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Halbe Jungen und richtige Mädchen #WasAndersWäre

Relay

Staffelübergaben (PublicDomainPictures / Pixabay)

Almut Schnerring und Sascha Verlan („Die Rosa-Hellblau-Falle“ – Werbelink) hat vor ein paar Wochen ein Blogstöckchen in den Raum geworfen, das mir einiges zu Denken gegeben hat, Die Frage lautet: Was wäre anders, wenn Du vom anderen Geschlecht wärst?

Ich habe bisher äusserst interessiert mitgelesen und nun hat Mama on the Rocks das Stöckchen an mich weitergegeben (ihr Beitrag „Ich will kein Mann sein“ enthält übrigens ganz viel typischen Mädchenkram 😉 )

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Anneli oder: Wie man damals auf die Bedürfnisse des Kindes achtete (#Familienalbum)

Blümchenkleid und gestrickte Kniestrümpfe

Frau Mutter fragte nach unserer Kindheit in den 1970er Jahren und machte daraus gleich eine Blogparade: Blogparade #Familienalbum: Unsere Kindheit der 70er und 80er Jahre Frau Mutter Blog. Sie fragte dabei insbesondere nach dem Sicherheitsdenken von damals (frei nach dem Motto: „wir sind Sieger, denn wir haben unsere Kindheit überlebt“).

Nun, die Siebziger, die Zeit in der man Tomboys mit kurzen Röcken und Kniestrümpfen verkleidete. Wir wohl mir in den Zeug war, sieht man dem Bild an 😉

Tragetuch in den 1980er Jahren

neue Moden Anfang der 80er Jahre

Ich wollte aber weder über Sicherheit noch über die gewöhnungsbedürftige Kleidermode der damaligen Zeit referieren, sondern über bedürfnisorientierte Elternschaft oder was man damals darunter verstand. Meine Eltern waren sehr jung und für damalige Verhältnisse neuen Konzepten gegenüber sehr aufgeschlossen. Beispielsweise hatte meine Mutter eines dieser neumodischen Dinger namens „Tragetuch“, wie man sie auf dem Bild rechts sehen kann. Die wurden damals nur von diesen verrückten „Alternativen“ und „zurück zur Natur“-Typen benutzt.

Wie dem auch sei, ich schweife ab. Heute gilt es fast als selbstverständlich, dass Eltern auf die Bedürfnisse ihrer Kinder Rücksicht nehmen, insbesondere in den Bereichen, wo weder Sicherheit noch Gesundheit kompromittiert werden. Damals war es auch bei den best meinenden Eltern jedoch Gang und Gäbe, dass Eltern am besten wussten, was für ihre Kinder gut war. Das konnte weit in die Privatsphäre des Kindes hinein reichen.

Meine hübsche junge Mutter war handwerklich sehr begabt. Sie nähte meiner Schwester und mir eigene Puppen, mit Gipskopf, Kleidchen und allem dran. Es müssen wirklich schöne Puppen gewesen sein, so weit ich mich erinnern kann. Meine Puppe hiess Anneli und ich hatte sie sehr gerne. So gerne, dass ich die ganze Zeit mit ihr schmusen wollte. Was wegen des unbequemen Gipskopfes natürlich nicht ging. Also hielt ich sie bei den Füssen und schlug ihren Kopf so lange gegen die Wand, bis er weich und beschmusbar geworden war – und war happy.

Als meine Mutter dies jedoch sah, wurde sie wütend, bestrafte mich dafür, dass ich die schöne Puppe absichtlich kaputt gemacht hatte und nach einigen Wochen bekam ich ein repariertes Anneli wieder – erneut mit hartem Gipskopf. Und schlug es wieder gegen die Wand. Und ein paar Wochen später wieder. Und wieder. Und wieder.

Irgendwann nahmen sie mir das Anneli dann endgültig weg.

Ich war traurig.

Und noch heute wird in der Familie erzählt, dass ich als Kind mutwillig meine Puppen zerstörte. Nach dem wahren Grund hat nie einer gefragt.

So war das in den Siebzigern.

 

Es kann nur einen geben…

Sandra von Akrobatik auf dem Wickeltisch hat zur Blogparade aufgerufen: „Welchen Gegenstand eurer Kinder oder Kindheit rettet ihr?“ lautet ihre Frage.

