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Ein paar Gedanken zur Diskussion betreffend einer indirekten Impfpflicht in der Schweiz gegen Covid-19 und andere Krankheiten

Ausgangslage

Die so genannte Vertragsfreiheit erlaubt es Firmen (im Rahmen gewisser gesetzlicher Einschränkungen, z.b. Anti-Rassismus-Gesetz) Tickets oder Eintritte zu verkaufen oder nicht zu verkaufen an wen sie wollen. Eine gewisse Diskriminierung, ist also in unserem Land möglich. Manches davon hat bereits zu Diskussionen geführt, wie z.B. dass Eltern bzw. ihre Kinder in manchen Restaurants oder Hotels nicht (mehr) willkommen sind. Die einzige Konsequenz, die sie zu fürchten haben, wenn sie ihr sog. Hausrecht wahrnehmen, ist ein gewisser Imageschaden. Aber im Grossen und Ganzen war die Problematik bisher in unserem Land nicht wichtig genug, um eine öffentliche Diskussion oder Änderungen in der Gesetzgebung hervorzurufen. Maximal gab es Shitstorms in den Medien und sozialen Netzwerken, die ein paar Tage (die Sache mit dem Wirt, der keine geistig behinderten Gäste mehr beherbergen will) bis ein paar Wochen (die Sache mit den „kinderfreien Hotels“) dauerten.

Im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie kommt nun die Frage auf, was passiert, wenn Veranstalter/innen anfangen würden, nur noch geimpfte Personen bzw. solche mit einem negativen Covid-Test, Eintritt zu gewähren. Wenn sie also „Covid-Negativität“ zum Bestandteil ihres Vertrags mit den Ticketkäufer/innen machen würden.

Wie gesagt: gemäss der aktuellen Rechtslage steht dem nichts im Wege.

Rechtliche Betrachtung

Ich bin keine Juristin. Deshalb kann es sein, dass mir gewisse Ungenauigkeiten unterlaufen und ich bitte, diese zu entschuldigen (grobe Fehler mögt Ihr bitte in den Kommentaren anmerken, damit ich sie korrigieren kann, merci!).

Aus meiner Laiensicht besteht hier eine Gesetzeslücke und unsere gesetzgebenden Institutionen sollten sich möglichst schnell an die Arbeit machen, um festzuhalten, ob Ausschlüsse „aus epidemiologischen Gründen“ in der Vertragsfreiheit inbegriffen sein sollen oder ob sie, analog zum Anti-Rassismus-Gesetz, ausdrücklich davon ausgeschlossen werden sollen.

Die Frage geht ja weit über Covid hinaus. Hier könnte man noch sagen, dass es realtiv eindeutig sei: Alles, was Superspreader-Events verhindern und trotzdem ein relativ normales Alltagsleben ermöglichen könnte, wäre zu begrüssen, damit die Epidemie möglichst schnell beendet ist. Aber es gibt ja auch andere ansteckende Krankheiten. Was ist mit denen? Soll beispielsweise ein Swingerclub von seinen Gästen einen aktuellen HIV-Test oder eine HPV-Impfung verlangen dürfen und wenn ja, in welcher Form?

Hier kommt der Datenschutz ins Spiel. Wie können Veranstalter:innen und Betreiber:innen von Eventlocations sicherstellen, dass solche Daten nicht in die falschen Hände geraten?

Solange solche praktischen Frage nicht zufriedenstellend geklärt sind, würde ich diese Art der positiven oder negativen Diskriminierung wohl an der Urne ablehnen.

Aber es gibt ja nicht nur die rechtliche Seite…

Ethisch-moralische Betrachtung

Jeder Mensch muss jederzeit das Recht haben, über seinen eigenen eigenen Körper zu bestimmen.

Was so einfach aussieht, ist in Wahrheit verdammt kompliziert, sobald wir über die Impffrage nachdenken! Und zwar deshalb, weil wenn es um ansteckende Krankheiten geht, Person A und Person B nicht unabhängig voneinander sind. Die Impfentscheidung von Person A kann unter Umständen einen grossen Einfluss auf das Leben und die Gesundheit von Person B haben.

