der besinnlichen Zeit (ha! ha!) so etwas wie Besinnlichkeit aufzubringen. Zu gross ist der Termindruck. Continue reading

Weihnachtsfreie Zone und diverses in eigener Sache

Bild: agnesliinnea / Pixabay

Auf allen mir bekannten Blogs ist der Advent voll im Gange und die meisten haben auf die eine oder andere Weise einen Adventskalender organisiert.

Hier hingegen herrscht advents- und weihnachtsfreie Zone. Wobei ich ja zu den Menschen gehöre, die ausserordentlich gerne andere beschenken. Am liebsten mit Büchern. Da man ja grundsätzlich immer von sich auf alle anderen schliessen soll, gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass auch Ihr gerne Bücher verschenkt. Continue reading

Weihnachten im Oktober

Halloween war von August bis September, jetzt stehen schon die Weihnachtssachen in den Gestellen der Supermärkte! Eigentlich wollte ich doch nur nach etwas Ausschau halten, das ich ans frisch geputzte Küchenfenster hängen könnte. Ja, Fensterputzen ist etwas, das sogar mir so alle paar Jahre mal passiert.

Pumpkins

so ‘ne Herbstdekoration halt(Foto von Nino Barbieri (Own work) [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons)

Ich bin nicht gerade ein Hirsch im Dekorationen basteln, aber was Herbstiges wäre hübsch und schliesslich muss Kurzer auch etwas über Jahrezeiten lernen. Eigene Bastelprojekte mit Fundstücken aus dem Wald sind aus Ermangelung an Ideen, Zeit und Bastelleidenschaft schamhafterweise im Komposteimer gelandet und Mama hat sich aufgemacht, in der Stadt nach Deko ohne Basteln Ausschau zu halten. Ok, zugegeben, ich hatte sowieso dort was zu erledigen und musste nicht extra hinfahren.

So begab ich mich also freudig erregten Schrittes (Himmel hilf! Irgend ein positives Adjektiv muss sich doch finden lassen!) begab ich mich also ins nächst gelegene Innendekrationskrimskramsstaubfängergeschäft. Und was sahen meine entsetzten Augen? Ihr  werdet es nicht erraten! Es waren

Kläuse!
Mistelzweige!
und Glocken!

X-mas decoration, by Petr Kratochvil [Public domain], via Wikimedia Commons

Da bleibt einer ja das Ausrufezeichen in der Tastatur kleben.

Es ist kein Geheimnis, was ich von dem ganzen Weihnachtskonsumrummel halte.

Also vom Weihnachtsrummel überhaupt.

Aber am diesjährigen Weihnachten wird Kurzer Drei sein und zum ersten Mal in vollem Bewusstsein mitmachen (wollen). Und irgendwie will ich es ihm ja auch nicht vorenthalten, schliesslich gehört es zu unserer Kultur. Also ohne den Santaclaus versteht sich. Und ohne Rudi das Rentier, stilisierte Mistelzweige und Jingle Bells. Aber irgendwie gehört Weihnachten schon noch dazu. Aber doch nicht DIESES!

Naja, es sind ja noch drei Monate dahin, um diese Fragen zu klären.

Viel drängender ist jedoch schon jetzt die Frage, die in Internet-Eltern-Foren, über Twitter und Facebook auftaucht: Was bastelt Dein Kind für Geschenke?

MEIN KIND?

Der dreijährige Sonnenschein mit der Feinmotorik von Mani, dem Mammut?

Ja was bastelt der wohl? Ausser gelochtes Altpapier, das ich als Geschenk nur bedingt geeignet ansehe und Scherenschnitt im Wohnzimmerteppich.

Grad nach dem Welchemutterdekoriertdencoolstengeburtstagskuchenwettbewerb ist der Wessenkindbasteltdieschönstenweihnachtsgeschenkewettbewerb mein zweitschlimmster Mütter-Albtraum! Schon jetzt habe ich schweissnasse Hände und schlaflose Nächte und das Fest des Grauens der Feste rückt minütlich, nein, sekündlich näher! Ich muss basteln. Am besten etwas Nützliches, Hübsches, Brauchbares, kein Staubfänger! Wie vom Kleinen selber gemacht muss es aussehen aber doch nicht so scheusslich, dass es sogar für Grossmütter eine Zumutung wäre, es sichtbar zu präsentieren.

