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schlafen im familienbett, co-sleeping

SIDS Risiko im Familienbett

Im Sommer 2013 schreckten die Resultate einer neuen Metastudie aus England weltweit Eltern auf, die gemeinsam mit ihren Kindern im Familienbett schlafen. In diesem Artikel für die kasseler Online-Plattform lokalo24.de habe ich beschrieben, unter welchen Umständen das Schlafen im Familienbett für das Baby gefährlich bzw. sicher ist.


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sleeping child

Den kriegst Du nie wieder aus dem Bett

Unter dem Stichwort „Kann er schon alleine einschlafen?“ beschrieb ich im August 2010 weshalb wir unser Baby beim Einschlafen begleiteten. Der Kurze war da gerade mal 10 Monate alt.

Wie oft bekamen wir während seiner Babyzeit und später zu hören, dass wir ihn nie, NIE, NIEMALS mehr aus unserem Bett hinausbekommen würden, wenn wir ihm nicht endlich das alleine Einschlafen beibringen würden. „Da muss man auch mal hart bleiben“ oder „lasst euch doch nicht so ins Bockshorn jagen“ waren so Sätze, die immer mal wieder vorkamen.

Nun, wir blieben dann auch tatsächlich hart – auf unserer Linie!

Er schlief noch lange im eigenen Bettchen neben unserem grossen Bett, meistens jedoch schlief er mit Papa oder mir im grossen Bett ein und wir legten ihn dann in seines, sobald wir ins Bett gingen. So ungefähr ab 14 oder 15 Monaten merkten wir dann ab und zu, dass unsere Anwesenheit ihn von Einschlafen abhielt. An solchen Abenden schlich man sich dann mit einer Entschuldigung aus dem Zimmer („ich muss schnell pinkeln gehen“), wartete ein paar Minuten und die reichten dann zum Einschlafen.

Manchmal schlichen wir uns auch einfach so raus, weil wir keine Lust hatten, daneben zu liegen. Gerade mir, die in der Zeit abens um sieben bereits eine Überdosis Kurzen hatte, fiel es nicht immer leicht, ruhig und gelassen daneben zu liegen, ich brauchte ein paar Momente für mich selber. Das merkte der Kurze natürlich und klammerte umso mehr.

Ich kann mich erinnern dass ich in der Zeit öfter mal einen Abendspaziergang machte, im Wissen dass Kurzer wegen meiner Abwesenheit traurig sein würde – aber sein Papa ganz nah bei ihm wäre. Trotzdem hatte ich ein schlechtes Gewissen, merkte aber ganz stark, dass ich auch für mich selber schauen musste. Sonst hätte ich am nächsten Tag keine aufmerksame, zugewandte Mutter sein können, sondern wäre gereizt gewesen und hätte mich weit weg gewünscht.

Etwa mit zwei Jahren schraubten wir die Füsse wieder an unser Bett ran, während die Matratze des Kurzen am Boden blieb. So lernte er sanft, während der Nacht zwar nicht allein zu sein, aber doch ohne ständigen Körperkontakt.

Etwa ab dem dritten Geburtstag sprachen wir mit ihm darüber, dass grössere Kinder eigene Betten im eigenen Zimmer hätten. Zuerst dachte er, das ginge ihn nichts an. Im Frühjahr, als er 3.5 war, fuhren wir dann ins Bauhaus, Material zu kaufen um sein Zimmer einzurichten. Er durfte mithelfen das Secondhand-Hochbett zu dekorieren, die Zimmertür zu ersetzen, ein Gestell zu konstruieren für sein „Funkgerät“ (Babyphone).

Dann zog er aus.

Mann, war das ein komisches Gefühl. Ich erwachte zig Mal während der Nacht und lief rüber um zu schauen, ob es ihm gut ging. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran. Das Babyphone blieb jedoch immer angeschaltet, auch heute noch. In der verwinkelten Mittelalter-Wohnung höre ich ihn sonst weder rufen noch weinen.

Er ist jetzt fünf Jahre alt. Wir haben ihm sein Einschlafen immer selber überlassen und hatten nie, so weit ich mich erinnern kann wirklich noch kein einziges Mal Streit oder Konflikte was das Zubettgehen betrifft. Er sagt selber, wo er einschlafen will und ob er noch kuscheln will oder nicht. Meistens fragt er für eine Gutenacht-Geschichte im grossen Bett und danach schläft er entweder dort ein (und wird später in sein eigenes Bett rüber getragen) oder er watschelt direkt nach der Geschichte selber rüber.