Im Idealfall würden sich alle, die können, freiwillig impfen lassen, so dass alle, die nicht geimpft werden können, ebenfalls geschützt wären.

ABER (schon wieder ein Aber): Hier ist nicht der Idealfall, sondern das richtige Leben. Also der Ort, wo jede/r selbst über seinen/ihren Körper entscheidet und zwar ohne diese Entscheidung begründen zu müssen.

Was hier aber geschieht, ist, dass Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, einen Teil der Konsequenzen dieser Entscheidung an ihre Mitmenschen delegieren, insbesondere jene aus den sog. Risikogruppen, die aus dem einen oder anderen Grund nicht geimpft werden können.

Indem sich Person A gegen eine Impfung entscheidet, zwingt sie Person B aus dem öffentlichen Leben hinaus, verunmöglichst dieser, im Restaurant zu essen oder an einem Konzert teilzunehmen. Bei Kindern kann es sogar passieren, dass das vulnerable Kind, das nicht geimpft werden kann, deswegen weder zur Schule noch in die Kita kann. Um das Recht auf Unterricht für alle zu gewährleisten, haben deshalb manche Länder die MMR-Impfung für Kitas und Schulen oligatorisch gemacht.

Entscheidungen haben immer Konsequenzen und bei der Frage nach einer direkten oder indirekten Impfpflicht für Restaurantbesuche oder Teilnahme an Konzerten etc., müssen wir als Gesellschaft und als Staatsbürger/innen entscheiden, wen wir diskriminieren:

  • die, die sich impfen lassen würden aber aus Gesundheitsgründen nicht können?
  • oder die, sie sich impfen lassen könnten, aber nicht wollen?

Oder gibt es andere Wege, um allen Menschen unserer Gemeinschaft die Teilhabe zu ermöglichen, ohne dass sie dafür ihr Leben aufs Spiel setzen müssen?

Solidarität, der Wald und die Bäume

Die Regierung muss die Volksgesundheit und die Gesundheit des Staates, der ganzen Gesellschaft mit all ihren verschiedenen Komponenten im Blick haben. Das heisst: Die Regierung muss für den ganzen Wald sorgen. Wir als Individuen, Eltern oder Unternehmer/innen haben aber zwangsläufig unsere eigene Perspektive als einzelner Baum im Blick und sorgen uns um unsere eigenen Interessen.

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Vernetztes im März 2020 (Corona Edition)

Der März 2020? Diese paar Wochen, in der die Welt erschüttert wurde, eine Pandemie rund um den Globus Zehntausende von Opfern forderte, und die grösste Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg eingeläutet wurde. Mitteleuropa – inklusive der Schweiz – im Lockdown, obwohl so etwas doch sonst nur weit, weit weg passiert.

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Eltern sein ist furchtbar! (bei lokalo24.de)

Neulich las ich in der FAZ einen Artikel mit dem gewöhnungsbedürftigen Titel „Man muss wahnsinnig sein, heute ein Kind zu kriegen„. Hier meine Antwort darauf:

Eltern sein ist furchtbar!

von Katharina Bleuer

Ich bin die große Schwester eines 14 Jahre jüngeren Bruders. Deshalb kann ich mit Fug und Recht behaupten gewusst zu haben, was auf technisch gesehen mich zukäme, wenn „es“ einschlagen sollte. Konsequenterweise erkundigte ich mich bei meiner Frauenärztin dann auch hauptsächlich darüber, wie ich „es“ verhindern, beziehungsweise gegebenenfalls so schnell wie möglich loswerden könnte.

Jahrelang war mir das genug. Kinder stinken, machen Lärm, man muss sich nach ihnen richten, sein ganzes Leben anpassen und kann eine Million Dinge nicht mehr tun, die man doch so gerne tut.