Nun, ich  musste genau nicht mal eine Sekunde nachdenken. Denn bei uns kann es nur einen geben: Den Hasen!

haesu

Häsu rulez!
(hier mit seinen Kumpels „Autohase“ und auf dem Bild „Amerikahase“, bevor dieser aus Atlanta zu uns gereist ist)

 

Der Hase heisst „Häsu“, war vom ersten Tag auf der Neo mit dabei und begleitet Kurzen noch heute. Noch im ersten Winter kriegte er Begleitung: „Autohase“ und zwei Reservehasen. Im Sommer 2012 kam sein Kumpel „Amerikahase“ aus Atlanta zu uns und nicht Eingeweihte könnten die beiden eventuell verwechseln. Aber „Häsu“ ist immer noch dasselbe Plüschvieh, das er zur Geburt von meinen Eltern bekommen hatte.

Häsu, Amerikahase und Autohase

Häsu, Amerikahase und Autohase

Bald werde ich von einem Reservehasen ein Bein, ein Arm oder den Kopf tansplantieren müssen, weil der Stoff bald reisst. Aber der „Häsu“ hat einen ungebrochene Lebenswillen,  obwohl er schon gekocht, gegrillt, gebacken, überfahren, aus dem Fenster geworfen, in den Fluss gefallen und einmal im Wald verloren gegangen war. Dabei ist es immer grauer und zerknautschter geworden und müffelt auch nach mehreren Waschgängen nach einer Mischung aus…. nein, DAS wollt Ihr nicht wissen!

Wenn ich für meinen Sohn also nur einen einzigen Gegenstand retten dürfte, dann wäre es der Hase.

Die Sache mit der Demokratie und der Politikverdrossenheit

Dankbar, Teil dieses politischen Systems sein zu dürfen (Bild: Paul Golla / pixelio.de)

Dankbar, Teil dieses politischen Systems sein zu dürfen
(Bild: Paul Golla / pixelio.de)

Ich bin stolz, Schweizerin zu sein.

Ich weiss, als linke Gutmenschin sollte ich das nicht zu laut sagen, aber eine Hand voll Male im Jahr empfinde ich genau so. Ein Bisschen Stolz, ein Bisschen Ehrfurcht und ganz viel Dankbarkeit.

Immer dann nämlich, wenn ich zur Abstimmung gehe und mit meiner Stimme daran teilhabe, die Gesetze, denen ich selber unterworfen bin, an die ich mich zu halten habe, mitzubestimmen.

„Das ist doch normal“, könnte man jetzt einwerfen, „jeder volljährige Schweizer kann doch abstimmen gehen“. So empfinde ich nicht. Direkte Demokratie ist weder normal, noch selbstverständlich. Überall auf der Welt geben in diesem Momenten ihr Leben dafür, um das zu bekommen, was wir Menschen mit Schweizer Staatsbürgerschaft an unserem 18. Geburtstag automatisch geschenkt bekommen: Das Recht auf Mitbestimmung.

Wir haben es!
Wir dürfen mitbestimmen! Direkt und unmittelbar!
Das muss man sich mal vorstellen. Es ist grossartig.

Mir rollen sich dann einfach die Fussnägel hoch wenn ich sehe, wie dieses Recht von den einen lächerlich gemacht (Yseult hat eigentlich alles gesagt, was es darüber zu sagen gibt), und von den anderen als selbstverständlich hingenommen und aus Faulheit oder Desinteresse nicht genutzt wird. Seit Jahren wird über die „Politikverdrossenheit der Jungen“ lamentiert – geschehen ist bisher nicht viel.

Für mich ist es einfach zu kurz gegriffen, über die Jungen zu schimpfen und es dabei zu belassen. Weshalb gehen die denn nicht abstimmen? Sind die Themen zu komplex?  Ich glaube nicht. Fühlen sie sich ohnmächtig, machtlos? Dieses Gefühl würde durch das Nicht-Nutzen seiner staatsbürgerlichen Rechte nur verstärkt. Wer nicht abstimmt, hat erst recht nichts zu sagen!

Für mich sind die Demokratischen Rechte nicht nur Rechte, sondern eben auch Pflicht. Wir dürfen abstimmen und deshalb haben wir die verd…. Pflicht, dieses Recht auch wahrzunehmen und abstimmen zu gehen. Immerhin geht es dabei um unsere eigene Zukunft und die unserer Kinder.

A propos Kinder: Wo kommt eigentlich die Politikverdrossenheit her, die man heute den U30 andichtet?

Ich habe da so eine These. Denn irgendwie habe ich gar nicht den Eindruck, dass die Jüngeren tatsächlich die Schnauze voll von Politik haben. Aber ich glaube, dass im Gegensatz zu uns und erst recht zu unseren Eltern, die Politik heute nicht mehr so präsent ist im Alltag. Sie ist nicht mehr so fühlbar.