Ganz selten mal sagt er, er könne nicht einschlafen, dann darf er noch Musik hören oder noch ein wenig im Sitzsack im Wohnzimmer sitzen und Büchlein lesen. Von uns erhält er jedoch nach acht Uhr kein Unterhaltungsprogramm mehr. Nach acht ist Mamazeit und Papazeit. Das weiss und akzeptiert er und meistens geht es nicht lange, bis er wieder in seinem Zimmer verschwindet.

Wenn er krank ist, ihn etwas beschäftigt oder es ihm nicht gut geht, fragt er manchmal, ob er bei uns im grossen Bett schlafen darf. Wie neulich, als er von der Leiter gefallen war und schlimme Rückenschmerzen hatte. Da war dann Papa so lieb und schlief auf dem Gästesofa, und Kurzer ausnahmsweise bei mir. Oder es kam auch schon vor, dass ich mit Kurzem auf dem Gästesofa schlief, weil er so sehr hustete, dass wir alle davon aufgewacht waren. Aber das sind Ausnahmen. Sehr oft jedoch erwachen wir morgens zu dritt im Bett und keine/r hat was gehört oder gesehen. Vielleicht kann er ja beamen?

Aufgrund unserer eigenen Erfahrungen bin ich heute klar davon überzeugt, dass Gelassenheit bei der Schlaffrage die besten Resultate bringt: Nichts erzwingen wollen und dem Kind Eigenkompetenz zugestehen ist der Weg zu harmonischen Feierabenden und entspanntem Einschlafen.

Andere Leute, andere Sitten:

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Lauert der Tod im Elternbett?

Im Mai 2013 wurde von einem Forscherteam rund um Robert Carpenter der London School of Hygiene & Tropical Medicine eine Studie veröffentlicht, die Familienbett-Eltern weltweit aufschreckte. In Bed sharing when parents do not smoke: is there a risk of SIDS? haben die Forscherinnen und Forscher fünf grosse Vergleichsstudien statistisch analysiert um herauszufinden, ob das Schlafen im Elternbett für einen Säugling ein erhöhtes Risiko darstellt, an plötzlichem Kindstod (SIDS, sudden infant death syndrome) zu sterben.


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Lazarett im Familienbett oder: Das Besondere steht auf dem Esstisch

Bildquelle: Hans / Pixabay

Es gibt Momente, da ist alles anders, als man es sich vorgestellt hatte. Ich hatte mich insgeheim – vor Zeugen würde ich das natürlich niemals zugeben – ein ganz kleines Bisschen darauf gefreut, den Kurzen seine erste „richtige“, d.h. bewusste Weihnachten erleben zu sehen. Es war auch schön. Nur haben wir ganz vergessen, die Sache gebührend fotografisch zu würdigen. So gibt es nun für sein drittes Weihnachten überhaupt keine Glückliches-Kind-mit-leuchtenden-Augen-öffnet-glitzernde-Geschenke-Fotos. Schade. Oder auch nicht, denn die Geschenke und die Freude des Kleinen an ihnen bleiben uns erhalten: Ein Besen, mit dem er zwanzig Mal täglich die Küche aufwischt, ein Autotransporter, mit dem er Autos transportiert (what else?!), ein Holztransporter, eine eigene Trinkflasche mit einem Schaf drauf („Hung macht bäääh“ – da müssen wir definitionsmässig nochmal über die Bücher), ein weiteres Wimmelbuch, eine Riesenkiste „Eggo„…

…und was tue ich, als Mama des wie erwähnt sich freuenden Kindes? Ich gräme mich darüber, dass der Fotoapparat im richtigen Moment nicht zur Hand war bzw. bin sauer auf den Vater des Kindes, der nicht geknipst hat als ich mit dem Kind Päcklein auspackte. Erarbeite mir Worst-case-Szenarien darüber, wie ich in 50 Jahren mit Alzheimer darnieder liegen und mich nicht mehr an eben dieses Weihnachten 2011 erinnern werde. Nun, realistisch gesehen werde ich, wenn ich in 50 Jahren an Alzheimer leiden sollte, ganz andere Probleme haben als Weihnachten 2012.

So beruhigt konnte ich mich also auf Silvester und Neujahr 2011/12 freuen. Auf die glänzenden Kinderaugen etc. etc.