Sobald sie Eltern werden, können die Leute auch kein normales Gespräch mehr führen, sondern sprechen nur noch über ihre Bälger, als ob sie das achte, neunte und zehnte Weltwunder gleichzeitig wären. Hochbegabt, hochsensibel oder doch wenigstens hochnormal mussten sie sein und wenn sie sonst nichts Besonderes zu bieten hatten, sollten sie doch wenigstens Karriere im Bankensektor machen und ihren Eltern nach deren Pensionierung eine Kreuzfahrt auf der MS Deutschland schenken.

Mit den Jahren wurden meine Überlegungen etwas differenzierter, man müsste sich ja nicht in die Reihe der Schafe einreihen, sondern könnte es besser machen, dem Kind noch Anstand und Manieren beibringen, in seinem Bett zu schlafen und alleine zu spielen, zu grüßen und sich zu bedanken und bei Tisch nicht zu kleckern – was es halt braucht, damit ein Kind im Alltag nicht stört. Das französische Modell überzeugte uns da sehr!

Und dann war da noch die Arbeit. Zuerst ein Kind machen, um es dann für Tausende von Euro im Jahr weg zu organisieren – man will schließlich keine dieser öffentlichen Läusezuchtanstalten, sondern nur das Beste für seine Brut – gehört sich irgendwie ganz und gar nicht, wenn man sich so umhört. Und überhaupt: Sofern man überhaupt einen anständigen Kita-Platz bekam!

Das Risiko, mich für ein oder zwei Jahre alleine zuhause mit einem Baby wiederzufinden und nicht zu wissen, was ich mit ihm anfangen sollte, war beträchtlich! Deshalb konnte ich mich irgendwie einfach nicht entscheiden.

Mit den Jahren fanden sich dann auch für diese Probleme Lösungen und irgendwann gingen mir die Ausreden aus, wenn der Mann seinen Kinderwunsch äußerte.

Dann machten wir eines.

Und kein Stein blieb auf dem anderen!

“’Die Geburt meines Kindes’: Das ist der mit Abstand am häufigsten genannte Glücksmoment meiner Zuschauer. […]

Bei aller Romantik: Es ist nicht alles schön bei einer Geburt. Und es ist auch nicht alles Kind, was herauskommt. […]

Aber dann, dieser magische Moment, der erste Atemzug, der erste Schrei, und im Gesicht wird aus dem Blau ein zartes Rosa […]” (Eckart von Hirschhausen, „Das Glück kommt selten allein“, S. 115)

Liebe Leserin, lieber Leser, das kann man sich kaum vorstellen, aber das Hormon-High bei der Geburt, dieser Kick von Endorphinen, Oxytocin und kurz darauf noch Prolaktin, das kann man sich gar nicht vorstellen, grandioser geht nicht mehr.

Endorphine, die so genannten „Glückshormone“, die auch noch schmerzhemmend wirken, werden gleich literweise ausgeschüttet. Oxytocin, das Liebeshormon, das wir vom weiblichen Orgasmus her schon kennen, das Kontraktionen der Gebärmutter und Milcheinschuss gleichermaßen bewirkt, in den Ohren rauscht und uns leicht schwindlig vor Glücksseligkeit hinterlässt (Oxytocin entwickeln übrigens auch Männer, die in den ersten Minuten nach einer Geburt am Baby schnüffeln, probieren Sie es aus!).

Und wer denkt, das sei schon alles gewesen, hat nicht mit dem Prolaktin gerechnet, dem Wunderhormon stillender Mütter, das macht dass sie wochen- und monatelang Höchstleistungen vollbringen auch wenn sie nur viertelstundenweise schlafen. Ein Kick wie Koks, nur dass einem Prolaktin im Gegensatz dazu nicht aggressiv, sondern sanft und mütterlich macht und verhindert, dass Frauen ihre Brut bereits kurz nach der Geburt aus dem Fenster werfen.

