Archiv der Kategorie: Bücher zum Thema Fördern, Lernen und Schule

Anna Maria Sanders: „Ich dreh gleich durch!“

„Ich dreh gleich durch!“ sei, so wurde mir in einer FB-Gruppe für Eltern von ADHS-Kindern versichert, das beste Buch, das über das Thema ADHS je geschrieben worden sei. Das tönt natürlich nicht schlecht und auch der Klappentext hat mich angesprochen. Weiterlesen

Helle Jensen: „Hellwach und ganz bei sich“

Ich bin eine Person, die schnell die Aufmerksamkeit verliert und manchmal Mühe hat, sich auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Gerade auch im zwischenmenschlichen Bereich kann dies ein Handicap darstellen, denn für das Gegenüber ist es unangenehm, wenn meine Gedanken plötzlich abschweifen. Es fühlt sich nicht gesehen, nicht ernst genommen. Das Buch „Hellwach und ganz bei sich“ von Helle Jensen ist deshalb nicht nur für Lehrpersonen geeignet, sondern auch für solche Eltern wie mich, die lernen möchten, die im Umgang mit ihren Kinder präsenter und aufmerksamer zu werden. Weiterlesen

Herbert Renz-Polster: „Die Kindheit ist unantastbar“

Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster hat ein paar Bücher verfasst, die ich in meinem Regal nicht mehr missen möchte. Insbesondere „Kinder verstehen“ und „Menschenkinder“ haben mir zahlreiche Aha-Erlebnisse verschafft. Auch „Wie Kinder heute wachsen“, das er mit Gerhard Hüter zusammen geschrieben hat, habe ich sehr gerne gelesen. Das im Herbst 2014 erschienene „Die Kindheit ist unantastbar“ ist ganz anders als seine Vorgänger. Hier sucht Renz-Polster nach den Wurzeln eines gesellschaftlichen Problems: Dass (akademische) Frühbildung heute vielerorts als wichtiger eingestuft wird, als artgerechte Entwicklung. Weiterlesen

Nicola Schmidt: „Mut. Wie Kinder über sich hinauswachsen“

Auf der ersten Blick ist unser Kurzer ein eher ängstliches Kind. Wenn etwas neu für ihn ist, ist er zwar neugierig und schaut gerne zu, aber wenn man ihn drängt, auch mal zu probieren, kommt ganz schnell „das kann ich nicht!“ und die Weigerung, es überhaupt zu versuchen. Weiterlesen

Nora Imlau: „Freundschaft“

Kurzer hat zwei beste Freunde. Den einen kennt er seit Babyzeiten, den anderen seit letztem Frühjahr. Seit Ende August gehen sie zusammen in die Vorschule. „Die Drei aus dem Städtchen“ nennt sie die Lehrerin, weil sie alle drei im Quartier leben und wie Pech und Schwefel aneinander kleben. Das heisst, wenn sie sich nicht gerade untereinander zoffen, prügeln, das Gesicht zerkratzen. „Du bist für immer und ewig mein Bester“ und „du bist so blöd, ich lade dich nie, nie, nie mehr zu meinem Geburtstag ein“ im Fünfminutentakt.

Sie prügeln sich oft, die Drei aus dem Städtchen. Aber wehe ein anderes Kind oder gar ein Erwachsenes mischt sich ein – da sieht es sich plötzlich drei kampfbereiten Musketieren gegenüber, die einander Deckung geben. „Lass meinen Freund in Ruhe“, schimpfte mich neulich einer der Drei, als ich Kurzen wegen etwas zur Rechenschaft zog, das er ausgefressen hatte.

Solche Freunde, die zusammenhalten und mit ihm durch Dick und Dünn gehen, wünscht man seinem Kind und hofft, dass die Freundschaft ein Leben lang hält. Bei jedem Streit leidet man mit und drückt die Daumen, dass bald die Versöhnung folgt. Ganz besonders, wenn die „Entfreundung“ mal eine ganze Woche andauert oder noch andere Kinder ins Spiel kommen, plötzlich Rivalität um die Gunst des Freundes da ist und Eifersucht auf andere. Fünfjährige fühlen stark und intensiv – und laut. Man leidet mit ihnen mit und möchte ihnen helfen. Im ersten Reflex möchte man abwiegeln, aber im Innersten weiss man natürlich, dass das wohl nicht das Richtige ist.

