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Warten auf die Beute (Bild Gitti Moser @ pixelio.de)

Ernetztes und Vernetztes im September 2014

Das war unser September 2014:
Ich habe jetzt wieder ein Fahrrad und Kurzer liebt es, mit mir von der Werkstatt zum Spielplatz und wieder zurück zu fahren. Die Arbeit ist wie immer spannend und bereichernd. Ich mag mein Leben!

Auch die Kinder anderer Eltern werden gross, werden erzogen, und schreiben oder berichten darüber, wie es sich anfühlt und was andere dazu meinen. Hier meine Links des Monats September 2014. Continue reading

Der friedliche Weg zur Sauberkeit

In meinem neuesten Artikel für Lokalo24.de beschäftige ich mich mit der Frage, wie man sein Kind ohne Druck und Stress auf dem Weg zur Sauberkeit begleiten kann:

 

Der friedliche Weg zur Sauberkeit

von Katharina Bleuer

„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“.

Das wissen wir!

Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem Eltern, die nicht „Windelfrei“ von Geburt an praktiziert haben, für eine Lebenszeit genug Hintern geputzt haben und nur noch eines wollen: Dass ihr Kind endlich selber aufs Klo geht. Am besten ohne es ständig daran erinnern zu müssen.

Die gute Nachricht lautet: Es wird kommen. Das Kind wird es lernen. Irgendwann. Manche früher, andere später.

Lesen Sie hier, wie Sie den Vorgang zwar nicht beschleunigen, Ihr Kind aber liebevoll und geduldig auf seinem Weg zur Sauberkeit begleiten können.

Zwischen etwa 2 und 3.5 Jahren entwickelt ein Kind die so genannte „Eigeninitiative“. Es nimmt nun Harn- und Stuhldrang bewusst wahr undlernt, beides zu kontrollieren. Früher mit dem Töpfchentraining zu beginnen, hat keinen Sinn. Außer vielleicht, dass sich das Kind schon im Vorfeld an eine gewisse Regelmäßigkeit beim Toilettengang gewöhnt. Es ist aber wahrscheinlicher, dass ihm die Sache verleidet, bevor es richtig damit begonnen hat weil es weder versteht, was von ihm erwartet wird, noch diesen Erwartungen gerecht werden kann.

Etwas Vorarbeit können Sie als Eltern aber trotzdem schon jetzt leisten. Beispielsweise mit dem Kind über Ausscheidungen, das Töpfchen oder das Klo sprechen, den Fäkalien eine Bezeichnung geben, mit denen sie für die nächsten 5 oder mehr Jahre leben können, während des Waschens sanft die entsprechenden Organe und ihre Funktion benennen („das ist der After, hier kommt Kacka raus“). Auch Wörter wie „nass“, „abwischen“, „waschen“ usw. werden in diesem Zusammenhang wichtig werden und es ist von Vorteil, wenn das Kind sie bereits den benötigten Wortschatz kennt, bevor das Klotraining ernsthaft beginnt.

Bereits sehr früh kann man das Baby oder Kleinkind mitnehmen, wenn man den Windelinhalt ins Klo entsorgt. Erklären Sie ihm, was Sie tun und dass Ausscheidungen ins Klo gehören. Lassen Sie es spülen.

Wenn es Ihnen nichts ausmacht, lassen Sie die Klotür geöffnet, wenn Sie selber Ihr Geschäft verrichten. Erklären Sie dem neugierigen Kind, was Sie tun und kommentieren Sie den gesamten Prozess (pinkeln, abwischen, spülen, Hände waschen). Erklären Sie ihm, dass es bald selber lernen darf, Pipi und Kacka ins Klo/Töpfchen zu machen.

Lassen Sie Ihr Kind wachsen und sich entwickeln.

Kaufen Sie ein Töpfchen oder einen Toilettenring.

Stellen Sie es gemeinsam mit dem Kind im Badezimmer auf und erklären ihm, wozu es dient und wie es benutzt wird. Lassen Sie es sich selber – wenn es sich nicht traut, seine Puppe – darauf setzen.

Lesen Sie ihm Bilderbücher vor, die das Thema Toilettengang behandeln.

Lassen Sie das Kind sich einfach so aufs Töpfchen setzen, ohne gleich ein Geschäft von ihm zu erwarten oder es dazu zu drängen.

Wenn Ihr Kind anfängt, echtes Interesse zu zeigen und sie merken, dass es seine Schließmuskel zu kontrollieren anfängt – beispielsweise indem es den berühmten „Pipitanz“ aufführt – dann ist der Moment gekommen!

Damit Aussicht auf Erfolg besteht, müssen Sie selber ebenfalls bereit sein, viel Zeit mit Ihrem Kind im Badezimmer zu verbringen. Erlauben es Ihre Lebensumstände im Moment nicht, diese Zeit und Geduld aufzubringen, warten Sie lieber noch ein paar Wochen, bis sich Ihr Leben beruhigt hat.