Ich kann mich erinnern, dass es bei uns zuhause jeweils um halb Eins hiess: „Ruhe, jetzt kommen die Nachrichten!“ und abends um Sieben kam „Echo der Zeit“, um halb Acht lief „Die Tagesschau“. Wir Kinder verstanden nicht alles und wenn die Sendung mal vorbei war, erklärten uns die Eltern das eine oder andere. Oder wir merkten, dass die Eltern besorgt waren und fragten nach. Ich kann mich beispielsweise daran erinnen, wie sie mal mit langen Gesichtern da sassen und auf Nachfrage sagte mein Vater: „Jetzt gibt es Krieg“. Das war der 6. Oktober 1981, ich war 10 Jahre alt und in Ägypten war ein Mann namens Sadat ermordet worden. Aber solche Vorkommnisse waren eher selten. Viel öfter kam es hingegen vor, dass mein Vater den Radio anbrüllte, sich über die Nichtwahl von Liliane Uchtenhagen aufregte, einen Spruch Willy Ritschards bewunderte, und immer wieder über die Leute schimpfte, die nicht an die Urnen gingen und damit leichtfertig auf ihre Rechte verzichteten.

„Wer nicht wählt soll sich dann auch nicht beschweren, wenn es nicht in seinem Sinne geht!“
„Wer nicht abstimmen geht, hat schon verloren!“

Solche und ähnliche Sprüche waren bei uns Gang und Gäbe.

Und am Abstimmungssonntag, nach wochenlagen Diskussionen am Mittagstisch, warf man sich in Schale und ging ins Schulhaus, abstimmen. Wir Kinder durften abwechslungsweise den Stimmzettel in die Urne werfen.

Nach der Jungbürgerfeier durfte meine Schwester, ein Jahr später dann endlich auch ich abstimmen gehen. Ich habe bisher eine einzige Abstimmung verpasst, das waren die vom 13. Juni 1999 und ich fühle mich heute noch ein kleines Bisschen mitschuldig, dass die Mutterschaftsversicherung damals abgelehnt wurde, weil ich gerade auf Reisen war und deshalb nicht stimmen gehen konnte.

Was hat das alles nun mit der so genannten Politikverdrossenheit der jungen Generation zu tun? Ich glaube, sehr viel. Und zwar deshalb, weil die ältere Generation Politik nicht mehr auf diese Weise lebt. Man zieht sich zwar schon noch politische Sendungen rein – aber eher die „Arena“ am Freitag abend oder den „Club“ am Dienstag, spät in der Nacht. Auf jeden Fall, wenn die Kinder im Bett sind, denn die könnten sich ja langweilen oder noch schlimmer, beunruhigen, wenn sie mit der realen Welt ausserhalb der rosa Zuckerwattenkinderzimmerwelt kollidieren. Natürlich machte Tschernobyl uns Angst, oder der Brand in Schweizerhalle mit dem Fischesterben im Rhein. Aber sie bewirkten auch, dass wir uns interessierten für das, was um uns herum geschah. Wir wurden aktiv, demonstrierten, sammelten Unterschriften auf Petitionen und Referenden, wir politisierten uns.

Aber irgendwie verschwand die Politik dann aus dem Lebensalltag. Wie gesagt, die Kinder sind heute schon im Bett wenn die politischen Sendungen laufen. Und am Abend will man sich doch lieber unterhalten lassen als noch über schwierige Themen nachzudenken. Auch am Mittagstisch wird nicht mehr darüber geredet, wer in der Politik welchen Bock geschossen hat. Und abgestimmt wird brieflich.

Die Briefwahl! Deren Einführung, da bin ich ziemlich sicher, hatte einen grösseren Einfluss als man sich das im Voraus vorstellte auf das Abstimmungsverhalten der nachfolgenden Generationen. Denn ein Couvert zum Briefkasten tragen hat einfach nicht diesen symbolischen Gehalt wie das schön Anziehen und an die Urne gehen am Sonntag morgen mit der ganzen Familie. Es fühlt sich schon ganz anders an. Politik ist dadurch nicht mehr zum Anfassen. Keine Tradition mehr. Man erlebt sie nicht mehr.

Deshalb wird meiner Einschätzung nach auch die elektronische Wahl nichts an der hohen Abstinenz der Jungen bei Abstimmungen und Wahlen ändern.