Und so geht es dann weiter. Wundersamerweise sind die eigenen Kinder tatsächlich nicht nur die Hübschesten, die je Gottes Erdboden betreten haben, sondern auch die cleversten, schlauesten, gescheitesten, begabtesten, und überhaupt: Die perfekten Individuen, um den Staffettenstab aus unseren Händen zu übernehmen und in ein paar Jahren den zerzausten Planeten wieder auf Vordermann zu bringen. Mindestens und natürlich ganz objektiv gesehen!

Natürlich sind da die ganze Arbeit und die ganzen Kosten, die man mit ihnen hat. Aber zuerst mal machen eigene Kinder einfach Spaß: Als Babys sind sie süß und schnuckelig anzusehen und sobald sie sich selber in Bewegung setzen können, fangen sie auch an, eigene Ideen umzusetzen. Sobald man als Eltern mal von der ohnehin aussichtslosen Idee weggekommen ist, man müsse den ganzen Tag Polizist spielen und seinem Kind hinterher kontrollieren, hat man einiges zu Lachen (auf das unbändige Bedürfnis, all die lustigen Anekdötchen mit seinen Mitmenschen zu teilen, möchte ich hier nicht näher eingehen).

Aber da ist noch die Sache mit der Vereinbarkeit. An der kauen wir alle irgendwie rum, egal ob wir uns im Spagat zwischen Kita und Arbeitgeber aufreiben oder ob uns zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Wir müssen uns für ein Modell entscheiden, keines hat nur Vorteile, im Gegenteil, alle haben auch irgendwo massive Nachteile, die wir uns alle irgendwo wegwünschen.

Politik und Wirtschaft sollen das für uns ändern und so lange sie das nicht getan haben, empfinden wir es als unzumutbar, eine Familie zu gründen. Also lassen wir es bleiben und vergessen, auch mal dankbar darüber zu sein, dass wir diese Wahl dank einfachem Zugang zu zuverlässigen Verhütungsmitteln, sozialer Sicherheit und Rentenkassen im Gegensatz zu rund 95% der Weltbevölkerung überhaupt haben!

Natürlich sind Kinder auch anstrengend und natürlich kostet es Geld, kleine Menschen ins Leben zu begleiten. Trotzdem muss hier bisher niemand darauf verzichten. Es ist eindeutig nicht lustig, in einem relativ reichen Land arm zu sein. Aber trotz allem: Es gibt hier keine Einkindpolitik wie in China, wir dürfen Kinder bekommen so viel wir möchten, und eines mehr bringt nicht die ganze Familie in so große Not, dass die anderen Familienmitglieder um ihr Leben bangen müssen. Unsere Kinder müssen weder für Geld in Textilfabriken arbeiten gehen noch sterben sie, weil das über Kilometer herangeschleppte Trinkwasser von der Cholera verseucht ist.

Wir sind die erste Generation seit Erfindung des Kapitalismus, denen es wirtschaftlich weniger gut geht, als der Generation ihrer Eltern. Das macht Angst. So große Angst, dass wir uns aus Furcht vor finanziellen Unsicherheiten nicht mal mehr getrauen, unseren Kinderwunsch zu erfüllen. Dabei lügen wir uns selber in die Tasche: Wenn die Arbeitswelt familienfreundlicher, wenn die Gesellschaft kinderfreundlicher, wenn dieses, wenn jenes – ja dann würden wir auch wieder mehr Kinder haben, denn dann würde es auch wieder Spaß machen.

Im Ernst Leute? Teil einer Familie mit Kindern zu sein sein macht bringt viel Freude. Darauf zu verzichten, überhaupt seine individuellen Lebensentscheidungen danach zu richtigen, was ein paar alte Männer und Frauen in Berlin beschließen oder nicht, halte ich für einen großen Fehler!