Nach drei anstrengenden Tagen der Altjahrswoche, wo wir schnell die halbe Wohnung aus- und umräumten, um neue Böden zu verlegen (I like!) war dann aber auch wieder alles anders, als vorgestellt: Lazarett im Familienbett statt feiern mit Freunden war angesagt. Am Samstag war der Lange knapp fit genug, um gemeinsam mit Kurzem in die Apotheke und den Coop zu kriechen und die dringend benötigten Grundnahrungsmittel (Hustensirup! VapoRub!) zu organisieren. Gemeinsamer Mittagsschlaf, kurzer Spaziergang und zurück ins Bett.

Und dann kam er, der besondere, härzige Moment, einer der letzten des Jahres 2011, den ich gerne im Gedächtnis behalten möchte und deshalb hier notiere, damit ich ihn in 50 Jahren, sollte mein Gedächtnis bis dahin nachgelassen habe (die Chancen stehen hoch), ihn jederzeit aus dem Schatzkästlein hervorholen und nachlesen kann:

Wir sitzen also schlaff im Bett, der Kurze mit seinem Hasen am Spielen, Nuckel im Mund, ihm geht es besser als uns beiden Erwachsenen aber er hat auch zwei Tage Vorsprung mit seiner Grippe. Lustlos diskutieren wir – die wir sonst Stunden bei dem Thema verweilen mögen! – darüber, was wir wohl zum Abendessen machen könnten. Da übernimmt der Zweijährige die Initiative: „Gagett“ hält er energisch fest, steht auf, düst zur Kredenz und holt Ofen und Schäufelchen hervor. Das alles nur mit seinem zu grossen, leuchtgrünen Jack-o Body bekleidet, das um seinen mageren Körper schlottert, in einer Hand noch den Hasen und im Mund den Nuckel.

Ich wünsche mir, dass mir solch besondere Momente immer präsent bleiben dürfen!

Und auch Euch, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich für’s Neue Jahr zahlreiche besondere und erinnerungswürdige Momente.

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Frühjahrsnostalgie

Unser Sohn schläft immer öfters im eigenen Bett durch und seit Neuestem sogar selber ein. Als überzeugte Co-Sleeper sehen wir diese Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Schliesslich ist das oberste Erziehungsziel die Autonomie des Kindes und unser Sohn ist schlaftechnisch auf dem besten Weg dahin. Ohne Schlafprogramme, ohne Geschrei, einfach indem wir auf seine Natur und seinen Rhythmus Rücksicht nehmen und ihn in seinem Tempo die anstehenden Entwicklungsschritte machen lassen.

Auch heute wieder: Hinlegen, Schlaftierchen, gute Nacht sagen…. fünf Minuten später schläft er friedlich. Vorbei ist die lange Kuschelzeit am Abend, bis der Kleine Ruhe fand und in den Schlaf hinüber glitt, die vor allem sein Papa sehr genossen hat.
Mit Siebenmeilenstiefeln verabschiedet sich das Baby und macht einem Buben Platz, den kennenzulernen wir uns jetzt schon freuen.

Es ist ein Privileg, einen kleinen Menschen bei sich aufwachsen zu lassen, ihn durch all diese Schritte begleiten zu dürfen. Für uns als Eltern ist es gleichzeitig auch eine Herausforderung, da jeder Tag ein kleiner Abschied ist und das einzige, was bleibt, ist die Veränderung.

Da werde ich richtig nostalgisch, aber auch stolz und vor allem neugierig auf das, was als Nächstes kommt.

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Kann er schon alleine einschlafen?

Ich gebe es zu: Allein schlafe ich weder gerne noch gut ein. Viel besser ist es doch, mich an den Rücken meines Partners zu kuscheln oder von ihm bekuschelt zu werden und so geborgen dann langsam ins dunkle Land des Schlafes hinüberzugleiten.

Das Privileg, das ich für mich selbst beanspruche, gewähre ich diskussionslos auch meinem Mann und meinem Kind.


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Mit dem Kopf durch die Wand

Neulich erwachten des Kindes Vater und ich irgendwann zwischen Mitternacht und Morgen. Die übermotivierten Singvögel, die uns gewöhnlich ab halb vier akustisch foltern, übten sich noch in vornehmer Zurückhaltung, es konnte also noch nicht allzu spät gewesen sein. Kein Ton war zu hören, ausser dem Rauschen des kleinen Wasserfalls und eines regelmässigen „Tock-tock-tock“.


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