Ab an die Urnen, Ihr Bürgerinnen und Bürger! Bild: Gabi Eder / pixelio.de

Ab an die Urnen, Ihr Bürgerinnen und Bürger!
Bild: Gabi Eder / pixelio.de

Seit Kurzer auf der Welt ist, haben Langer und ich wieder damit angefangen, „richtig“ abstimmen zu gehen: An den Abstimmungssonntagen ziehen wir uns anständig an, polieren die Schuhe und gehen dann zu Fuss mit dem Stimmausweis und dem Stimmzettel in der Hand ins Stimmbüro. Dort zeigen wir unsere Stimmausweise, lassen das verschlossene Stimmcouvert abstempeln und Kurzer darf es dann in die Urne werfen.

Kurzer spürt die Feierlichkeit, die von dieser Handlung ausgeht. Er spürt, dass das etwas ganz Besonderes ist.

Und wir sind an diesen Sonntagen stolz, und ehrfürchtig, und dankbar, Schweizer Staatsbürger zu sein und über die Gesetze, denen wir uns in der Folge zu unterwerfen haben, mitbestimmen zu dürfen. Denn das IST etwas ganz Besonderes.

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Ich würde aus dem Thema gerne eine Blogparade für Schweizer Eltern machen:
Wie habt Ihr als Kinder Politik erfahren und wie gebt Ihr selber im Alltag oder ausserhalb, diese Erfahrungen an Eure Kinder weiter?

Blogt doch drüber und rückverlinkt diesen Artikel hier, damit ich ein Pinkback bekomme. Ich liste dann alle Artikel hier noch einzeln auf!

Als erste hat sich die Philosophin Bettina M. Kreissl-Lonfat des Themas angenommen:

This is how I work – So arbeite ich

Der Fragebogen geht ja momentan um wie ein Lauffeuer.

Bei Isabella fing es an und bei ihr kann man auch nachlesen, wer schon alles mitgemacht hat.

Bloggerinnen-Typ:

Mal fast manisch auf dem Flow schwimmend, mal um jedes Wort kämpfend. Regelmässig ganz schnell „publish“ klickend (bevor ich den Text bereue und ins Weltall schicke) und gleich darauf bereuend, nicht wenigstens die Rechtschreibekontrolle drübergebügelt zu haben.

Gerätschaften digital:

Ein Laptop Acer Extensa von Ende 2009. Seit kurzem ein Samsung Galaxy irgendwas. Ein Sony Klicksomat.

Gerätschaften analog:

Ein grosses Moleskin. Ein kleines Moleskin. Und noch ein Reservemoleskin in jedem Auto. Ein Caran d’Ache mit schwarzer und einer mit blauer Mine. Mein Auto.

Arbeitsweise:

Die hat sich in den neun Jahren, seit mein erstes Blog online ging, nicht viel geändert: Ein Thema springt mich an, es wirkt nach, es windet sich durch meine Synapsen und wenn es irgendwann fertig gegärt hat, strömen die perfekten Formulierungen, Sätze und Gedankengänge vom Kopf in die Finger und müssen sofort, toute-de-suite, unbedingt NOW aufgeschrieben werden. Nur dass ich mich dann meistens irgendwie auf einem Kindergeburtstag oder am Steuer eines Fahrzeuges auf der Autobahn oder an einem ähnlich praktischen Schreibort befinde. Ihr kennt das! Und wenn man dann endlich zum Aufschreiben kommt, sind einem die perfekten Formulierungen entfallen und zurück bleibt nur Mittelmass.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?

Meine alten Blogs (das und das) liefen auf Blogspot, mit diesem hier bin ich erstmals auf WordPress gestartet und die beiden neuen (das und das) laufen ebenfalls auf WordPress.

Zum Recherchieren benutze ich Google bzw. Wikipedia als erste Anlaufstelle, habe ein paar Zugänge zu wissenschaftlichen und statistischen Datenbanken und über Bekannte an diversen Universitäten komme ich auch an deren Daten ran. Das wird immer dann interessant, wenn die Presse wegen irgend welchen „Forscher haben herausgefunden“-Themen am Hyperventilieren ist.

Bookmarks verwalte ich nicht wirklich, täte ich das, würde ich es vollberuflich machen müssen (bin ein Sortier- und Kategoriefreak, ich täte mich wohl zu Tode kategorisieren). Also speichere ich sie entweder unsortiert im Firefox oder lasse ein paar Tabs offen mit Texten, die ich gleich sobald ich Zeit habe verbloggen, aber nicht speichern möchte. Mein Firefox mag etwa 70 offene Tabs verdauen, bevor er Suizid begeht.
Interessante Fundstücke von denen ich denke, dass sie auch andere interessieren könnten, poste ich auch je nachdem was es ist über Facebook, Twitter, G+ oder Tumblr.
Und dann habe ich seit Anfang Jahr die Rubrik „Kurz gefasst“ im Blog, wo ich Links sammle, die mich auf die eine oder andere Weise beeindruckt haben und deshalb gerne teilen möchte, die ich aber nicht für späteren Gebrauch archiviere.

