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Plädoyer für elterliche Weiterbildung und gegen das Bauchgefühl

Seit mein Sohn auf der Welt ist und ich mich öfter mal mit Eltern über Erziehungs- und Kinderthemen unterhalte, heisst es immer mal wieder, als Mutter, als Eltern, solle man sich auf sein Bauchgefühl verlassen, dann würde man schon das Richtige tun. Ich habe diese Aussage eigentlich nie hinterfragt. Bis auf heute. Weiterlesen

Körperlicher Einsatz als Erziehungsmittel

Beobachtet euch mal selber einen Tag lang: Alle paar Minuten verletzen wir als Aufsichtspersonen die körperliche Integrität des uns anvertrauten Kindes. Wir nehmen es vom Backofen/Kochherd weg, damit es sich nicht verletzt (das mache ich eine geschätzte Million Mal täglich). Wir heben es auf den Wickeltisch und wickeln es, waschen, baden duschen es unabhängig von seinen eigenen Wünschen, putzen im den Schnodder aus dem Gesicht, putzen ihm die Zähne, wenn nötig auch mit sanfter Gewalt. Wir halten es davon ab, sich an einer Steckdose zu elektrokutieren oder sich mit einem Messer den Hals aufzuschlitzen. Wir nehmen ihm gefährliche Gegenstände weg oder halten seine Hände, damit es sich nicht verletzt. Will es in eine Richtung krabbeln, die uns nicht gefällt, heben wir es an und drehen es in eine andere Richtung. etc. etc. etc.

Was lernt das Kind dabei? Es lernt, dass körperlicher Einsatz ein legitimes Mittel ist, um ein Ziel zu erreichen! Schliesslich macht Mami oder Papi es tagein tagaus vor.

Könnte man es anders machen und wenn ja, wie? Gibt es Orte auf der Welt, wo es anders gemacht wird? Und welche Konsequenzen hat dies auf das Miteinander, nicht nur in der Beziehung zwischen dem Kind und seinen Eltern/Bezugspersonen, sondern auch in den Beziehungen der Kinder untereinander und in ihrem Spiel?