Also, raus mit Euren Geheimnissen! Wo kauft ihr Geschenke, die selber gebastelt aussehen?
Wie komme ich aus der Nummer noch heil raus?
Was habt ihr für ultimative Basteltips für dreijährige Söhne bastellegastenischer Mütter?

Lazarett im Familienbett oder: Das Besondere steht auf dem Esstisch

Bildquelle: Hans / Pixabay

Es gibt Momente, da ist alles anders, als man es sich vorgestellt hatte. Ich hatte mich insgeheim – vor Zeugen würde ich das natürlich niemals zugeben – ein ganz kleines Bisschen darauf gefreut, den Kurzen seine erste “richtige”, d.h. bewusste Weihnachten erleben zu sehen. Es war auch schön. Nur haben wir ganz vergessen, die Sache gebührend fotografisch zu würdigen. So gibt es nun für sein drittes Weihnachten überhaupt keine Glückliches-Kind-mit-leuchtenden-Augen-öffnet-glitzernde-Geschenke-Fotos. Schade. Oder auch nicht, denn die Geschenke und die Freude des Kleinen an ihnen bleiben uns erhalten: Ein Besen, mit dem er zwanzig Mal täglich die Küche aufwischt, ein Autotransporter, mit dem er Autos transportiert (what else?!), ein Holztransporter, eine eigene Trinkflasche mit einem Schaf drauf (“Hung macht bäääh” – da müssen wir definitionsmässig nochmal über die Bücher), ein weiteres Wimmelbuch, eine Riesenkiste “Eggo“…

…und was tue ich, als Mama des wie erwähnt sich freuenden Kindes? Ich gräme mich darüber, dass der Fotoapparat im richtigen Moment nicht zur Hand war bzw. bin sauer auf den Vater des Kindes, der nicht geknipst hat als ich mit dem Kind Päcklein auspackte. Erarbeite mir Worst-case-Szenarien darüber, wie ich in 50 Jahren mit Alzheimer darnieder liegen und mich nicht mehr an eben dieses Weihnachten 2011 erinnern werde. Nun, realistisch gesehen werde ich, wenn ich in 50 Jahren an Alzheimer leiden sollte, ganz andere Probleme haben als Weihnachten 2012.

So beruhigt konnte ich mich also auf Silvester und Neujahr 2011/12 freuen. Auf die glänzenden Kinderaugen etc. etc.

Nach drei anstrengenden Tagen der Altjahrswoche, wo wir schnell die halbe Wohnung aus- und umräumten, um neue Böden zu verlegen (I like!) war dann aber auch wieder alles anders, als vorgestellt: Lazarett im Familienbett statt feiern mit Freunden war angesagt. Am Samstag war der Lange knapp fit genug, um gemeinsam mit Kurzem in die Apotheke und den Coop zu kriechen und die dringend benötigten Grundnahrungsmittel (Hustensirup! VapoRub!) zu organisieren. Gemeinsamer Mittagsschlaf, kurzer Spaziergang und zurück ins Bett.

Und dann kam er, der besondere, härzige Moment, einer der letzten des Jahres 2011, den ich gerne im Gedächtnis behalten möchte und deshalb hier notiere, damit ich ihn in 50 Jahren, sollte mein Gedächtnis bis dahin nachgelassen habe (die Chancen stehen hoch), ihn jederzeit aus dem Schatzkästlein hervorholen und nachlesen kann:

Wir sitzen also schlaff im Bett, der Kurze mit seinem Hasen am Spielen, Nuckel im Mund, ihm geht es besser als uns beiden Erwachsenen aber er hat auch zwei Tage Vorsprung mit seiner Grippe. Lustlos diskutieren wir – die wir sonst Stunden bei dem Thema verweilen mögen! – darüber, was wir wohl zum Abendessen machen könnten. Da übernimmt der Zweijährige die Initiative: “Gagett” hält er energisch fest, steht auf, düst zur Kredenz und holt Ofen und Schäufelchen hervor. Das alles nur mit seinem zu grossen, leuchtgrünen Jack-o Body bekleidet, das um seinen mageren Körper schlottert, in einer Hand noch den Hasen und im Mund den Nuckel.

Ich wünsche mir, dass mir solch besondere Momente immer präsent bleiben dürfen!

Und auch Euch, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich für’s Neue Jahr zahlreiche besondere und erinnerungswürdige Momente.

Mama hat wirklich keine Zeit!

Unser einziger Weihnachtsbaum in diesem Jahr

Unser einziger Weihnachtsbaum in diesem Jahr

Deshalb komm’ ich auch nur vorbei, um zu gucken, ob hier überhaupt noch jemand mitliest.

