Kinder und Geld: Womit Kinder Geld verdienen können

Kurzer ist 9 3/4 Jahre alt und seine Wünsche werden immer grösser. Meistens ist jedoch der Spatz in der Hand dringender, als die Taube auf der Dach, so dass er immer etwas knapp bei Kasse ist. Eigentlich hätte er grössere Wünsche. Aber er ist immer noch in der Phase, wo wenn er 10 Franken bekommt, sich unbedingt etwas für diese 10 Franken kaufen möchte.



Wir wussten aber bereits, dass er auch imstande ist, auf ein grösseres Ziel hin zu sparen. Vor zwei Jahren hat er über ein Jahr lang minutiös jeden Franken zur Seite gelegt und sich zu zwei Geburstagen und zwei Weihnachten Geld statt Sachen gewünscht, um sich einen Lego Mindstorms (Werbelink) kaufen zu können.

Wozu Geld verdienen und sparen gut ist

Eines ist klar: Einem Kind einfach alles zu kaufen, was es sich wünscht, ist genau so wenig zielführend, wie ständig darüber zu reden, dass wir uns das nicht leisten können. Vielmehr sollte ein Kind lernen, dass es bei einem Wunsch erst mal eine Woche abwarten soll, um zu sehen, ob der Wunsch bestehen bleibt. Und danach kann man ihm als Eltern, statt seinen Wunsch zu erfüllen, dabei helfen, wie es seine finanziellen Ziele aus eigener Kraft erreichen kann.

So erfährt es gleich mehrere Dinge:

  • Ich bin fähig, mir ein Ziel zu setzen, und dieses zu erreichen
  • Ich kann dies aus eigener Kraft und bin dafür nicht vom guten Willen von Eltern, Grosseltern, Patentanten usw. abhängig
  • Ich habe alle Ressourcen, die ich benötige, um Probleme zu lösen und mein Ziel zu erreichen

Aber wie erkläre ich das einem impulsiven Viertel-vor-Zehn-jährigen, der einfach nur einen Wunsch erfüllt haben will und zwar jetztgleichsofort?

Kurfristige, mittelfristige und langfristige Sparziele definieren

Nach dem gemeinsamen (Vor-)Lesen von „Ein Hund namens Money“ von Bodo Schäfer habe ich mit dem Kurzen über seine Wünsche gesprochen und darüber, wie er sie selbst realisieren könnte. Darüber, dass es für ihn sicher einfacher sein würde, weil er ja ein Kind ist und mit seinem Geld nicht noch die Miete und Essen usw. bezahlen muss. Deshalb gehört alles Geld, das er verdient, ihm, und er kann damit machen, was er will!

Nicht nur kleinere Sachen wie Nerfpfeile und Pokémon, sondern auch Grössere, wie zum Beispiel einen Computer kaufen!

Und manche Wünsche und Ziele sind so gross, dass sie Tausend Franken oder mehr kosten, aber wenn man früh genug anfängt zu sparen und das Geld dafür gescheit auf die Seite legt, sind trotzdem erreichbar.

Kurzer hat dann auch gleich Kiras „Traumdosen“ aus „Ein Hund namens Money“ für sich angepasst und umgesetzt: Eine mit Geld zum Ausgeben (für Spontankäufe oder kleine Ausgaben im Alltag, Nerfpfeile und was man sonst so zum Überleben benötigt), eine für den heiss gewünschten „Leptop“ und eine für einen Riesenwunsch, den er sich gleich mit 18 Jahren erfüllen möchte: Die Autoprüfung!

Um ihm dabei zu helfen, haben wir Eltern sein Taschengeld ab sofort statt auf zwei auf drei Franken pro Woche erhöht. So kann er in jedes der drei Kässeli je einen Franken stecken.

(Übrigens haben wir herausgefunden, dass es grössere Freude macht zu sparen, wenn die Kässeli / Spardosen zum Sparziel passen. Hinter diesem Werbelink findest du mehrere Zehntausend Spardosen zu allen möglichen Themen)

Wenn man nun aber bedenkt, dass die Fahrprüfung wohl mindestens 1500-2000 Franken kosten wird, würde es knapp 30 Jahre dauern, bis er sich diese allein mit seinem Taschengeld zusammengespart hätte.

Deswegen suchte er nun nach Möglichkeiten, sein eigenes Geld zu verdienen. Er hat sogar schon 3 „Ferienjobs“ geangelt: Einer Nachbarin die Katze füttern, während sie in den Ferien ist, einer anderen die Blumen giessen und bei einer Dritten die Kaninchen füttern. Solche Aufgaben sind vorerst natürlich nur mit der Unterstützung von uns Eltern möglich, aber er kann dabei viel lernen: Einerseits, dass Geld nicht auf Bäumen wächst aber andererseits auch, dass sogar er schon mit etwas Ideenreichtum und Einsatz genug Geld verdienen kann, um seinem Ziel einen grossen Schritt näher zu kommen.

Kleine Aufgaben, um sein Taschengeld aufzubessern

Kleine Aufgaben, die ein Zehnjähriger (mit erwachsener Hilfe) ausführen kann:
(Achtung: richtiges, regelmässiges Arbeiten – auch stundenweise – in der Schweiz erst ab 13 Jahren erlaubt!)

  • Blumen giessen
  • Beeren / Erbsen / Bohnen / … ablesen
  • Garten wässern
  • Rasen mähen (mit Handmäher)
  • Tiere füttern
  • Tiere beschäftigen
  • Nur unter erwachsener Aufsicht: Mit Babys oder Kleinkindern spielen
  • Auto staubsaugen
  • Auto waschen
  • Autoscheiben putzen
  • Glas / Papier / Alu / Dosen zur Sammelstelle bringen und dort in die passenden Tonnen werfen
  • kleine Besorgungen im Dorf als „Fahrradkurier“ oder „Trottikurier“
  • Treppenhaus wischen
  • viele, viele, viele mehr, die einem in den Sinn kommen, wenn man seine grauen Zellen in Bewegung setzt

Der Fantasie sind nur wenige Grenzen gesetzt. Ganz wichtig: Dass das Kind sich den Job auch zutraut und dass es etwas ist, woran es Freude hat!

Natürlich benötigt ein Zehnjähriger noch etwas erwachsene Hilfe beim Ausführen der Aufträge. Aber die Initiative und die Ideen sollten von ihm aus kommen.

Wie weiter?

Unterdessen hat die Schule wieder angefangen, und die hat natürlich Priorität und „Jobs“ wird es erst in den Herbstferien wieder geben. Kleine Ämtli im Haushalt gehören in unserer Familie dazu, wir helfen einander, und dafür gibt’s auch kein Geld.

Als nächsten Schritt werden wir mit dem Kurzen zusammen ein Konto einrichten gehen, auf das er selbst sein Erspartes für die Fahrprüfung (langfristiges Sparziel) einzahlen kann und das gleichzeitig als Depot für einen Fondssparplan fungieren wird.

So können auch wir Eltern ab und zu etwas für die Fahrprüfung beitragen, damit die Summe auf dem Konto etwas schneller ansteigt.

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Ein Gedanke zu „Kinder und Geld: Womit Kinder Geld verdienen können

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