Heinz Kahlau und Erdmut Oelschläger: „Das Eiszapfenherz“

Wann war es eigentlich das letzte Mal so richtig kalt im Winter? Ich meine nicht neulich, das waren ja nur ein paar Tage Extremkälte. Ich meine diese langen Winter, wo man im Januar schon anfängt, sich nach der Sonne und der Wärme des Frühlings zu sehnen? An solchen Orten, wo die Winter lange und Finster sind, entstanden zahlreiche Märchen rund um Eiskönige und Eisköniginnen, Winter und die Wiederkunft des Frühjahrs, oft in Gestalt der Sonne. An diese Märchen erinnert die zauberhafte Geschichte „Das Eiszapfenherz“ von Heinz Kahlau, die im Beltz Kinderbuch Verlag neu aufgelegt wurde.

 

Handlung

In einem Land, in dem nie die Sonne scheint, herrscht ein Zauberkönig, der ein Eiszapfenherz hat. Lieder über den Frühling und den Sommer sind verboten. Wer über die Sonne oder über die Wärme auch nur spricht, wird streng bestraft.

In diesem Land, mitten im Wald, lebt das kleine Mädchen Heilo und träumt von Wärme und Licht. Als sie einmal das Lied vom Frühling vor sich hinsummt, taucht der König auf und befiehlt ihr bei Neumond auf sein Schloss zu kommen.

Heilo und ihr Grossvater sind verzeifelt. Heilo beschliesst, die Sonne zu holen.

Kein Mensch kennt den Weg zu ihr ,und gegen die Kälte, die wilden Tiere und die Soldaten des Königs kannst du nicht bestehen“ erklärt ihr Grossvater. Als sie darauf besteht, schenkt er ihr eine Mütze und Handschuhe aus den Haaren seines Bartes. Heilo zieht los, in den nächtlichen Wald. Nacheinander trifft sie den Jäger, den Schreiner, einen Soldaten, den Holzfäller, den Müller und dessen Frau, sowie deren Bruder, den Fischer. Alle fürchten sie den König und doch versprechen sie Heilo auf die eine oder andere Weise ihre Unterstützung. Alle, ausser dem Müller, der sperrt sie ein und will sie zum König bringen. Zum Glück hilft ihr die Frau des Müllers zu entkommen. Aber als Heilo wieder zuhause beim Grossvater angekommen ist, wurde dieser vom Eiskönig in einen Eisblock verwandelt.

Nun kommen einer um den anderen Heilos Helfer daher. Der Jäger bringt einen Mantel, der Fischer und die Müllerin Fische und Kuchen, die Holzfällerin einen Schlitten und so weiter. Das beste Geschenk bringt der Schreiner: Ein Feuer! Damit können sie Freunde Heilos Grossvater wieder auftauen und sie und alle anderen aufwärmen.

Mit einem letzten Trick versucht der Eiskönig, Heilo aufzuhalten. Fast gelingt es ihm auch, aber ihre Freunde helfen ihr erneut.

Das Ende ist zwar kein Happy End, dafür ein hoffnungsvoller Anfang.

 

Was meint die Zielgruppe?

Die Geschichte ist auch für einen Sechsjährigen ganz schön spannend, denn mehrmals denkt man, jetzt komme es gut, doch dann geschieht wieder etwas Schlimmes. Die Illustrationen sind reich genug, damit das Kind die Geschichte selber „lesen“ und nacherzählen kann.

Kurzer liebt die Geschichte von Heilo und holt sich das Buch öfter mal aus dem Gestell, um es selber anzuschauen oder sich von mir erzählen zu lassen.

O-Ton Kurzer:

Besonders gut gefällt mir, dass Heilo die Sonne holen geht. Weil der Eiskönig danach flüchten muss, deshalb ist das gut. Der Müller ist böse und es geschieht ihm Recht, dass er im Schnee versinkt.
Wenn es noch eine Geschichte von Heilo geben täte, würde ich die auch hören wollen.

 

Mein Fazit

„Das Eiszapfenherz“ ist eine spannend erzählte und detailreich illustrierte Bilderbuchgeschichte. Wie oft bei Büchern aus „Der KinderbuchVerlag“ kommt sie für den heutigen Geschmack ein wenig „altmodisch“ daher. Die Illustrationen von Erdmut Oelschläger begleiten die Geschichte wunderbar und man sieht ihnen an, wie kalt es in Heilos Land ist.

Abgesehen vom offenen Ende ist „Das Eiszapfenherz“ ein klassisches Wintermärchen, wie man sie beispielsweise bei den russischen Geschichten rings um Väterchen Frost finden kann. Das Ende lädt dazu ein, die Geschichte weiter zu spinnen. Die Altersangabe des Verlages (5 Jahre) finde ich passend, früher würde ich es nicht ansetzen.

Ich empfehle „Das Eiszapfenherz“ allen, die sich im tiefsten Winter nach dem Frühjahr sehnen.

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Klappentext:

„Der König mit dem Eiszapfenherz hat Sonne, Licht und Wärme aus seinem Reich verbannt.
Die Angst um sein Eiszapfenherz ist so groß, dass er beim leisesten Lächeln der Menschen fürchtet, sein Herz könne schmelzen. Darum müssen die Menschen ewig in Kälte und Einsamkeit leben. Doch eines Tages fasst das Mädchen Heilo den Mut, den König und seine kaltherzigen Helfer herauszufordern …“

„Das Eiszapfenherz“
Heinz Kahlau (Text) und Erdmut Oelschläger (Illustration)
Der Kinderbuch Verlag von Beltz & Gelberg, Weinheim und Basel, 2015
ISBN 978-3-407-77193-3
Empfohlenes Alter: ab 5 Jahre

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