Deshalb war ich natürlich neugierig und freute mich etwas zu lernen, als Nora Imlau, die Autorin von „Das Geheimnis zufriedener Babys“ für die Beltz Nikolo Reihe „Grosse Gefühle“ ein Buch über Kinderfreundschaften geschrieben hat.

Dort geht es nicht nur um die Bedeutung von Kinderfreundschaften und Cliquen für die Entwicklung unserer Kinder, sondern man erfährt auch, wie schüchterne Kinder Freunde finden können, lernt etwas über Mobbing unter Kindern, und über Einzelgänger. Wann sollen sich Erwachsene zurückhalten, wann einmischen? Wie können wir unsere Kinder dabei unterstützen eine Freundschaft auch über Distanz aufrecht zu erhalten (beispielsweise nach einem Umzug)? Was tun, wenn ein Kind unbeliebt ist, wenn es von anderen gehänselt wird oder wenn unser eigenes Kind ein anderes hänselt?

Wie immer bei Nora Imlau gibt es keine fertigen 1-2-3-Rezepte. Stattdessen finden Leserinnen und Leser zahlreiche wertvolle Inputs und Dinge zum Nachdenken und eine lange Literaturliste zum weiterlesen. Darunter auch zahlreiche Kinderbücher, in denen Freundschaft eine wichtige Rolle spielt.

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Klappentext:

„Kinder entdecken miteinander die Welt und lernen voneinander. Jeder Freund inspiriert auf eigene Weise und prägt die Persönlichkeit des Kindes beim Spielen, Streiten, Versöhnen. Wer Kinderfreundschaften versteht und fördert, öffnet Kindern ganz neue Horizonte.“

„Freundschaft. Wie Kinder sie erleben und Eltern sie stärken können“
Nora Imlau
Beltz & Gelberg, Weinheim und Basel, 2014
ISBN 978-3-407-72716-9

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Cover: Wie Kinder heute wachsen

Herbert Renz-Polster und Gerald Hüther: Wie Kinder heute wachsen

Der bekannte AP-Kinderarzt Herbert Renz-Polster und Gerald Hüther in gemeinsamer Arbeit. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Wie seine Vorgänger ist „Wie Kinder heute wachsen“ süffig geschrieben und liest sich locker in einem Rutsch. Im Plauderton erzählt Renz-Polster über die Kindheit, die kindliche Entwicklung, wie Kreativität entsteht, über die Probleme, denen unsere Kinder (vielleicht) mal gegenüber stehen werden und wie wir als Eltern und Erziehungspersonen sie auf eine Weise stärken können, dass sie diesen Problemen die Stirn bieten und sie lösen können. Und Hüther kommentiert jedes Kapitel aus seiner eigenen Sicht und steuert so immer wieder interessante Nachdenkereien bei. Weiterlesen

Der reinste Kindergarten 2

Renate Alf: Der reinste Kindergarten 2

Die Cartoonistin Renate Alf ist mir als Abonnentin der Zeitschrift „Mit Kindern wachsen“ schon lange ein Begriff. Ihre Illustrationen der Artikel zum Thema „Achtsame Erziehung“ sind mindestens schmunzelig, meistens muss man sie aber ganz schnell packen und jemandem zeigen gehen, weil alleine Lachen einfach weniger Spass macht.

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Salman Ansari: Rettet die Neugier

Salman Ansari: Rettet die Neugier!

Nachdem ich bei Das Nuf erstmals über den Namen Salman Ansari gestolpert war und ich den kritisierten Artikel in der Zeit gelesen hatte („Sie lernen viel zu viel“), wollte ich mir ein eigenes Bild über sein Buch „Rettet die Neugier!“ machen.
Gleich im voraus: Ansari ist weder bildungsfeindlich noch technikfeindlich und sein Buch ist auch kein „Plädoyer gegen den Frühförderwahn im Kindergarten“, wie der Zeit-Artikel suggeriert.

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