Denn immerhin hat das Kinderhaben auch messbare Vorteile:

“Kinderlose leben sehr viel ungesünder, konsumieren mehr Alkohol und Nikotin und sterben entsprechend öfter an Krebs und Infarkten.” (Eckart von Hirschhausen, „Glück kommt selten allein“, S. 117)

Welche Vorbilder?

jarmoluk / Pixabay

Die Welt endet nicht an der Tür des Kinderzimmers und auch für meinen Sohn wird sie täglich grösser. Als Eltern üben wir natürlich so grossen Einfluss wie möglich aus, was unsere Wertvorstellungen und Überzeugungen angeht. Aber sie lauert da draussen, die Welt, mit ihren ganz eigenen Regeln. Und an Tagen wie heute graust mir ein Bisschen davor…

Auf Recherchen zu anderen Themen bin ich heute über zwei Artikel gestossen. Sie haben nicht wirklich viel miteinander zu tun. Oder doch? In beiden geht es um Männlichkeit und wie sie sich definiert. Im Facts-Artikel „Achtung, fertig, Chaos!“ (April 2005) geht es um gewisse Vorfälle in der Schweizer Armee, wo die Menschenwürde des Individuums im Namen der Gemeinschaft und Kameradschaft mit den Füssen getreten wurde. In der Online-EMMA vom 10.11.11 wird unter dem Titel „Hallo, Geht’s noch?“ darüber informiert, dass der deutsche Rapper und bekennende Frauen- und Schwulenhasser Bushido als „Beispiel für eine gelungene Integration“ mit einem Bambi geehrt werden soll.

Was nur können wir tun, um unsere Buben vor solchen „Vorbildern“ zu schützen? Ich denke nicht viel. Nur immer wieder ihnen selber vormachen, dass man nicht andere erniedrigen muss, um sich selbst aufzuwerten. Und ihnen dabei helfen, echtes Selbstbewusstsein und echtes Selbstwertgefühl aufzubauen. Denn dann brauchen sie solchen Mist gar nicht.

Der rote Faden

Wie ein roter Faden ziehen sich gewisse pädagogische Grundsätze durch die Baby- und Kleinkinderzeit und wie rote Fäden sieht man diese Grundsätze leuchten, wenn man sich längere Zeit im Müttermilieu bewegt.

Bildquelle: Johanna84 / Pixabay

So taucht beispielsweise immer wieder die leidige Schlafensgeschichte auf. Und immer sind es dieselben Mütter, mit immer denselben Problemen. Das Auffällige dabei: Die Lösungsstrategien werden höchstens dem Alter des Kindes angepasst, ändern sich jedoch nicht grundsätzlich: Wo von einem viermonatigen Säugling verlangt wird, dass er langsam aber sicher alleien einschlafen soll, soll derselbe Säugling mit sechs oder sieben Monaten gefälligst durchschlafen. Dasselbe Kind mit zwei oder drei darf in ein normales Bett ziehen, ganz ohne Gitter – und siehe da: Auch dort will es nicht bleiben. Also wird wiederum nach Massnahmen gesucht, wie man das Kind dazu bringen kann, dort zu bleiben.

Da es heute zum guten Ton gehört, „Rabeneltern“ zu sein, können solche Massnahmen auch schon mal Zwangsmassnahmen wie Türschutzgitter oder abgeschlossene Türen sein. Hauptsache, das Kind bleibt in seinem Zimmer und Hauptsache, die Eltern haben „Zeit für sich“.

Der rote Faden? Das Kind muss sich so schnell wie möglich – d.h. ab seinem ersten Lebenstag – dem Leben der Eltern anpassen, die sich ihrerseits wiederum gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen.

Wäre es nicht sinnvoller, statt das Kind koste es was es wolle denselben Zwängen zu unterwerfen, diese von Zeit zu Zeit zu hinterfragen, gar infrage zu stellen, und auch für sich, als Eltern zu reflektieren, ob jede Anpassung nötig, sinnvoll oder gar gewünscht ist? Das Resultat, so unsere Erfahrung, ist nicht nur überraschend, sondern sehr bereichernd.