Gute und bessere Gründe für einen Trotzanfall

Ein Zweijähriger – man denke an die englische Bezeichnung “terrible twos” – kennt viele gute Gründe, um sich in Tränen aufzulösen und stundenlang zu toben oder zu schmollen. Schliesslich muss er seine Freiheit vom elterlichen Gängelband regelrecht er-trotzen. Hier also ein paar gute Gründe, die bei unserem Sohn (2 Jahre 4 Monate) schon zu Trotzanfällen geführt haben:

  • es gab nachmittags um halb vier kein Raclette
  • die Kirchenglocken hörten einfach auf zu läuten
  • es gab keinen Hustensirup einfach so ohne Husten zu haben
  • die Briobahn war nicht mit den Lego kompatibel
  • man durfte nur einmal abstimmen (nur ein Couvert in die Urne werfen)
  • die zu kleinen Winterstiefel gehen nicht mehr an die Füsse

Daneben gab es natürlich auch wesentlich weniger gute Gründe:

  • er wollte die Steckdose
  • er wollte auf dem Spielplatz bleiben, obwohl er Kleinere von der Rutsche schubste
  • er wollte die Steckdose
  • er wollte das Bügeleisen
  • er wollte die Steckdose
  • er wollte den Kochherd

Hier gibt’s noch mehr Gute und Bessere Gründe für Trotzanfälle

21 thoughts on “Gute und bessere Gründe für einen Trotzanfall

  1. Mutterschutzgebiet

    Auch gute Gründe für den totalen Kleinkindernervenzusammenbruch:
    – keine Schokolade zum Abendessen
    – kein sechstes Buch abends zum einschlafen
    – Mama hat das falsche Glitzershirt ausgesucht
    – Kind darf nicht mit dem Laufrad das Treppenhaus runterfahren

    Eltern sind so anstrengend 😉

    Reply
  2. Rita Angelone

    Ja, Eltern sind so übel…! Sie dürfen alles entscheiden, Kinder nichts. Dabei dreht sich unser ganzes Leben, alle Pläne und Entscheide um sie…
    Die obigen Beispiele sind sowas von bekannt …!
    Die Trotzphase ist bei uns langsam vorbei, doch die Diskutierphase hat begonnen. Und die ist auch schlimm.. 🙁

    Reply
    1. Katharina

      Auf die freue ich mich schon 😉
      Ich habe bei Kurzem gar nicht den Eindruck, dass das Trotzen gegen mich geht (noch nicht, vielleicht kommt das ja noch?). Eher so gegen die fiese Realität, die es wagt, mit seinen Wünschen zu kollidieren.
      Die Sache mit den Kirchenglocken gestern war ja episch… Die Kirche bei uns hat das Wochenende eingeläutet (geht vielleicht 10 Minuten) und als das Geläut fertig war, ist Kurzer vollgas durchgeschubt, also wirklich total ausgetickt. “Glocke, ding-dong, meh Glocke, nomeh Glocke….”! Was willst Du da machen?

      Reply
  3. Tanja

    ….keine Sandalen bei -12 Grad anziehen
    .. .darf nicht mit den Schuhen des Nachbarmädchen herumlaufen (2 Nummern zu klein)
    ….darf nicht alles aus den Gestellen in der Migros reissen
    ….darf nicht mit dem kleinen Einkaufswagen in die Beine der Leute rasen
    ….Ostereier im Gestell dürfen nicht geöffnet werden
    (Ich glaube wir lassen uns eine Weile nicht mehr in der Migros blicken 😉
    ….Kappe hat die falsche Farbe
    ….die Jacke die sie anziehen will ist in der Waschmaschine
    …Bruder hat das Auto genommen,dass sie ja eigenltich auch gerade wollte
    ….es gibt keinen Schoppen so kurz vor dem Essen

    Ach Kath…eine gute Mutter wäre jetzt in die Kirche gegangen und hätte da ganz fest die Glocke geläutet! 😉

    Reply
    1. Katharina

      Auch das sind Klassiker, inklusive Migros! Dort greife ich aber auch heute noch notwehrmässig zur Tragehilfe (je nachdem halt mit Folgetinnitus, aber den übernimmt ja die SUVA, da es sich um einen Arbeitsunfall handelt). Bei uns sind’s keine Schöppen, dafür “Biquit” und “oggi”, die regelmässig fünf Minuten vor einer Hauptmahlzeit eingefordert werden.

