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„Ein Hund namens Money – Spielerisch zu Erfolg und Wohlstand“ von Bodo Schäfer

„Ein Hund namens Money“ ist ein Sachbuch für Kinder, ich würde sagen so ab 10-12 Jahren können sie es auch alleine lesen und verstehen. Erzählt wird die Geschichte der elfjährigen Kira, die einen verletzten Hund findet. Sie päppelt ihn auf und nennt ihn „Money“. Der Hund kann telepathisch mit Kira sprechen und erklärt ihr Schritt für Schritt, wie man mit Geld umgeht, so dass man auch mit relativ kleinen Summen mit den Jahren ein Vermögen aufbauen kann. Auf ihrem Weg begegnet Kira zahlreichen Erwachsenen, die ihr helfend zur Seite stehen und sie lernt, dass es beim Geld nicht nur ums Geld geht.

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Der Joggel

Der Joggel

Ich glaube es war im September 1979, dem Jahr, das als das Heisseste überhaupt in die Geschichte einging, bis sein Rekord im Hitzesommer 2003 gebrochen wurde. Meine Mutter war mit meinem kleinen Bruder schwanger. Ich war acht Jahre alt und es war Jahrmarkt im dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin.

Hatte ich einen Marktbatzen bekommen? Vermutlich schon. Es müssen wohl so zwei oder fünf Franken gewesen sein, die meine Schwester und ich zum Verjubeln bekommen hatten. Die haben wir sicher auch ausgegeben, denn an solchen Dorffesten fehlt es ja nicht an Gelegenheiten. Weiterlesen

Reden wir mal über Geld und den Wert der Arbeit

Wenn etwas so natürlich ist, wie das Stillen oder das Herumtragen eines Säuglings, dann messen wir ihm keinen Wert bei. Wert im Sinne des Kapitalismus: Geldwert!

Ja, früher mal lebten wir auch hier in Mitteleuropa in Grossfamilien. Das implizierte einerseits, dass schon junge Mädchen mit der Betreuung von Säuglingen und Kindern in Berührung kamen und das meiste darüber lernten, bevor sie selber Mutter wurden. Andererseits aber auch, dass ältere weibliche Verwandte der Wöchnerin zeigten, wie das mit dem Stillen und Tragen funktioniert.

Nun, die wenigsten von uns möchten die Schwiegermutter im Haus haben… Die wenigsten von uns haben überhaupt eine Mutter oder Schwiegermutter, die das nötige Know-How hat, denn sie selber haben das Muttersein direkt oder indirekt von Johanna Haarer gelernt und Frauen unserer Generation möchten es anders machen.

Jetzt können wir natürlich hier sitzen bleiben und darüber lamentieren, dass „die Gesellschaft“ von uns verlangt, unsere Kinder zu füttern oder zu transportieren.

Wenn wir zum Füttern für Tausende von Franken jährlich Milchpulver, dazu Flaschen, Thermobehälter, Sterilisatoren, Schoppenwärmer und was es noch alles gibt, kaufen, dann kritisiert niemand diese Ausgaben. Diesen Objekten wird der entsprechende Wert zugestanden. Dasselbe für das spätere Gläschchenfüttern: Bio, öko, naturbelassen, pipapo, dafür nehmen wir auch richtig viel Geld in die Hand, denn nur das Beste ist gut genug.

Das Beste? Hat nicht mal jemand behauptet, Stillen wäre das Beste? Aber das ging ja nicht. Aus Gründen. Und eine qualifizierte Stillberatung, das wäre natürlich viel zu teuer gewesen, da man die 100 Franken aus der eigenen Tasche hätte bezahlen müssen. Muttermilch fliesst kostenlos, deshalb hat sie auch keinen Marktwert, keinen Preis – und deshalb gestehen wir ihr auch keinen Wert im moralischen Sinne zu. Und auch der damit einher gehenden Arbeit der stillenden Mutter nicht. Oder liegt es daran, dass wir die Arbeit der kinderbetreuenden Mutter nicht als wertvoll ansehen und es deshalb nicht nötig finden, ihr eine Weiterbildung zu gönnen, die es ihr erlauben würde, ihren Job als Care-Arbeiterin effizienter und besser machen zu können?

Dasselbe gilt fürs Tragen. Babys können nicht selber gehen, also muss die Betreuungsperson sie aufheben und von A nach B tragen. Erst heute morgen wieder, habe ich bei Glücklich scheitern lesen müssen, wie körperlich und geistig belastend das ist. Aber statt Geld in eine Weiterbildung und hochwertige Hilfsmittel zu investieren, verzichtet man lieber darauf, seine tägliche Arbeit als Care-Arbeiterin effizient und ergonomisch zu verrichten. Dafür nimmt man sogar weniger Schlaf und mehr Schmerzen in Kauf.

Offenbar sind die Zeit und die Gesundheit einer Mutter oder Care-Arbeiterin diese hoch geschätzt sagen wir 100.– Franken für eine Trageberatung inklusive Nachberatung und Kosten für ein TH-Testpaket und sagen wir 300-400.–  Franken für eine wirklich verflixt gute Tragehilfe (der genannte Preis ist Rolls-Royce-Liga, sprich: in Handarbeit genähte Einzelstücke, es gibt auch sehr gute THs zwischen 100.– und 200.– Franken).

Ja, es wäre schon schön, einen Clan oder eine Grossfamilie zu haben, die einem all die Dinge zeigen und teilweise abnehmen. Aber diese Gesellschaftsformen gibt es bei uns kaum noch und ich bin mir ziemlich sicher, dass die wenigsten von uns bereit wären die Nachteile, die ja auch damit einhergehen, in Kauf zu nehmen.

Deshalb müssen wir gewisse Dinge zukaufen: Hilfsmittel, Know-how (Stillberatung, Trageberatung), aber auch menschliche Unterstützung (Haushaltshilfen und/oder weitere Betreuungspersonen). Diese Arbeiten haben einen Wert und sie kosten Geld. Egal ob wir sie selber tun oder jemanden damit beauftragen.

Solange wir ihnen diesen Wert nicht zugestehen, und solange wir unsere Arbeit nicht als Arbeit betrachten – inklusive dafür nötigem Werkzeug und Weiterbildung – solange sind wir in Sachen Emanzipation noch keinen Schritt weiter!

(und Frauen machen sich weiterhin selber kaputt, weil sie a) nicht mal selber den echten Wert ihrer eigenen Arbeit anerkennen und b) unter der schieren Arbeitsbelastung zusammenbrechen, wenn sie nicht einen Teil davon outsourcen oder sich wenigstens die Arbeit mit geeigneten Hilfsmitteln so einfach wie möglich machen).