Nur ganz schnell wollte ich noch einen pädagogisch wertvollen Eintrag zum Thema Kleinkinder und Weihnachtsstress schreiben. Darüber, wie man die Kurzen dazu bringt, in dem ganzen Trubel nicht völlig durchzudrehen. Aber ich komme gar nicht dazu, weil ich selber allergisch auf die Weihnachtszeit bin und Kurzer dies 1:1 zurück spiegelt. Er ist in diesen Tagen sehr aufmerksamkeitsintensiv… nett ausgedrückt! Da kann auch die beste Mama der Welt nicht mehr tun, als einen Gang zurück schalten, mit dem Kurzen den Schnee geniessen und Advent Advent sein zu lassen. Und ich – als nur zweitbeste Mama der Welt – tu das ohne das geringste schlechte Gewissen. Höchstens noch dem Langen gegenüber, weil er nicht dabei sein kann.

Nun kommen noch die paar Marathontage auf uns zu, an denen wir drei Kantonshauptstädte in zwei Tagen besuchen, und in drei Tagen sechshundert Kilometer auf unserer heiss geliebten A1 verbringen dürfen. Ich könnte mir schönere Orte vorstellen, um den Ferienbeginn zu feiern. Aber da müssen wir jetzt durch, wollen wir doch schliesslich unserem Kurzen die verschiedenen Weihnachtstraditionen unseres Landes näher bringen: Traditionell mit Christbaum (echte Kerzen, what else?!), Weihnachtsliedern, Weihnachtsgeschichte und hübschen Geschenken mit  meiner Familie, locker-gemütliches Zusammensein mit Schwiegis.

Nun denn, wenn dies durch ist und wir uns alle davon erholt haben, komme ich vielleicht endlich dazu, Euch all die Projekte zu präsentieren, die ich mir für Euch ausgedacht habe: Lasst euch überraschen!

Jetzt müsste ich wohl noch etwas Glitzerndes, Blinkendes, Jingle-bells-düdelndes präsentieren. Wisst ihr was? Vergesst es! Geniesst einfach die Tage. Ich wünsche euch und uns ganz viel “Neee”:

Schneewolke (gebastelt von Lewis, 26 Monate)

Schneewolke (gebastelt von Lewis, 26 Monate)

Advent, Advent, kein Lichtlein brennt…

Die Adventszeit weckt in mir keine besonderen vorweihnachtlichen Gefühle, dafür aber die Frage, wie sehr wir bereit sind, unser Leben für das Kind umzustellen. Seit 20 Jahren nun haben mein Gefährte und ich kein eigenes Weihnachtsfest veranstaltet, keinen Adventskranz gebastelt, keine Güezi gebacken. Wir fanden es nicht nötig, uns reichte es durchaus, bei Verwandten und Bekannten ein Bisschen “second hand” mitzufeiern.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob es für Kinder so etwas wie ein Recht auf Weihnachten gibt. Einerseits ist es Tradition – der man aber durchaus auch mit Besuchen auf dem Weihnachtsmarkt, Besichtigung der Lichterpracht in den dekorierten Städten und Fremdfeiern bei den Grosseltern Rechnung tragen kann. Andererseits ist es irgendwie schade, wenn man die glänzenden Augen und das raschelnde Papier verpasst. Aber auch das kann man beim Feiern mit den Grosseltern erleben.

Letztes Jahr war ich traurig darüber, dass das erste Weihnachten des Kleinen im Kinderspital stattfinden musste.  Wir zündeten eine Kerze an und er bestaunte die Flamme. Mehr lag nicht drin. Auch in diesem Jahr sind wir bis anhin nicht sehr weit gekommen mit der Weihnachtsdekoration. Der Samichlaus kam zu Besuch, Kekse schickte die liebe Schwiegermutter und das Bäumchen werden wir bei meinen Eltern anzünden. Es wird also nichts fehlen – und doch bleibt da ein kleines Bisschen schlechtes Gewissen hängen und die Frage, ob wir dem Kleinen nicht etwas vorenthalten.

Vermutlich ist es aber einfach an der Zeit, unsere eigene Weihnachtstradition zu (er)finden, in der Nikolause, Weihnachtsmärkte und Bäumchen bei den Grosseltern vorkommen und bei uns zuhause ein kleines Bisschen Normalität herrscht. Und gut essen kann man auch, ohne dass im Hintergrund Jingle Bells vor sich hin dudelt.