Beginnen Sie mit einer Töpfchenroutine: Setzen Sie das Kind gleich nach dem Aufstehen, nach jeder Mahlzeit, vor Autofahrten und vor dem zu Bett gehen aufs Töpfchen. Bleiben Sie bei ihm und verhelfen Sie ihm zu einem schönen, interessanten, intensiven oder lustigen Moment.

Erwarten Sie zu Beginn nicht zu viel. Es werden wahrscheinlich Monate vergehen, bis die Klogänge wie gewünscht klappen. Wenn das Kind nicht mitmacht oder Sie nicht die nötige Geduld aufbringen können – Sie beispielsweise merken, dass sie wütend werden – versuchen Sie es ein paar Wochen später wieder.

Ihr Kind muss sich erst entspannen lernen. Lesen Sie ihm vor, singen Sie mit ihm oder sprechen Sie über den Tag. Oder lassen Sie es auf dem iPad spielen oder Filmchen schauen. Was in Ihrer Familie am besten funktioniert.

Ihr Kind muss nicht nur das Verhalten lernen, wenn es keine Windeln trägt, sondern auch das bewusste Loslassen auf dem Töpfchen oder Klo. Das erfordert zu Beginn viel Geduld – Aber lassen Sie es nicht länger als etwa 10 Minuten auf dem Töpfchen sitzen, wenn nichts kommt versuchen Sie es lieber in einer halben Stunde wieder.

Wenn Ihr Kind während des Spielens den „Pipitanz“ aufführt: Fragen Sie nicht, ob es gehen muss, sondern führen Sie es ins Badezimmer und helfen Sie ihm aufs Klo! Stellen Sie sich einen Wecker und fordern Sie das Kind alle zwei Stunden zum Toilettengang auf, bis es gelernt hat auf seine Körpersignale zu achten und entsprechend zu reagieren.

Das Händewaschen sollte unbedingt Teil der Routine werden. Stellen Sie dazu einen Schemel bereit und eine bunte, fein riechende Seife (die es vielleicht sogar selber auswählen durfte?). Waschen Sie die Hände mit dem Kind gemeinsam, singen Sie Händewaschliedchen, oder -verse, damit es sich die einzelnen Schritte gut merken kann.

Singen Sie Händewaschliedchen, oder -verse, damit es sich die einzelnen Schritte gut merken kann.

Rechnen Sie mit „Unfällen“ – und reinigen sie kommentarlos weg. Vermitteln Sie dem Kind nicht das Gefühl, es müsse sich dafür schämen. Ermutigen Sie es viel lieber: Schon bald wird es gelernt haben, rechtzeitig sein Spiel zu unterbrechen und zu gehen.

Haben Sie Geduld. Es werden wahrscheinlich Monate vergehen, bis alles wie gewünscht klappt.

Ein regelmäßiger Tagesablauf ist hilfreich. Die meisten Kleinkinder urinieren im Schnitt zwischen 4 und 8 Mal pro Tag, d.h. etwa alle zwei Stunden und haben ein bis zweimal im Tag Stuhlgang . Beobachten Sie Ihr Kind, versuchen Sie seinen Rhythmus herauszufinden und setzen Sie es zu den Momenten aufs Töpfchen oder Klo, wenn die Chancen für ein Erfolgserlebnis besonders hoch sind.

Ziehen Sie ihm für die Nacht und Mittagsschläfchen eine Windel an. Die Nachttrockenheit wird sich später entwickeln und kann nicht trainiert werden. Für längere Autofahrten können Sie ihm je nachdem eine Windel anziehen oder den Autokindersitz mit einer wasserfesten Unterlage (z.B. Inkontinenzunterlage) schützen. Am Besten fragen Sie Ihr Kind, was ihm lieber ist!

Nutzen Sie jede Gelegenheit, anderswo die Waschräume zu besichtigen und, wenn Ihr Kind mitmacht, sie zu benutzen. So gewöhnt es sich daran, an verschiedenen Orten aufs Klo zu gehen.

Haben Sie Geduld! Es kann drei bis zwölf Monate dauern, bis Ihr Kind selbständig auf die Toilette gehen wird.

Sie sollten das Training unterbrechen, wenn Ihr Kind weinen muss, Trotzanfälle bekommt, nicht sitzen bleiben möchte, oder Sie selber Ihre Geduld verlieren. Lassen Sie ein paar Wochen verstreichen, bevor Sie es wieder versuchen.

Rückschläge sind normal. Vom Beginn des Trainings bis das Kind verlässlich trocken ist, können zwischen 3 und 12 Monaten vergehen. Je besser es vorbereitet ist und je mehr es selber bereit dazu ist, desto schneller wird das Kind Fortschritte machen können.