Wo sammelst du deine Blogideen?

Wenn ich die sammeln müsste, würde ich wahrscheinlich nicht bloggen.
a) hätte ich gar keine Zeit zum Sammeln und
b) bin ich so gar keine Jägerin und Sammlerin.

Blogideen springen mich im Alltagsleben oder beim Lesen an und lassen mir so lange keine Ruhe, bis ich sie verbloggt habe.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet

Offline schreiben und nur online gehen, wenn ich was recherchieren oder einen Text hochladen muss. Alle anderen Strategien sind für mich unproduktiv. Am Computer bin ich leider sehr leicht abzulenken.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?

Naja, so ’ne Art „App“: Mein Moleskin Weekly Notebook, mit jeweils auf der linken Seite die Tage der Agenda (1 Woche pro Seite) und auf der rechten Seite Linien für Notizen. Dort schreibe ich meine wöchentlichen Tasks rein und links sehe ich die Termine. Was ich in einer Woche nicht schaffe, übertrage ich auf die nächste oder werfe es über Bord. Gewisse Tasks (die nett zu habenden) versehe ich mit einem Ablaufdatum: Wenn sie bis da nicht erledigt sind, fliegen sie raus. Keine Angst, die wachsen nach!

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät ohne das du nicht leben kannst?

Mein Vibrator.

Ach kommt schon, gedacht haben es alle aber keine hat sich getraut, es zu schreiben…

Mein Auto mag ich sehr und wenn ich wirklich eine Schreibblockade habe (was aber zum Glück sehr selten ist) und auch Fensterputzen nicht weiterhilft, dann gehe ich Auto fahren. Aus irgend einem vertrackten Grund ist mein Gehirn am Steuer extrem produktiv.

Und als Kurzer noch etwas kürzer war, war die Tragehilfe in Kombination mit dem Sitzball das ultimative Mittel, um trotz Zahnens, Fieber, Koliken,… schreiben zu können.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?

Klugscheissen und Besserwissen.
(wobei jemand mal sagte: „Just because I give you advice, it doesn’t mean I know more than you. It just means I’ve done more stupid shit.“ – Das trifft es ziemlich exakt.)

Ja. Und Trockenschwimmen. Darin bin ich wirklich gut!

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?

An schlechten Tagen die Dino-Songs-CD meines Sohnes.

Wenn die Sonne scheint, Kindergeplapper und -rufen auf dem Spielplatz oder das Plätschern unseres Wasserfalles im Garten.

Und an Krippentagen und Papa-Sohn-Tagen je nach Lust und Laune etwas aus dem CD-Schrank, der von ABBA, über Bach, Cardigans, Dio bis hin zu ZZ-Top querbeet gut bestückt ist. Aktuell laufen hier sehr oft die CD von Lindsey Stirling, Jean-Michel Jarre und der Soundtrack vom 5. Element. Ich scheine eine elektrische Phase zu haben.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?

Ich bin eine furchtbare Eule, mein natürlicher Biorhythmus geht von 10:00 bis 2:00, mit 8 Stunden Tiefschlaf dazwischen. Fragt lieber nicht, wie ich die letzten 3.5 Jahre überlebt habe. Ich bin da irgendwie über mich selber hinausgewachsen und war auch sehr erstaunt, mit wie wenig Schlaf eine auskommen kann, um noch ein wenig Schreibzeit herausschlagen zu können.

Eher introvertiert oder extrovertiert?

Introvertiert im Sinne des Myers-Briggs-Typenindikators.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?

Ich wäre sehr neugierig auf die Antworten von Querdenker, Leidenschaftlichwidersynnig, Frau Gminggmangg und Cosima von Denkzeiten.

Der beste Rat den du je bekommen hast?

„Lächeln, nicken und ‚Arschloch‘ denken“.

Noch irgendwas Wichtiges?

Wer wirklich viel Traffic will sollte über impfende, rauchende, langzeitstillende, kosmetische Operationen hinter sich habende, abgetrieben habende, kriminelle, ausländische und natürlich feministische fundamentalchristliche Nazi-Veganerinnen mit grossen Brüsten schreiben.