Wolfgang Wambach: „Der Zugvogel im Zoo“

„Der Zugvogel im Zoo“ ist ein knapp 70 Seiten dünnes Taschenbüchlein mit 15 Kurzgeschichten zu verschiedenen philosophischen Themen.: Liebe, Zusammenhalt, Glück, Stolz, Offenheit, Mitgefühl, Gesundheit, Arbeit, Kultur, Bildung, Toleranz, Versöhnung, Gewaltlosigkeit, Freiheit und Demokratie.

Der Zugvogel im Zoo

Wolfgang Wambach: Der Zugvogel im Zoo

Die Sprache ist einfach, die Geschichten und Metaphern konkret fassbar. Die Moral wird erklärt, statt gezeigt, da die Geschichten aber an Kinder adressiert sind, geht das wohl in Ordnung.

Alle Geschichten spielen in modernen, urbanen Settings und die Protagonisten sind immer Tiere, die wie Menschen handeln. Da gibt es Mäuse in U-Bahnen, Labormäuse, ein Hamster im Rad, ein Hündchen in der Handtasche und zahlreiche andere.

 

Mein Fazit

Ich liebe Fabeln, insbesondere jene gedichteten Meisterwerke von Jean de La Fontaine, in denen jedes Tier prototypisch für einen menschlichen Charakterzug steht und entsprechend handelt. Wambachs Fabeln sind nicht damit vergleichbar: Die Themen sind andere und die Tiere dienen eher zur Illustration der Botschaft und weniger als Prototypen.

Hier sollen die Geschichten selbst, und nicht der Charakter, einen Wert oder ein Konzept darstellen. Teilweise geschieht das auf durchgängig plausible, handwerklich solide Art und Weise (beispielsweise in der Titelgeschichte „Der Zugvogel im Zoo“ oder „Das Küken in der Klemme“), bei anderen ist die Moral ein wenig an den Haaren herbeigezogen oder wird mit der grossen Kelle angerichtet, statt sich als logische Konsequenz der vorher gehenden Handlung zu ergeben. Exemplarisch möchte ich „Die Labormäuse und die Linie 1“ nennen (es hat noch andere), wo die tiefere Einsicht den Protagonisten einfach so zufliegt. Hier hätte ich mir eine handlungsbasierte Auflösung des Konfliktes gewünscht.

Insgesamt ist „Der Zugvogel im Zoo“ jedoch ein nettes Büchlein für Zwischendurch oder zum Vorlesen. Nicht ganz klar ist die Altersempfehlung: Sprachlich ist es eher für Kleinere formuliert, vom Layout und Schriftbild her weniger für Erstleser geeignet.

Ich könne mir gut vorstellen, einzelne der Geschichten als Grundlage für Unterstufenunterricht zu benutzen, weil die Themen wirklich sehr greifbar und verständlich vermittelt werden.

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Klappentext:

„Eine junge Taube lebt gemeinsam mit ihren Artgenossen am Hauptbahnhof. Doch obwohl dort jeden Tag Züge halten, verreisen sie nie. Denn hier gibt es alles, was die junge Taube und ihre Freunde brauchen: Heruntergefallene Pommes und Reste von Hamburgern landen regelmässig auf dem grauen Bahnhofsboden. Doch in letzter Zeit ist das Leben für die junge Taube schwer. Oft wird sie von Bauchschmerzen geplagt. An schlimmen Tagen ist sie sogar zu schwach zum fliegen. Alles ändert sich, als eine weit gereiste Brieftaube auf dem Bahnsteig landet. Die Fabeln dieses Buches vermitteln den jungen Lesern eine optimistische Weltsicht und nehmen sie ernst bei den grossen Fragen des Lebens. “

„Der Zugvogel im Zoo. Fabeln der Grossstadt.“
Wolfgang Wambach
epubli GmbH, Berlin, 2014
ISBN 978-3-8442-8828-5
Altersempfehlung: Ab 6 Jahren

Webseite des Autors: www.wolfgangwambach.de
Facebook: facebook.com/Der.Zugvogel.im.Zoo

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