Auch bei Rückschlägen oder wenn Ihr Kind eher zu den Späten gehört: Das Alter, in dem ein Kind trocken wird, hat absolut keinen Einfluss auf seine spätere Intelligenz, Talente, Erfolg oder Glücksfähigkeit.

Vertrauen Sie deshalb Ihrem Kind: Es wird trocken werden. Seien Sie geduldig und unterstützen Sie es, aber setzen Sie keinen Druck auf. Stellen Sie keine für den Moment unerfüllbaren Forderungen. So wird die Zeit auf der Toilette zu einer entspannten Erfahrung für Sie und für Ihr Kind und bald können Sie sich gemeinsam darüber freuen, dass es auch diesen Meilenstein gemeistert hat.

 

Müssen wir? Eine kleine Klogeschichte

Müssen wir? (Bilderbuch)

Die kleine Klogeschichte „Müssen wir?“ von Anja Fröhlich (Text) und Gergely Kiss (Illustrationen), ursprünglich beim Oetinger Verlag erschienen, ist in der Taschenbuch-Reihe Minimax von Beltz & Gelberg neu aufgelegt worden.

Die Geschichte

Der Förster hat die Nase voll: Im Wald stinkt es und sein Hund, Hektor, hat ständig Kot an den Pfoten. Deshalb stellt er am Waldrand eines dieser blauen Klohäuschen auf.

Die Tiere des Waldes finden das zwar nicht so gut, aber sie gehen trotzdem eines nach dem anderen aufs Klo. Jedes hat so seine Probleme damit, aber keiner würde das vor den anderen zugeben. Schliesslich ist man ja jetzt zivilisiert.

Herr Dr. Grunzer, das Wildschwein, hat am Ende die rettende Idee. Aber die mag ich hier nicht verraten.

Was meint die Zielgruppe?

In dem Alter, in dem Kurzer sich befindet (3¾ jährig) findet er natürlich alles lustig, was mit Pipi und Kacka zu tun hat. Aber Tiere, die versuchen, aufs WC zu gehen, das toppt alles.

“So was gibt es gar nicht. Der Förster ist dumm. Tiere gehen gar nicht aufs Klo. Nur die Katzen. Die gehen aufs Katzenkistchen. Aber im Wald ist keine Katze.”

Hektors Gummistiefel geben Kurzem ebenfalls zu denken: Hunde haben nämlich vier Füsse und da braucht er zwei und nochmal zwei Schuhe. Und er – also Kurzer – er hätte also nicht rosa Stiefel mit Blümchen ausgewählt, sondern vielleicht rote mit McQueen oder einem Traktor drauf. Aber der Hund kann natürlich auf einem richtigen Traktor mitfahren, da braucht er vielleicht keine Gummistiefel mit Traktor.

Am Lustigsten findet Kurzer übrigens das Bild, wo das Füchslein aus dem Klo kommt und mit blauem Schwanz an den anderen vorbei stolziert, die alle am Pipi zurückhalten sind.

Herr Dr. Grunzer hat schnell in unsere interne Familiensprache Eingang gefunden. Wenn irgendwo eine Schweinerei herrscht heisst es sofort: Hier hat Herr Dr. Grunzer gegessen!

 

Das Fazit von uns Eltern

Geschichte und Bilder sind köstlich und passen wunderbar zusammen.

Gergely hat einen feinen Strich und stellt Mimik und Gestik der vermenschlichten Tiere äusserst witzig und gelungen dar.

Alle Tiere haben passende Namen, ausser dem Fuchs, der heisst nur „Füchslein“, was ich persönlich störend fand. Aber das ist Rosinenpickerei.

Grundsätzlich mag ich lieber Hardcover und das grosse Format, vor allem bei Bilderbüchern wo die Zeichnungen ja den grössten Teil ausmachen. Das „Minimax“-Format finde ich aber im Vergleich beispielsweise zu Pixi ganz praktisch: Es ist noch gross genug, dass auch die feineren Details der Zeichnungen zur Geltung kommen, aber klein genug, um es im Schwimmbad-Rucksack oder meiner Handtasche verstauen und mitnehmen zu können. Nur für den Fall, dass man irgendwo aufs Klo müsste und etwas zu Lesen bräuchte…

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Klappentext:

„Der Förster möchte es gern sauber im Wald haben und stellt ein Klo auf die Wiese: Von nun an soll jedes Tier sein Geschäft hier verrichten. Wildschwein, Hase, Bär und Eule geben sich redliche Mühe, aber jeder steht vor einer anderen Schwierigkeit…“

Anja Fröhlich (Text) / Gergely Kiss (Idee und Illustrationen)
Müssen wir? Eine kleine Klogeschichte
Beltz & Gelberg, Reihe „Minimax“, broschiert
August 2013
Empfohlen ab 4 Jahren

Leseprobe auf der Seite des Verlags: Müssen Wir?Webseite von Anja Fröhlich: http://www.anja-froehlich.de/

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