      Reply
      1. Tanja

        Katharina: Ich hab dafür so ein Gurtband in der Tasche, da schnall ich die Kleine an den Einkaufswagen an 😉 Ja die liebe “oggi”….

        Reply
  4. desperateworkingmum

    …nicht mit dem Flughafenbus von Kreta nach Hause zu fahren

    ABER – die gute Nachricht: es geht das Gerücht um, bei sehr intensiv trotzenden Kleinkindern verlaufe die Pubertät etwas sanfter und – wo find ich jetzt auf meinem Glasschreibtisch schnell ein Holz zum Klopfen – bis jetzt kann ich das bestätigen!

    Reply
  5. Lies von Lott

    Ich bin neidisch, manchmal – so drei- bis sieben Mal am Tag – möchte ich mich auch einer sinnlosen Trotzhaltung hingeben einen Wutwahn haben und einfach die Welt ganz doof finden. Als vernünftiger Erwachsener macht sich das aber nicht so gut.

    Reply
    1. Marie

      Ja, ist das nicht deprimierend. Manchmal bin ich so neidisch auf meine Kinder und würde mich mit Wonne, angesichts der Schlechtigkeit der Welt auf den Boden werden und schreien und brüllen!!

      Blöde Selbstbeherrschung!

      Reply
  6. Mama arbeitet

    Hallo Katzarina, ich komme über twitter und die Frau mamanager und ab jetzt sicher öfter. Und will gerne beitragen, dass ich “Es gab keinen Hustensirup einfach so ohne Husten zu haben” bestens kenne – ulkigerweise nur von der Jüngsten von dreien. Die ist grad trotzig auf dem Sofa eingeschlafen und gar nicht müde. 😉

    Gruss, Christine

    Reply
  7. Pingback: Nein, nein, nein und nochmals nein! | Mama hat jetzt keine Zeit…

  8. Andrea Mordasini, Bern

    Ui ja, es gibt IMMER Gründe (mal bessere, mal schlechtere) für Trotzanfälle… ;). Die Steckdose war nur kurze Zeit interessant für unsere Kleine…, nämlich solange bis sie sich bei Töchterlein gerächt hat *autsch*!

    Gründe, die bei meinen beiden Kindern zu Frust und Trotz führen bzw. geführt haben (die meisten schon erwähnt):

    – Keine Süssigkeiten im Migi/Coop
    – Kein Schoggi vor dem Essen
    – Kein TV (mehr)
    – Das Lieblingskleidungsstück in der Wäsche bzw noch zu nass um anzuziehen
    – Oder wie gerade heute: das falsche Pischi für die Ferien eingepackt…

    Na ja, ist nicht immer einfach in so Situationen ruhig und gelassen zu bleiben, ich gebe mir aber täglich mein Bestes… ;). Ich sage mir immer wieder, dass die lieben Kleinen nicht “extra” trotzen, um sich schlagen und sich auf den Boden werfen und schon gar nicht, um mich zu ärgern. Diese Einsicht und die Tatsache, dass “es nur eine Phase sei” hilft mir persönlich enorm, die Anfälle auszuhalten und mit dem “Trötzling” durchzustehen. Verständnis entgegenbringen und doch konsequent bleiben, ist zwar nicht immer leicht, aber für mich die erfolgreichste “Methode”.
    Und wenn es also stimmen sollte, dass Trotzkinder dafür in der Pubertät kaum Probleme machen würden, kann ich der Teenie-Zeit mit Ruhe und Gelassenheit entgegenblicken… ;).

    Reply
  9. Pingback: Noch mehr gute und bessere Gründe für Trotzanfälle | Mama hat jetzt keine Zeit

Deine Meinung interessiert mich: