Archiv der Kategorie: Besondere Momente

„Die Lehrerin will immer über mich bestimmen“ – Die erste Schulwoche des Kurzen

Vielerorts in Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz ist die Einschulung ja eine ganz grosse Sache. Hier in der Westschweiz ist der Übergang von der Vorschule zur „richtigen“ Schule fliessend und eher so ein historisches Überbleibsel aus der Zeit vor der Harmonisierung der Lehrpläne (Harmos). Weiterlesen

Sommerferien

Lange war es jetzt still auf diesem Blog, ausser ein paar Buchbesprechungen kam kaum mehr Neues. Auch über die Social Media gab es fast nur noch Recyceltes und nicht mal mehr die Swiss Blog Family – auf die ich mich riesig freue – mochte ich mehr bewerben, dabei hätte es noch Plätze frei!

Was ist passiert? Nur die Sommerferien des Kurzen und ein grosser Auftrag für mein Übersetzungsbüro. @froumeier formulierte neulich auf Twitter das Problem folgendermassen:

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Der alte Herr H.

Herr H., unser Nachbar, ist über neunzig Jahre alt. Vor einem Jahr starb seine Frau und vor einigen Wochen seine alte Hündin Clara.

Jahrzehntelang trat Herr H. zweimal täglich mit dem Hund seine Runde ums Dorf an. Die Dorfkinder liebten die verschmuste Hündin und wenn sie sie sahen, kamen sie angerannt, um sie zu streicheln. Weiterlesen

So schön wie heute

Arbeiten müsste ich, in chronischer Ermangelung von Aufträgen umso mehr. An der Firma werkeln, Webseite verbessern, Mailings aufsetzen, Aquiseanrufe führen. Mein Magen zieht sich zusammen, „es bringt eh alles nichts“, flüstert mir die Angst ins Ohr.

Der Kurze hat schulfrei, das mit dem Arbeitensollenwollen ist somit eh nur in der Theorie eine gute Idee. Ausserdem scheint die Sonne und Kurzens bester Kumpel ist bei seinen Grosseltern. Also bleibe ich als einzige Spielgefährtin. Eine Stunde Pokémon-Filmchen schauen im Internet, so viel Mittagsschläfchen braucht ich alte Mutter einfach, um mit dem Sohn mithalten zu dürfen. Weiterlesen

Wohin kommt man eigentlich, wenn man gestorben ist?

pattyjansen / Pixabay

Mama, Mama, was ist eigentlich das Paradies?“ fragte mich gestern Abend der Kurze, als ich ihn aus dem Schülerhort abholte.

„Das ist eine Art Garten, der in vielen Geschichten vorkommt“, antwortete ich nach einigem Nachdenken. „Dort soll es wunderschön sein. Es soll dort keinen Streit geben und niemand haut den anderen. Und manche Leute glauben, dass man dorthin geht, wenn man gestorben ist“. Weiterlesen

Buntes Quartierleben

Quelle: davekeys / Pixabay

Zwei Jungen aus unserem Quartier, sechs- und sieben jährig, haben bei einem der Nachbarhäuser die Treppe mit Strassenkreide dekoriert.

Der Clue dabei: Der Hausbesitzer mag das nicht. Er wird sich bei den Eltern der Kinder beschweren und die Kinder ausschimpfen. Danach wird er ihnen Wasser und Bürste reichen, damit sie die „Bescherung“ beseitigen. Weiterlesen

Schullager

HebiPics / Pixabay

Heute früh sind sie also abgefahren. 25 Fünf- und Sechsjährige auf dem Weg ins erste Schullager ihres Lebens. Etwas ängstlich waren sie, aber gleichzeitig freudig erregt. Vor Aufregung gabs bereits vor dem Abfahren eine Prügelei. Die ersten haben ihre Fresspäckli* schon im Mamataxi geöffnet und im Fussraum verteilt. So muss das sein!

Zurück blieben die Eltern, nach dem fröhlichen Winken betreten herumstehend, mit sorgevollen Gesichtern. Die eine oder andere Mutter ein Tränchen verdrückend. Weiterlesen

So ein Ding kommt mir nicht ins Haus! – Teil fünfeinhalb

So ein Ding kommt mir nicht ins Haus! schrieb ich im August 2012, als es um die Anschaffung eines Laufrades ging. Und natürlich kam dann doch eines zu uns und wurde auch eifrig benutzt, um das Quartier unsicher zu machen.

Wie erwartet verlief dann die Umstellung aufs Fahrrad zwei Jahre später entsprechend problemlos. Er setzte sich aufs Velo und fuhr los: Weiterlesen

Eine Frage der Perspektive (2)

Bildquelle: stux / Pixabay

Schon vor Jahren schrieb ich mal darüber, dass verlorene Zeit eine Frage der Perspektive sei. Aber auch Fünfjährige sehen die Welt noch anders, als wir Erwachsenen, das stellte ich heute einmal mehr beim Autofahren fest.

Heute fuhren wir also so im Tunnel unter Neuchâtel durch, als plötzlich die Lichtanlage des Tunnels orange zu blinken begann und der Verkehr vor uns aus unerfindlichem Grund zum Stillstand kam.

„Oh, schau mal Mama, ein Stau, so ein wunderschöner Stau mit ganz vielen Autos!“

tönte es begeistert vom Rücksitz.

 

Ich bin offensichtlich zu alt, um mich ob der Schönheit eines Staus begeistern zu können, aber ich fand die Begeisterung meines Kurzen zum Steinerweichen süss.